Deutsche Seefischerei AG

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Ansicht vo der Neufelder Straße
Schornstein und Flagge

Die Deutsche Seefischerei AG“ war eine Reederei ein Cuxhaven (1918-1927).

Noch während des 1. Weltkrieges wurde die „Deutsche Seefischerei AG“ , kurz DSAG, am 18. April 1918 mit einem Aktienkapital von 8 Millionen Mark gegründet.

Das Aktienkapital wurde aufgebracht von:

  • Bankhaus G.Bleichenröder, Berlin
  • Direktion der Diskontgesellschaft, Berlin
  • Commerz- und Diskontbank, Hamburg
  • Carl J.Busch, Berlin
  • Ratsherr Fr. Burmeister, Nordenham

Der ehemalige Hamburger Fischereidirektor Hans Julius Lübbert übernahm die Leitung der neuen Reederei.

Im April 1919 lief als erstes Schiff unter der Flagge der DSAG der Fischdampfer „CUXHAVEN“ zur Fangreise aus. Es handelte sich bei dem Schiff um den von der „Deutschen Hochseefischerei Bolte&Steenken AG“, Bremerhaven, übernommenen Fischdampfer „ELLA OBER“. Ab Juli 1919 wurde zusätzlich die „RITZEBÜTTEL“, ex „PROFESSOR PAGEL“ bereedert. Noch im Dezember des gleichen Jahres gingen beide Schiffe in das Eigentum der DSAG über.

Im November 1919 fusionierte die DSAG mit der sich in finanziellen Schwierigkeiten befindlichen Hamburg-Cuxhavener Fischdampfer AG „Ale Liebe“, deren 10 Fischdampfer übernommen wurden. Die Gesellschafter der „Ale Liebe“ erhielten im Gegenzug Aktien der „Deutschen Seefischerei“, der Leiter der Reederei, Louis Wilhelm“ wurde 2. Direktor der DSAG.

Zwar gab es in der Weimarer Republik wirtschaftliche Schwierigkeiten, doch konnte die DSAG unter Lübbert weiter expandieren und 1920 eine Kapitalerhöhung auf 15 Millionen Mark beschließen. Dadurch wurde die DSAG in die Lage versetzt weitere Reedereien gegen die Gewährung von von DSAG-Aktien zu übernehmen. Dadurch gingen 20 mit der „Reiherstieg Schiffswerft & Maschinenfabrik“ in Hamburg abgeschlossenen Bauaufträge auf die DSAG über.

In den jetzt folgenden Jahren hatte die DSAG ein Vielzahl von Verlusten zu tragen.

1920 ist der im Januar ausgelaufene FD „WOHLDORF“ verschollen. Die „BROCKESWALDE“ strandete bei Nebel bei Harboöre, konnte aber geborgen und instandgesetzt werden

1922 strandet vor der jütländischen Küste der FD „FINKENWÄRDER“

1923 Der FD „GRÖNLAND“ sank im Januar nahe der Westmanns-Inseln und im Februar strandet der FD „WALTERHOF“ bei Bergen. Die im Oktober ausgelaufene „BARKHOF“ ist verschollen.

Durch die Übernahme der Aktienmehrheit der „Hamburgischen Hochseefischerei“ kamen 1923 weiter sechs Schiffe zur DSAG.

1925 wurde die „Emdener Hochseefischerei AG“ mit 15 weiteren Schiffen übernommen.

Das stetige Wachstum verursachte erhebliche Probleme, denn die durch die Inflation enorm erhöhten Papiermarktkapitalien mußten 1924 wertbereinigt auf 8 Millionen umgestellt werden. Da noch Bankdarlehen und abzutragen und zu verzinsen waren, wurde keine Rendite mehr erwirtschaftet.

Im März 1927 fusionierte die DSAG mit der „Cuxhavener Hochseefischerei AG“, welche die 47 Fischdampfer übernahm.

Die Geschichte der „Deutschen Seefischerei AG“ endete nach nur neun Jahren.

Weitere Entwicklung

1928 war der Zuwachs an Fischdampfern für Cuxhaven so groß, dass für die Mehranlandungen keine Abnehmer mehr gefunden werden konnten. Um ein weiteres Absatzgebiet für den Cuxhavener Markt zu erschließen, erfolgte am 7. November 1928 die Fusion der „Cuxhavener Hochseefischerei AG“ mit der "Deutschen Dampfschiff-Gesellschaft "Nordsee"" aus Nordenham mit Wirkung zum 8. März 1929.

Der Name der Gesellschaft wurde geändert in "Nordsee" Deutsche Hochseefischerei Bremen-Cuxhaven AG

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