Berensch

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Ortseingang Berensch 2012

Berensch ist seit 1. Februar 1971 gemeinsam mit der Siedlung Arensch Ortsteil der Stadt Cuxhaven. Es ist eines der fünf Heidedörfer des ehemaligen Amtes Ritzebüttel, später des Landkreises Land Hadeln und wurde in seiner Geschichte unter den Namen Berneske (14. Jh.), Bernske (1574), Berenstede (1577), Bernstete (1594), Bernsch (1625), Behrensche (1817) und Berensch ab 1913 geführt.

Die Geschichte

Von alters her gehört Berensch zum Land Hadeln. Grenze zum Land Wursten und zur Nachbargemeinde ist der Oxter Bach südlich von Berensch. 1282 werden u.a. die Berenscher Einwohner zu Klostermeiern des neu eingerichteten Altenwalder Klosters und damit zehntpflichtig. [1] Sie sind somit dem Kirchspiel Altenwalde zugeordnet. 1311 schenkt der adelige Werner von Bederkesa der Kirche zu Altenwalde Güter und eine Hausstelle in Berensch. Dieses ist die erste gesicherte schriftliche Erwähnung des Ortes. In der Folgezeit kommt es zu weiteren Wechseln von Besitzungen in Berensch. 1324 verpfändet Herzog Erich I. von Sachsen-Lauenburg, Grundherr des Landes Hadeln, das Kirchspiel Altenwalde an das Geschlecht der Lappes. Diese wiederum verpfänden es 1372 ebenfalls aus Geldmangel an den Hamburger Rat. 1394 kommt es zum käuflichen Übergang. Damit ist Berensch kirchlich dem neu eingerichteten Hamburgischen Amt Ritzebüttel zugeordnet, politisch jedoch dem Land Hadeln. 1399 wird erstmals die alte Grenze des Oxter Baches vertraglich festgelegt. Doch auch weiterhin kommt es zu Streitigkeiten mit den Wurster Fischern. So kommt es 1586 zum `Buxtehuder Rezess´ zwischen dem Hamburger Rat und dem Erzbistum Bremen. 1589 wird aufgrund dessen bei Berensch ein Grenzstein als Peilhilfe aufgestellt. Erstmals kartographisch erfasst wird Berensch [2] 1594 in der Karte das Amtes Ritzebüttel von Johan Schröter unter dem Namen `Berenstede´. 1660 erhält Berensch ein eigenes Schulhaus. Es wird 1882 erneuert, 1950 erweitert und 1969 geschlossen. 1885 wird Berensch in die Deichacht aufgenommen. 1930 wird in den Berenscher Dühnen die Sendeanlage der Küstenfunkstelle Elbe-Weser Radio eingerichtet. Sie wird 1949 in ein Posterholungsheim umgewandelt. 1937 geht Berensch aufgrund des Groß-Hamburg-Gesetzes mit der Auflösung des Amtes Ritzebüttel von Hamburg an Preußen über, nach dem 2. Weltkrieg an Niedersachsen. Es gehört damit kurzzeitig zum Landkreis Land Hadeln. Am 1. Februar 1971 wird Berensch der Stadt Cuxhaven angegliedert und verlässt damit den Landkreis Land Hadeln wieder.

Der Ort

Mehr noch als Sahlenburg ist das Geesthufendorf Berensch, ebenso wie das benachbarte Arensch, nie so recht aus dem Dunstkreis der Geschichte hervorgetreten. Bedingt durch seine Lage auf einem Ausläufer der Hohen Lieth und den damit verbundenen, verminderten landwirtschaftlichen Ertragsmöglichkeiten gehörte es von jeher zu den armen Heidedörfern des Landes Hadeln. Dazu kam die abgeschiedene Lage am äußersten Endpunkt des Landes Hadeln vor der Nordsee, die man in Ermangelung eines Sieles, wie ihn die Wurster Nachbarn vorzuweisen hatten, nicht einmal zum Fischfang nutzen konnte. So blieb von der See letztendlich nur der mühselige Krabbenfang für den Eigenbedarf, da es wiederum auch keine rechte Wegenetzanbindung gab. Eine Straße in Richtung Cuxhaven wurde erst in der NS-Zeit angelegt. Zuvor war Berensch nur über Sandwege zu erreichen, wie sie sich noch heute an dem Wegstück zwischen Arensch und dem Wernerwald darstellen. Auch von dem Nachkriegsboom, wie er sich touristisch in den anderen Küstenorten Cuxhavens ergeben hat und woran nun auch Sahlenburg beteilig war, konnte in Berensch in Ermangelung eines Strandes nicht greifen. Lag das Meer im Mittelalter noch direkt vor den Toren Berensch´, zu erkennen an dem noch heute gut erhaltenen Dünengürtel, so hat sich in den Jahrhunderten ein hunderte Meter weit vorgelagertes Neuland ergeben, dem vor dem abschließenden Kaje- oder auch Sommerdeich nochmals ein weiterer Anwachs vorgelagert ist, geschaffen im frühen 20. Jahrhundert. Einziger Zugang zum Meer durch den äußeren Anwachs ist heute ein schmaler Plattenpfad.

