Alexander, Karl

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Karl Alexander

Karl Alexander (* 8. März 1890 in Pötschendorf, Kreis Rastenburg/Ostpreußen; † 12. Juni 1940 im KZ Sachsenhausen) war ein Cuxhavener Fischdampferkapitän und Opfer der NS-Herrschaft.

Lebenslauf

Nach der Schulzeit war Karl Alexander ab 1904 in Korschen/Ostpreußen im Eisenbahnbau beschäftigt. Er arbeitete ab 1907 in einem Baugeschäft in Königsberg und 1908/1909 in einem Dortmunder Stahlwerk (Hoesch), bevor er wieder bei der Bahn in Ostpreußen seinen Lebensunterhalt verdiente, um anschließend auf einem Binnenkahn in der Mark Brandenburg anzuheuern.

Im Jahr 1908 trat Alexander in die Gewerkschaft ein.

Am 1. Juli 1909 heuerte er auf der SENATOR MELLE an, musterte allerdings schon am 21. August des gleichen Jahres wieder ab, um bei einem Helgoländer Baugeschäft zu arbeiten.

1913 musterte er auf als Matrose auf einem Cuxhavener Dampfer an. Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges fuhr er auf mehreren Schiffen der Cuxhavener Hochseefischerei. In Cuxhaven heiratete er auch am 5. August 1914.

In der Kaiserzeit wurde er zweimal wegen Flugblattverteilens und Streikpostenstehens bestraft. Im Ersten Weltkrieg wurde er am 17. August 1914 als Marinesoldat eingezogen und leistete den Wehrdienst bei der Küstenartillerie, teilweise in Flandern, wo er auch kurz vor dem Ende des Ersten Weltkrieges verwundet wurde.

1918 als Obermatrose aus der Kaiserlichen Marine entlassen, fuhr er ab dem 3. Januar 1919 als Matrose auf dem Fischdampfer GUIDO MÖRING.

Im Jahr 1920 wurde Karl Alexander SPD-Mitglied.

Am 15. September 1920 wurde er zweiter Steuermann auf der SENATOR HEIDMANN und bereits im April 1921 1. Steuermann auf der SENATOR BRANDT.

Karl Alexander erhielt 1924 sein erstes Kommando auf HENRY P. NEWMAN. Anschließend führte er die NEUFUNDLAND über 8 Jahre lang. Außerdem hatte er die Führung der Fischdampfer VOLKSDORF, NIEDERSACHSEN, MEMEL, CLAUS BOLTEN und der TANNENBERG. Sein Kaptitänspatent für Große Hochseefischerei erhielt er am 26. Oktober 1931. Zwischenzeitlich 1928 hatte er sich auch dem SPD-Wehrverband "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" angeschlossen.


1933 wurde Alexander wegen seiner kritischen Äußerungen am Nationalsozialismus auf Veranlassung der NSDAP für fünf Wochen ohne Haftbefehl in Schutzhaft genommen. Danach war er wieder als Kapitän tätig auf den Fischdampfern CLAUS BOLTEN und TANNENBERG. Am 2. März 1939 wurde er erneut wegen "böser Äußerungen" von der Gestapo bis zum 13. Juni 1939 in Untersuchungshaft genommen . Danach arbeitete er wieder als Kapitän auf der AUGUST WRIEDT. Die Anklage wegen Hochverrrat musste zwar fallengelassen werden, dafür verurteilte man ihn am 24. Juli 1939 wegen Vergehens gegen das "Heimtückegesetz" zu einem Jahr Haft, abzüglich der bereits verbüßten Untersuchungshaft. U.a. hatte er behauptet, der Führer habe Millionen Mark in Holland in Sicherheit gebracht. Die Haft verbüßte er in einem Gefängnis in Lehe. Unmittelbar nach seiner Entlassung aus der Haft am 20. Mai 1940 wurde er von der Gestapo in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt und dort der "SK" (Strafkompanie) zugeteilt. Dort wurde er am 25. Mai 1940 eingeliefert.

Gemäß einer Eintragung im Standesamt Oranienburg verstarb Karl Alexander am 12. Juni 1940 an "Herdlungenentzündung und eitriger Bronchitis".

Seine Frau in Cadenberge musste sich das Geld für die Überführung der Urne nach Hause von Freunden leihen, da man ihr sämtliche Geldquellen gesperrt hatte, einschließlich des Bankkontos. Beigesetzt wurde seine Urne auf dem Brockeswalder Friedhof. Das Grab wurde 1974 aufgegeben.

Frau Alexander starb am 21. Oktober 1977 und wurde in Cadenberge beigesetzt.


Würdigung

In Cuxhaven erinnert die Kapitän-Alexander-Straße an Karl Alexander.