Cuxhavener Immobilien-Gesellschaft

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Die Cuxhavener Immobilien-Gesellschaft war eine Schwestergesellschaft der "Cuxhavener Eisenbahn-, Dampfschiff- und Hafen-Actiengesellschaft".

Geschichte

Nach der Gründung der "Cuxhavener Eisenbahn-, Dampfschiff- und Hafen-Actiengesellschaft" waren deren Gründer davon überzeugt (bzw. wollten andere Menschen davon überzeugen), dass in Cuxhaven nach dem Bau der Eisenbahn durch Immobiliengeschäfte viel Geld zu verdienen sei. In den "Weltstädten" Cuxhaven und Ritzebüttel würde ein enormer Wirtschaftaufschwung einsetzen, im Verlaufe dessen mit der Errichtung von Geschäftshäusern und Hotels Gewinn gemacht werden könne. So gründete derselbe Personenkreis in Berlin die "Cuxhavener Immobiliengesellschaft".

Der Mitbegründer der "Cuxhavener Eisenbahn-, Dampfschiff- und Hafen-Actiengesellschaft", Jürgen Heinrich Hagenah (ein Unternehmer aus Hamburg und Hemmoor), ließ Grundstücke im Wert von 549.000 Thalern ankaufen und überließ sie über einen Mittelsmann (Eduard Stahlschmidt) für 1.530.000 Thaler der Immobiliengesellschaft. Hagenahs junger Handlungsgehilfe Greve war inzwischen Direktor der Immobiliengesellschaft geworden und übernahm diese falsche Zahl auch in die Bilanz der Gesellschaft für das Jahr 1872. Leider waren diese Machenschaften dem Hamburger Oberstaatsanwalt Dr. Mittelstädt nicht verborgen geblieben und Greve wurde vom Hamburger Strafgericht, bestätigt durch das Oberappellationsgericht Lübeck, zu einem Monat Gefängnis verurteilt.

Da der erwartete Wirtschaftsaufschwung in Cuxhaven nicht einsetzte, waren die erworbenen Immobilien nicht zu verwerten, obgleich es Greve noch gelang, in Cuxhaven ein Eishaus zu bauen. Am Ende hatten die Aktionäre der Gesellschaft Werte in Höhe von 3,6 Millionen Mark verloren.


Quelle

Otto Glagau: Der Börsen- und Gründungsschwindel in Berlin, Verlag Frohberg, Leipzig 1876