Küstenfunkstelle

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Küstenfunkstellen sind Funkstellen des mobilen Seefunk-Dienstes über UKW, die Nachrichten von und zu Schiffen auf hoher See telegrafisch oder telefonisch weiterleiten. In Notfällen ist über sie die Kommunikation mit den Rettungskräften möglich.

Als Seefunkdienst wird der Nachrichtenaustausch mit und zwischen Seeschiffen bezeichnet. Die ortsfesten Funkstellen dieses Dienstes werden „Küstenfunkstellen“, die beweglichen, also die Schiffe, „Seefunkstellen“ genannt. Küstenfunkstellen dienen der Vermittlung des öffentlichen Fernmeldeverkehrs (in diesem Falle Funktelegramme und -gespräche) zwischen den Seefunkstellen und den Fernmeldenetzen an Land. In früheren Zeiten, in denen es noch kein Satellitenfunk oder Handys gab, waren die Reedereien auf den Küstenfunk angewiesen.

Neben diesen kommerziellen Aufgaben gehörten die ununterbrochene Beobachtung der Telegrafie- und Sprechfunk-Notfrequenzen, die Leitung des Not- und Dringlichkeitsfunkverkehrs innerhalb des Seenotbereichs der zuständigen Küstenfunkstelle und koordiniertes Weitergeben von Informationen über Seenotfälle an die zuständigen Dienststellen und Organisationen der Rettungsdienste zum Umfang der Arbeit.

Die Geschichte der Küstenfunkstellen

Der Seefunkdienst war einer der ältesten Betriebszweige des Funkwesens.

Die Geschichte des deutschen Seefunks ist dabei eng mit der Stadt Cuxhaven verbunden.

Der spätere Geheimrat und Professor Dr. rer. nat. Jonathan Zenneck wurde von seinem damaligen Direktor Ferdinand Braun damit beauftragt, Versuche über die drahtlose Telegrafie durchzuführen. Direkt unter der Kugelbake errichtete Zenneck im Jahre 1898 seine Funkstation. Er begann seine funktelegrafischen Versuche mit den Feuerschiffen Elbe I, Elbe II, Elbe III und Elbe IV, der Insel Neuwerk, als auch mit dem Helgoland-Dampfer „Sylvana“ und mit der Insel Helgoland selber. Als er nach Abschluss seiner Tests im Winter 1900 Cuxhaven wieder verließ, konnte er ein stolzes Ergebnis mitbringen: Zenneck konnte mit Seeschiffen über Entfernungen von 70 km drahtlos telegrafieren.

Cuxhaven gilt damit als Wiege des deutschen Seefunks.

1904 wurde an der Alten Liebe in Cuxhaven die „Marinefunkenstation Cuxhaven“ errichtet, die zunächst rein militärischen Zwecken diente. Ab 1906 vermittelte sie auch Telegramme privaten Inhalts von See an die Reichspostverwaltung. Von 1910 an waren neben den Marineangehörigen auch Postbeamte bei dieser Funkstelle tätig. Schließlich übernahm 1912 die Reichspostverwaltung diese Station und betrieb sie seitdem als Küstenfunkstelle für den öffentlichen Seefunkverkehr. Damit beginnt praktisch die Geschichte von Elbe-Weser Radio.

Das Ende des amtlichen Küstenfunks in Deutschland

Durch Einführung der Satellitenkommunikation sind immer mehr Küstenfunkstellen geschlossen worden. Am 31. Dezember 1998 wurde in Deutschland der amtliche Küstenfunkdienst endgültig abgeschaltet. Heute wird die Überwachung der Seefunk-Frequenzen, z.B. auf Notrufe, durch die ehrenamtliche DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) wahrgenommen, die mit ihrem MRCC (Maritime Rescue Co-ordination Centre) in Bremen eine 24-Stunden-Hörwache sicherstellt.

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