Dölle, August

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Leben und Werk

August Dölle wird 1802 in Wandsbeck als einer von sechs Söhnen des Lehrers und späteren Rektors der Ritzebüttler Höheren Bürgerschule Johann Heinrich Dölle geboren.

Er pachtet das 1823 neu erbaute warme Badehaus am Cuxhavener Leuchtturm und wird dort Hauswirt und Bademeister. Die Bewirtschaftung gibt Dölle 1835 auf, nachdem er bereits 1833 in nächster Nachbarschaft eine Weinhandlung mit Schankstube im ehemaligen „Hotel Commercial“ im alten Hafen (an der heutigen Zollkaje) eröffnete. Im Januar 1835 (vermutlich) wird auf dem selben Grundstück das "Hotel Belvedere" in Betrieb genommen. Das Eröffnungsdatum 25. Juni 1832, das in Jubiläumsschriften genannt wird, lässt sich bislang nicht nachweisen (möglicherweise bezieht es sich auf die Bewirtschaftung des warmen Badehauses).

Dölle bedient sich gerade in der Anfangszeit der Werbung, um die Gäste über seine angebotenen Getränke, Speisen und sonstige Leistungen wie z.B. Billard zu informieren. Im Laufe der Zeit wird das Hotel zu einem der wichtigsten Gasthäuser in Cuxhaven. Bereits 1844 kann August Dölle sein Hotel mit einem Nebengebäude erheblich erweitern, so dass es mit 47 Zimmern vielen bedeutenden Gästen (wie z.B. 1846 Hoffmann von Fallersleben) Platz bot.

In der Nacht vom 11. auf den 12. April 1862 brennt Dölles bedeutendster Konkurrent, das „Bade- und Logierhaus“ (dessen Pächter Dölle ehemals war), ab. Dies nutzt August Dölle, um in den Bäderbetrieb einzusteigen. Er bietet ab sofort im "Hotel Belvedere" warme und kalte Seebäder an, zudem errichtet er auf dem Grund des ehemaligen warmen Badehauses an der "Alten Liebe" ein Cafe und Restaurant mit dem Namen Seepavillon. Der Seepavillon wird am 10. April 1863 eröffnet. Damit entledigt sich Dölle der wichtigsten Konkurrenz und sichert seine herausragende Wettbewerbsposition in Cuxhaven für lange Zeit.

1872 übergibt der 70jährige August Dölle die Leitung seines Hotels und des Seepavillons an seinen 1849 geborenen Sohn Emil. August Dölle stirbt sieben Jahre später 1879, erlebt aber zuvor als Rentier noch, wie sein Lebenswerk 1873 durch einen Brand zerstört wird und sein Sohn wenig später mit einem neuen Hotel an der Ritzebüttler Schleuse einen neuen Abschnitt in der Cuxhavener Hotelgeschichte einleitet.

Literatur

  • Peter Bussler: Historisches Stadtlexikon für Cuxhaven; Verlag Heimatbund der Männer vom Morgenstern; 2002
  • Hermann Borrmann: Daten zur Geschichte des Amtes Ritzebüttel und der Stadt Cuxhaven; 1982; Verlagsgesellschaft Cuxhaven mbH & Co Cuxhavener Nachrichten KG
  • Karl-Heinz Meyer: Dölles Hotel Belvedere – Eine Cuxhavener Hotellegende über vier Generationen; Bremerhaven 2007, Verlag Heimatbund der Männer vom Morgenstern,; ISBN 3-931771-43-1