Bedingt durch diese natürlichen Widrigkeiten ist es zu erklären, dass das gesamte Dorf nur eine Gaststätte vorzuweisen hat. Andererseits hat sich dadurch aber auch im besonderen Maße der natürliche Charme des Ortes bis in die Neuzeit bewahren können, sodass sich Berensch heute als ein stiller, nicht überlaufener Ferienort für ruheliebende, naturverbundene Touristen darstellt mit einem eigenen, örtlichen Tourismuspavillon. Bereits in der frühesten Nachkriegszeit wurde dem durch die Ansiedelung eines Erholungsheimes für körperlich kriegsbeschädigte Postbedienstete Rechnung getragen. Mit dem natürlichen Wegfall dieser Klientel wurde die gesamte Anlage im Jahre 2005 privatisiert und zu einem Ferienhotel umgewandelt.

Der Tourismus

Mit seinen natürlichen Gegebenheiten und seiner natürlichen Schönheit ist Berensch heute ein ideales Wander-, Radler- und Reiterrefugium abseits des Touristenrummels. Leider hat es die Stadt 2002 für nötig erachtet, zwei seiner schönsten und schönstgelegenen Campingplätze schließen zu lassen, einer in Berensch, einer in Arensch.

Als lohnende Ziele im direkten Umfeld des Orten sind zu nennen:

  • die sehenswerte, unter Naturschutz stehende Cuxhavener Küstenheide. Sie ist frei zugänglich für Besucher, -Tier- wie Naturfreunde-. Auf ihr kann man Heckrinder und frei lebende Wildpferde bestaunen.
  • das alte Küstenvorland. Es bietet dem ornithologisch bewanderten Beobachter ebensolche Einblicke in die Seevogelwelt wie dem Spaziergänger.
  • der breit ausgreifende Dünengürtel mit seinem seltenen Kratteichenbewuchs und mitten darin Deutschlands vielleicht kürzestem Deich anstelle einer geschleiften Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg. Ebenso der dort befindliche, oben erwähnte historische Grenzstein.
  • und letztlich südseitig die historischen Knicklandschaften mit den dahinter liegenden Marschen des Wurster Landes.

Lohnende Ziele und Möglichkeiten in der Umgebung

  • Im Nachbarort Oxstedt steht ein 18-Loch Golfplatz zur Verfügung.
  • Das Wanderrevier des Wernerwaldes, angelegt von Amtmann Werner, um den Flugsand festzulegen.
  • Der Nationalpartk Wattenmeer, im Jahre 2009 zum Weltnaturerbe erklärt. mit seinen endlosen zu erwandernden Watten und Prielen und seiner Seevogelwelt. !Achtung! Zuvor über Gefahren im Watt informieren.
  • Besuch der Insel Neuwerk mit Schiff von Cuxhaven aus oder zu Fuß, bzw. per Pferdewagen von Sahlenburg oder Duhnen aus.
  • Das Beobachten des Naturschauspieles Ebbe und Flut.
  • Die Entdeckung der Stadt Cuxhaven mit ihren Häfen, Stränden und städtischen Angeboten jeder Art. Dazu gehören auch die reichhaltigen Kurangebote des Nordseeheilbades. Völlig gratis für den Urlauber und nicht zu vergessen sei dabei die gesunde jodhaltige Luft von der Nordsee.
  • Das Aeronauticum in Nordholz, eine Museumsausstellung rund um das Thema Zeppelin.
  • Die romantischen Sielhäfen des Wurster Landes.

Der Ortsteil Berensch heißt Sie herzlich willkommen bei den örtlichen Festen wie zum Beispiel dem traditionellen Heideblütenfest im August, dem Osterfeuer und den Kinderfesten oder dem Spanferkel-Grillfest. Und: Berensch hat durch seine Landschaftsprägung ganzjährig Saison!

Fußnoten

  1. Dem Verfasser ist nicht bekannt, ob hierüber eine Zehntsteuerliste vorliegt, welche dann die vermutlich erste schriftliche Erwähnung des Ortes Berensch wäre.
  2. soweit heute bekannt

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