Friedhof (jüdisch): Unterschied zwischen den Versionen

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Im Jahre 1754 erhielt der Schutzjude Nathan Abraham die Genehmigung seine im Alter von einem Jahr verstorbene Tochter in [[Brockeswald]]e zu beerdigen.  
 
Im Jahre 1754 erhielt der Schutzjude Nathan Abraham die Genehmigung seine im Alter von einem Jahr verstorbene Tochter in [[Brockeswald]]e zu beerdigen.  
An der Stelle, an der diese Beerdigung stattfand, entstand später der Friedhof für die in [[Ritzebüttel]] ansässigen Juden. Grund war eine mittelalterliche allgemeine Bestimmung, dass Juden nicht in den Gemeindegrenzen bestattet werden durften. Das Gelände weit außerhalb des Fleckens [[Ritzebüttel]] hatte [[Amtmann]] [[Langermann, Jacob|Jacob Langermann]] zur Verfügung gestellt. Im Jahre 1797 beantragte Philipp Joel offiziell die Einfriedung des Platzes, da die Gräber durch in [[Brockeswald]]e grasendes Vieh immer wieder zerstört wurden. Nach einer Erweiterung des Friedhofsgeländes im Jahre 1818 weist der Friedhof eine Größe von 865 m² auf.  
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An der Stelle, an der diese Beerdigung stattfand, entstand später der [[Friedhof]] für die in [[Ritzebüttel]] ansässigen Juden. Grund war eine mittelalterliche allgemeine Bestimmung, dass Juden nicht in den Gemeindegrenzen bestattet werden durften. Das Gelände weit außerhalb des Fleckens [[Ritzebüttel]] hatte [[Amtmann]] [[Langermann, Jacob|Jacob Langermann]] zur Verfügung gestellt. Im Jahre 1797 beantragte Philipp Joel offiziell die Einfriedung des Platzes, da die Gräber durch in [[Brockeswald]]e grasendes Vieh immer wieder zerstört wurden. Nach einer Erweiterung des Friedhofsgeländes im Jahre 1818 weist der Friedhof eine Größe von 865 m² auf.  
 
Auf dem Friedhof wurden ca. 150 – 200 Gräber errichtet. Genau Angaben sind nicht möglich, da Angaben aus der Zeit vor 1816 nicht überliefert sind.
 
Auf dem Friedhof wurden ca. 150 – 200 Gräber errichtet. Genau Angaben sind nicht möglich, da Angaben aus der Zeit vor 1816 nicht überliefert sind.
 
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Die ältesten Grabsteine stammen aus Jahren 1802 und 1805.
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Seit 1955 ist die jüdische Gemeinde in Hannover Eigentümerin des Friedhofes.
 
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Version vom 22. Mai 2011, 09:10 Uhr

Friedhof (jüdisch)

Der ehemalige jüdische Friedhof befindet sich in Brockeswalde

Lage

Der ehemalige jüdische Friedhof in Brockeswalde befindet sich nördlich des Haupteinganges des Brockewalder Friedhofes hinter dem ehemaligen Schießstand der Ritzebütteler Schützengilde.

Geschichte

Im Jahre 1754 erhielt der Schutzjude Nathan Abraham die Genehmigung seine im Alter von einem Jahr verstorbene Tochter in Brockeswalde zu beerdigen. An der Stelle, an der diese Beerdigung stattfand, entstand später der Friedhof für die in Ritzebüttel ansässigen Juden. Grund war eine mittelalterliche allgemeine Bestimmung, dass Juden nicht in den Gemeindegrenzen bestattet werden durften. Das Gelände weit außerhalb des Fleckens Ritzebüttel hatte Amtmann Jacob Langermann zur Verfügung gestellt. Im Jahre 1797 beantragte Philipp Joel offiziell die Einfriedung des Platzes, da die Gräber durch in Brockeswalde grasendes Vieh immer wieder zerstört wurden. Nach einer Erweiterung des Friedhofsgeländes im Jahre 1818 weist der Friedhof eine Größe von 865 m² auf. Auf dem Friedhof wurden ca. 150 – 200 Gräber errichtet. Genau Angaben sind nicht möglich, da Angaben aus der Zeit vor 1816 nicht überliefert sind. Die ältesten Grabsteine stammen aus Jahren 1802 und 1805. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Grabsteine der Ritzebütteler Juden auf der Vorderseite mit hebräischer Beschriftung und auf der Rückseite mit deutscher Beschriftung versehen. Entgegen des jüdischen Brauches sind die Grabsteine mit der Vorderseite nicht nach Osten, sondern nach Süden ausgerichtet. Seit 1955 ist die jüdische Gemeinde in Hannover Eigentümerin des Friedhofes.

Karte

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