Barsenmeister

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Der Barsenmeister war verantwortlich für die Betonnung an Elbe und Weser.

Namensherkunft

Die `Barse´ war ein kleines Lastschiff, überwiegend für den Lösch- und Ladeverkehr zwischen Hafen und den auf Fluss-Reede liegenden Handelsschiffen. Es war flachgehend, sodass es auch flache Gewässer (Fleete, flache Häfen) anfahren konnten. Die Barse war ausschließlich für Binnengewässer gedacht; es gab jedoch auch die `Seebarge´ für gröbere Gewässer. Es gibt in der Literatur verschiedene Aussagen zur Betakelung. So wird sie teils als mastlos beschrieben, teils als Barke. Vom Typ wird sie auch als Boier Smackschiff bezeichnet. Heute versteht man unter dieser Schiffsfunktion den Leichter. Der Besitzer einer Barse ist der `Barsenmeister´.

Aufgabe

Vermutlich 1358 begann die Flussbetonnung der Elbe. Mit zunehmender Ausweitung wurden hierfür vermutlich seit der Mitte des 15. Jahrhunderts von der Kämmerei der Stadt Hamburg zwei Barsenmeister verpflichtet. Sie waren beamtet und verantwortlich für den Tonnenwechsel vor und nach dem Winter, sowie die Wartung der Tonnen. Sie stellten sich eigenständig Leute ein. Das Lager der Tonnen war das sog. `Barsenhaus´, vermutlich am Hamburger Dovenfleet.

Darüber hinaus hatten sie auch andere Aufgaben, vermutlich überwiegend in der übrigen Jahreszeit. So hatte nach einem Kämmereiprotokoll von 1564 ein alter Barsenmeister bis 1714 das Lehen der `Stader Fähre´ erhalten. Weiterhin waren ihnen hoheitliche Aufgaben übertragen. So hatten sie Änderungen des Flussbettes herauszufinden und neu zu vertonnen, Piraten zu melden oder Werkzoll von Schiffern zu erheben, die nicht Hamburg anlaufen wollten. [1] Auch vertraten sie das Stapelrecht.
Offensichtlich waren sie auch für andere Seezeichen verantwortlich. So wurde die Neuwerker Ostbake im 17. Jahrhundert durch den Barsenmeister Peter Petersen, genannt Klapmütz (Klappmütze), erbaut.

Im 17. Jahrhundert wurde das Tonnenwesen ausgegliedert und Tonnenlegern übertragen. Das Lager wurde damit zum Tonnenhof.


Fußnoten

  1. Ausgenommen waren Stader und strandfriesische Schiffe