Knape, Walter

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Walter Knape
Knapes 90. Geburtstag

Walter Knape (* 14. Januar 1906 in Bernburg an der Saale, † 14. November 2000 in Cuxhaven) war als Dirigent, Komponist, Autor und Lehrer in Cuxhaven ansässig.

Seine Schulzeit verbrachte Knape bis zum Abitur in Magdeburg. 1927 ging er zum Studium an der Musikhochschule nach Leipzig, wo er die Fächer Musikwissenschaften, Philosophie, Pädagogik, Germanistik und Theologie belegte. Hier empfing er durch bedeutende Pädagogen und Gelehrte Anregungen in Fülle. Am Konservatorium z. B. durch Fritz Reuter und Hermann Grabner, an der Universität durch Theodor Kroyer, Hanz Driesch und Hermann August Korff. Er machte die Kapellmeisterprüfung (in Dresden) und verfasst sein Staatsexamen über `Karl Friedrich Abels Sinfonien´ Es wurde als Dissertation angenommen, aber die politische Situation des NS-Regimes verhinderte die Zuerkennung des Doktortitels.

Von 1936 bis zur Bombennacht des 4. Dezember 1943 wohnte Walter Knape mit seiner Familie in der Schwägrichenstraße 21, danach in der Nr. 15 – ein übrigens sehr `musikalisches´ Haus, denn es war auch die Adresse des damaligen Hochschulrektors Walther Davisson, der Pianisten Fritz von Bose und Amadeus Webersinke, der Gesangspädagogin Mary Himmler und (später) des Opernkapellmeisters Horst Gurgel. Doch zunächst unterbrach der 2. Weltkrieg sein Wirken, Knape wurde einberufen.

Im Juni 1945 kehrte er aus amerikanischer Gefangenschaft zurück und fand zunächst in Dessau neue Beschäftigung als Musiklehrer. Aus seinem Schülerkreis sind auch Prominente hervorgegangen (u. a. der spätere Solocellist des Gewandhauses Friedemann Erben, Mathilde Hermuth-Erben, der deutsche `Pianistenmacher´ Karl-Heinz Kämmerling). Schließlich wird er Chordirigent in Leipzig, 1954 Dozent der Musikhochschule Berlin und Initiator des gesamtdeutschen Wartburgchortreffens. Mit der Gründung der FDJ wurde 1956 unter der künstlerischen Leitung von Walter Knape und der Trägerschaft des Benzin- und Braunkohlenwerkes Böhlen aus einzelnen Betriebsgruppenchören ein Ensemblechor, später Kammerchor gebildet.

Walter Knapes kompositorisches OEuvre umfasst über einhundert Werktitel - Klavier und Orgelmusik, Chor- und Orchesterwerke, Kammermusik und Lieder. Dabei war Walter Knape keineswegs ein Mann, der im stillen Kämmerlein, in selbstgewählter Abgeschiedenheit für die Nachwelt komponiert hat. Im Gegenteil, er schrieb für den praktischen Gebrauch, scheute auch nicht vor ausgefallenen Besetzungen (z. B. Zupforchester, Intraden für Blechbläser) zurück. Er war Praktiker - Leiter verschiedener Chöre (unter anderem Leipziger Männerchor, Leipziger Singakademie). Er lehrte in den fünfziger Jahren Musiktheorie an der Ost-Berliner Musikhochschule, bewährte sich als Initiator der deutschen Ost-West-Austauschkonzerte (Wartburgfeste), solange dies möglich war, wirkte als Gastdirigent verschiedener Orchester. Als profunder Chorleiter richtet er noch in seiner Zeit in der DDR zahlreiche große Konzerte aus: Konzerte in der Kongresshalle, im Völkerschlachtdenkmal, in der Oper `Dreilinden´, in der Thomas-, Peters- und Lutherkirche, Parksingen am Gohliser Schlösschen, die jährlichen Pfingstsingen auf der Rennbahn im `Scheibenholz´. Zu den Höhepunkten gehörten die Auftritte zur Goethefeier 1949 (2000 Sänger!) und zur Beethoven-Feier 1952.

1957 siedelte er nach Cuxhaven über. Dort fand er von 1957 - 1958 Anstellung als Musiklehrer am Lichtenberg-Gymnasium, danach am Amandus-Abendroth-Gymnasium. Bis 1960 leitete er das Collegium musicum der Universität Hamburg, lehrte am Gymnasien in Hannover und wurde Theatermusikleiter. Er übernahm auch die Leitung der Cuxhavener Stadtchor-Konzerte, die das Musikleben der Stadt wesentlich bereichert und geprägt haben.

Am 14. November 2000 verstarb Knape in Cuxhaven. Er hinterließ rund 100 Kompositionen für Orchester, Kammermusik und Chöre, er machte sich einen Namen als Dirigent, Komponist [1] und Buchautor, doch galt seine ganze Liebe dem Werk von Karl Friedrich Abel (1723 - 1787). Diesen bedeutenden Meister der frühklassischen Musik und Mozart-Mentor hatte Knape wieder ans Tageslicht geholt, eigentlich „entdeckt“. Als Ergebnis seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit Leben und Werk des Londoners konnte er eine grundlegende Monographie (1973) und die 16-bändige Gesamtausgabe der Kompositionen (1976) vorlegen.

Würdigungen

1986 Verleihung der Schlossmedaille durch die Stadt Cuxhaven. 1990 Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Quellen

  • Professor Johannes Forner, Leipzig
  • Verband der Harfinisten in Deutschland e.V.
  • MARJORIE-WIKI
  • bekannt wurden vor allem das Orchestervorspiel zu Aischylos ‘ Die Perser´ und die `Sinfonietta preclassica´