Grimmershörn

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Grimmershörn meint einen Deichknick an der Elbe.

Aus einer Karte von 1725 ist zu ersehen, dass ein Landwirt Grimmer Land vor dem um 1530 erstellten `Neuen Döser Deich´ zwischen dem Seepavillon und der Kugelbake besaß. Mit der Südverlagerung der Elbe und dem entsprechenden Landverlust ging auch dieser Deich verloren, sodass 1730 eine neue Deichlinie zwischen `Hus op´n Diek´ und dem heutigen Deichknick beim Fort Kugelbake gezogen werden musste. Auch dieser Deich war schon bald nicht mehr zu halten. Im Jahre 1744 wurde aufgrund dessen ab etwa 1/3 der Deichlänge aus Ost ein neuer Deich angesetzt, der in einem großen Bogen landeinwärts am Ende kurz vor dem Knick bei der Kugelbake wieder an den alten Deich anschloss. Dieser neue östliche Deichknick erhielt im Volksmund den Namen `Grimmers Hörn´. `Hörn´ bezeichnet im Niederdeutschen einen Winkel, Knick oder eine Ecke. Aus Grimmers Hörn wurde dann umgangssprachlich `Grimmershörn´. Die neu gebildete Bucht zwischen Grimmershörn und der Kugelbake wurde demnach folgerichtig zur Grimmershörnbucht.

Bekannt ist der Bauer und Kornhändler Welken Grimmer, dessen Hof vermutlich um 1800 an der heutigen Deichtrift lag.
Der seit Jahrhunderten währende Kampf der Landwirte des Döser Deichvorlandes um eine Entschädigung für ihr verlorenes Land ist bis heute noch nicht rechtsverbindlich abgeschlossen, auch wenn die meisten Familien seit langem ausgestorben sind oder der Streit in Vergessenheit geraten ist.

Als Kuriosum sei noch gesagt, dass das Eckhaus am Grimmershörn, die neuen Seeterrassen, zum Ortsteil Döse gehört, während das benachbarte Haus der DGzRS sowie auf der anderen Seite die Exerzierhalle der ehemaligen Grimmershörnkaserne zu Alt-Cuxhaven gehören. (Im militärischen Sprachgebrauch der Kaiserzeit wurde stets orthographisch korrekt nur vom Grimmerhörn gesprochen.)