Küstenheide

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Küstenheide bei Cuxhaven

Die Cuxhavener Küstenheiden sind die größten zusammenhängenden Heideflächen auf dem Festland an der deutschen Nordseeküste.

Die Küstenheiden im Raum Cuxhaven sind in Ausprägung und Ausdehnung einmalig auf dem deutschen Festland. Hier reicht zwischen den Ortsteilen Berensch und Duhnen die Geest mit einer Endmoräne direkt an das Wattenmeer heran und bildet eine, als "Geestkliff" bezeichnete, mehr oder weniger steile, bis 6 m hohe Abbruchkante. Auf der küstennahen Geest hat sich ein Mosaik von ausgedehnten Heiden aus Krähenbeere (Empetrum nigrum) und Besenheide (Calluna vulgaris), Sandmagerrasen, Heidemooren und Krattwäldern erhalten. Dieses Ökosystem bietet Lebensräume für über 200 nach den Roten Listen Niedersachsens bzw. Deutschlands gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Beispielhaft sind zu nennen: Lungenenzian, Faden-Segge, Mittlerer Sonnentau, Niedrige Schwarzwurzel sowie Steinschmätzer, Rebhuhn, Braun- und Schwarzkelchen, Moorfrosch und die bundesweit vom Aussterben bedrohte Laufkäferart des Goldpunktes (Calosoma auropunctatum). Seit Dezember 2004 sind die Cuxhavener Küstenheiden (ca. 900 ha) Naturschutzgebiet. Die Küstenheide verfügt über ein beschildertes Wegenetz mit Informationstafeln, Beobachtungsplattformen und Lehrpfad.

Entstehung

Wie wir heute wissen ist dieser Heidtyp durch menschliche Bewirtschaftung entstanden. Von Natur aus ständen hier Wälder aus Eichen, Birken und Buchen. Einzige Ausnahme ist dort, wo der salzige Seewind den Sand direkt am Meer über das Kliff treibt, dort hat die Krähenbeere kein Konkurrenz durch Gehölze zu befürchten.

Vor dem Mittelalter noch waldreich, war um 1790 der Geestrücken Hohe Lieth praktisch zur unbewohnbaren Heide geworden. Haustiere weideten auf den Flächen, vor allem auf der vom Dorf gemeinschaftlich genutzten Allmende und verhinderten so die natürliche Wiederbewaldung.

Weidetiere als Landschaftspfleger

Heute werden Heiden nicht mehr als Unland, sondern als wertvolle Landschaften empfunden, die es zu erhalten gilt. Was liegt also näher, als aufkommende Gehölze wie früher von Weidetieren verbeißen zu lassen. Dies erklärt, warum in den Cuxhavener Küstenheiden Schafe, Ziegen, Wildpferde und Rinder als Landschaftspfleger eingesetzt werden. Währen die Besenheide eine Beweidung geradezu braucht, reagiert die Krähenheide empfindlich auf Viehtritt. Deshalb war sie der Besenheide über Jahrhunderte unterlegen. Als dann die Beweidungsintensität zurückging, bekam die Krähenbeere „Oberhand“ und tritt jetzt „sekundär“, wie die Botaniker sagen, bestandsbildend in Ginster-Sandheiden auf. Solche Krähenbeerenteppiche vertragen keine großen Pflanzenfresser. Hier soll Gehölzaufwuchs durch lockeres Gehüt mit Schafen und Ziegen oder durch Entkusseln zurückgedrängt werden.