Knechtsand (Sandbank)

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Kartenausschnitt Wurster Watt

Der Knechtsand ist eine Sandbank vor der Wurster Küste. Sie stellt ein wichtiges Mausergebiet für die Brandente dar.

Geschichte

Das Gebiet um den Knechtsand diente seit 1912 der Kaiserlichen Marine als Zielgebiet zum Einschießen von Krupp-Schiffsgeschützen und der Erprobung großkalibriger Schiffsmunition. Bei Altenwalde wurde zu diesem Zweck ein Schießplatz eingerichtet, von wo aus die Munition in Richtung Wattenmeer abgefeuert wurde. Ein Großteil der Munition ist aufgrund der fehlenden harten Ziele nicht explodiert. Zur Beobachtung der Schießversuche wurden am Westrand des Wernerwaldes drei Beobachtungstürme errichtet. Ein vierter Beobachtungsstand befand sich im Deichvorland vor dem Bauhof Arensch. Es handelte sich um die Türme Aegir, Berta, Caesar und Dora.

Beobachtungstürme

Nach dem 2. Weltkrieg nutzte die britische Royal Air Force Helgoland als Bombenziel.

Um der Bevölkerung Helgolands die Rückkehr zu ihrer Insel zu ermöglichen, bot der damalige Bundeskanzler Adenauer das Gebiet um den Knechtsand als Ersatz an. Unter der Ägide des damaligen Bundeskanzlers, Konrad Adenauer, war am 9. September 1952 das sogenannte "Knechtsand-Abkommen" in Kraft getreten. Durch dieses Abkommen war der „Große Knechtsand“ im Watt der Nordsee unweit Cuxhaven den Briten und den in England stationierten amerikanischen Luftstreitkräften als Bombenübungsziel zur Verfügung gestellt worden. Umgehend begannen die Briten dort ohne Rücksicht auf die Vogelwelt mit dem Zielabwurf von scharfen Spreng- und Brandbomben.

Zur Beobachtung der Abwürfe wurde in Sahlenburg der so genannte Marineturm errichtet. Dieser Turm befand sich etwa an der Stelle, an der sich zuvor der Turm Dora befunden hatte, in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Batterie Seeheim, die durch durch die Erzählung "Als Mariner im Krieg" von Ringelnatz bekannt wurde.

Gegen die Tötung der Tiere richteten sich ab Mitte der 50er Jahre heftige Proteste der Tierschützer, so dass der im Herbst 1957 auslaufende Bombenvertrag zwischen der Bundesregierung und den Briten einvernehmlich nicht verlängert wurde. Die von Peter Lehmann geschaffene Skulptur Gans und Ganter im Döser Kurpark verdeutlicht den Protest der Tierschützer.

Kurze Zeit später wurde der Knechtsand das bis dahin größte Naturschutzgebiet der BRD.

Eine Räumung der Blindgänger im Watt, deren Anzahl auf mindestens 20 Prozent aller abgeworfenen Bomben geschätzt wird, wurde aus Kostengründen verworfen. Zusammen mit der rund um den Knechtsand nach Kriegsende versenkten Munition lauert hier bis heute eine nicht zu unterschätzende Gefahr unter der Wasseroberfläche.

Das Gebiet ist in Seekarten als "unrein (Munition)" bezeichnet.

Die Besetzung des Knechtsandes

Das "Knechtsand-Abkommen" sollte 1957 verlängert werden. Die "Schutz- und Forschungsgemeinschaft Knechtsand" informierte die Presse, trommelte alle Verbündeten zusammen und rief am 8. September 1957 zu einer friedlichen Besetzung der Sandbank auf. Tatsächlich kamen Menschen aus der gesamten Bundesrepublik und machten sich mit 20 Kuttern auf den Weg zum Knechtsand. Vor laufenden Kameras loderte ein Mahnfeuer und es wurden die Europaflagge und die Flagge des Landes Wursten gehisst. Die Forderung der Demonstranten lautete, den Knechtsand von Bombenabwürfen jeder Art zu verschonen und zum Reservat zu machen. In der Bundeshauptstadt Bonn zeigte man sich wenig beeindruckt von den Protesten, das Land Niedersachsen jedoch nutzte seine Rolle als Oberste Naturschutzbehörde und erließ am 8. Oktober 1957 die "Verordnung über das Naturschutzgebiet "Vogelfreistätte Knechtsand", das mit einer Größe von 244 km² zum damals größten Naturschutzgebiet der Bundesrepublik wurde.[1]


Bomben vor Sahlenburg

Am 18. Januar 1956 meldete das Hamburger Abendblatt:
Ein neues Bombenzielgebiet, das sich nicht mehr auf dem Großen Knechtsand befindet, sondern unmittelbar vor Sahlenburg bei Cuxhaven liegt, ist von der britischen Luftwaffe in Betrieb genommen worden. Auf das Wattengebiet vor der Sahlenburger Küste werfen die britischen Kampfmaschinen Bomben mit leichtem Sprengsatz ab.

Ölsuche

RWE Dea hat am Knechtsand eine Konzession zur Ölsuche. Unter dem Großen Knechtsand befindet sich ein Salzstock. An dessen östlichem Rand haben seismische Untersuchungen Sandsteinschichten entdeckt, die 15 Millionen Tonnen Öl enthalten könnten. [2]


Fußnoten

  1. Quelle:umweltunderinnerung.de
  2. Quelle Hamburger Abendblatt Jan.2008

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