Johannesson, Rolf

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Rolf Johannesson (* 22. Juli 1900 in Berlin; † 6. Dezember 1989 in Hamburg) war ein deutscher Marineoffizier, zuletzt als "Befehlshaber der Flotte" im Dienstgrad Konteradmiral.

Konteradmiral Rolf Johannesson gilt in der Deutschen Marine bis heute als Vorbild, erst recht wegen des in seiner Autobiografie geschilderten Grundsatzes der "ganzen Wahrheit und Erziehung zur Zivilcourage". Doch er hat zeitlebens verschwiegen, dass er in den Endsiegterror des NS-Regimes schuldhaft verstrickt war.

Als Mitte April 1945 eine aus einem Bürger sowie vier Soldaten bestehende Widerstandsgruppe die Insel Helgoland vor der drohenden Bombardierung und Zerstörung retten wollte, wurde sie verraten und zum Tode verurteilt. Als "Seekommandant Elbe-Weser" und als Gerichtsherr hat der Konteradmiral Rolf Johannesson diese Unrechtsurteile bestätigt, die ohne Verteidigung und gegen die Bitte eines Marinepfarrers um Aufschub erfolgten.

Die Vollstreckung ist am 21. April 1945 innerhalb weniger Stunden nach der Verkündung der Todesurteile auf dem Schießstand Sahlenburg erfolgt.

Nach eigenem Bekunden rechnete Johannesson mit einem baldigen Kriegsende und ließ die fünf Männer für das gleiche Ziel hinrichten, das er selber angeblich anstrebte: Schutz der Heimat! Johannesson aber folgte genau den Weisungen, wie am 13. März 1945 vom Endsieg-Fanatiker und späteren Hitler-Nachfolger Dönitz gefordert: Verteidigung ist nicht nötig, Vollstreckung innerhalb von 24 Stunden!

Kritik

Eine Johannesson-Büste steht bis heute in der Aula der Marineschule Mürwik. Die besten Offiziere eines Jahrgangs an der Marineschule werden bis heute, 2020, mit dem Rolf Johannesson Preis geehrt. Eine zweifelhafte Ehrung.

In dem "Historischem Stadtlexikon für Cuxhaven" (P.Bussler) findet das Todesurteil keine Erwähnung, stattdessen findet sich einiges an Lob für den Seekommandanten Johannesson.