Finkenmoor

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Finkenmoor

Das Finkenmoor ist ein Gewässer am Westrand des Wernerwaldes.

Aus einem Fließgewässer in einer Senke entwickelte sich durch vorlagernde Dünen und sodann zunehmenden natürlichen Verlandungsprozess durch wachsende Ablagerungen ein Moor. Das Finkenmoor ist ca. 220m lang und 75m breit.

Doch auch Menschen haben das Finkenmoor verändert. So wurde z.B. Anfang des 20. Jahrhunderts der westliche Dünenriegel durchbrochen, um das Moor zu entwässern und Wald anzupflanzen. Doch schon zu dieser Zeit erkannte man den Naturschutzwert dieses landschaftlichen Kleinods. Deshalb wurde der Abfluss wieder verschlossen.

Auch in der Folgezeit führten wechselnde Wasserstände dazu, dass die moorige Senke mal den Charakter eines Moores, mal den eines Gewässers annahm.

Heute lässt der vergleichsweise hohe Wasserstand das malerische Bild eines Süßwasserweihers entstehen, umsäumt von Verlandungsbereichen mit Seggen- und Schilfröhricht, wobei das moorbraune Wasser von der Gewässergeschichte zeugt. Die im Sommer üppigen Seerosenbestände deuten auf geringe Tiefe und hohen Nährstoffgehalt hin. Östlich des Weihers schließt sich ein schmaler Streifen Moorvegetation an, die in Weidengebüsche und Kiefernwald übergeht. Das Finkenmoor bietet Lebensraum für zahlreiche typische, z.T. auch gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Westlich des Moorsees wurde im schützenden Wald durch Vernässung und Schaffung mehrerer kleiner Tümpel zusätzliche Laich- und Brutplätze geschaffen, um den Verlust durch den Tourismus auszugleichen.

Die Quelle des Finkenmoores liegt am Südrand Altenwaldes - der Abfluß des Sees befindet sich Watt westlich des Finkenmoores.

Benannt soll das Finkenmoor vermutlich nach der alten Sahlenburger Hofbesitzerfamilie Finck sein.
Nicht auszuschließen ist aber auch eine Benennung nach dem Vogel Fink. So gab es seit dem 15. Jh. in direkter Nachbarschaft eine Falkenfängerstation, genannt `Falkenhütte´ oder `Falkenfang´, da Falken, der Wanderfalk und der Edelfalk, zu der Zeit als Jagdvögel im Wert hoch gehandelt wurden. Sicherlich wird sich der Falkenfänger aber nicht nur mit Falken beschäftigt haben, da dafür das Angebot nicht ausreichend war. Alternativ dazu wird er auch noch den zu der Zeit für die Speisetafel des Adels sehr beliebten Finken gefangen haben. Begünstigend für einen große Population war das direkt vor seiner Haustüre liegende Finkenmoor als Süßwassersee inmitten der umgebenden sand-trockenen Dünenlandschaft. Die aus Flandern und Holland anreisenden Falkenfänger wurden nach ca. 1770 nicht mehr in der Heide gesehen.

Das Finkenmoor hat seit dem 13. Juni 1938 den Status eines Naturdenkmals. Wegen seiner Lage im direkten Einflussbereich der Nordsee wurde das Finkenmoor um 2000 Bestandteil des Nationalparkes Niedersächsisches Wattenmeer. Am 26. Juni 2009 ist es, gemeinsam mit dem Wattenmeer, Albertsee, Demor (Deemoor), sowie einem Teil der ehemaligen Nordheimstiftung (Heliosgelände), in die UNESCO-Liste des `Weltnaturerbes´ aufgenommen worden. Damit steht Cuxhaven auf einer Ebene mit weltbekannten Naturstätten wie dem Grand Canyon in den USA oder dem Great Barrier Reef vor der Küste Australiens.
Als Kuriosität gehört ebenso das verbindende Waldstück zwischen dem Finkenmoor und dem Vorland zum Watt auf einer Breite von ca. 100 Metern mit zum Schutzgebiet. Mithin hat Cuxhaven ein zum `Weltnaturerbe Wattenmeer´ gehöriges Waldstück.

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