Mews-Werft

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Die Mews-Werft war eine Bootswerft am Schleusenpriel in Cuxhaven

Nach der Betriebszulassung der Werft durch die britische Besatzungsmacht im Jahr 1945 konnte der Bootsbaumeister Eduard Cordts unter dem Namen "Cuxhavener Bootswerft, Inh.E.Cordts" firmieren.

Nachdem die Besatzungsmacht die Kontrolle über die Werften an die deutsche Wirtschaftverwaltung Niedersachsen (W.V.N) übergeben hat, übernimmt Wilhelm Mews die Werft. Sie wird umbenannt in "Cuxhavener Bootswerft, Wilhelm Mews. Eduard Cordts bleibt in leitender Position bei der Werft angestellt.

Der Aufbau der Werft wurde unter schwierigsten Bedingungen begonnen. Das Ostufer des Schleusenpriels war in den Kriegsjahren in einen Schiffsfriedhof verwandelt worden, eine zerstörte Flakstellung war zu beseitigen. Trotzdem konnten zügig die ersten Arbeiten an an Fahrzeugen der Küstenfischerei ausgeführt werden. Zu den ersten Aufträgen der Werft gehörte der Bau von Arbeitsbooten und kleinen Beibooten. Mangel an Arbeitskräften und Material sowie fehlende Maschinen waren die täglich zu lösenden Probleme bis zur Währungsreform 1948, nach der die Restriktionen der Siegermächte gelockert wurden.

Der Werftaufbau ging ging langsam aber stetig voran, so entstanden auf dem Werftgelände zwischen dem Schleusenpriel und der Kapitän-Alexander-Straße Werkstätten, eine Schmiede, eine Tischlerei und die für die Werft wichtige Slipanlage, welche das bisherige Provisorium ablöste.

Schon aus der Bezeichnung "Cuxhavener Bootswerft" geht hervor, daß es die Absicht der Betriebsgründer war, sich auf den Bau von Booten und Yachten zu konzentrieren. Zwar stammte ein Großteil der Arbeitsaufträge aus diesem Bereich, es wurden allerdings auch alle Arbeiten einer Kleinwerft erledigt. Neubau, Umbau und Reparartur von Küstenfischereifahrzeugen wurden ebenso durchgeführt wie die Grundüberholungen im Bereich der Berufsschiffahrt.

Auf der Werft konnten alle Holz- und Metallarbeiten in Eigenregie durchgeführt werden, wodurch sich die Werft einen guten Ruf erworben hat. Durchschnittlich waren 20-25 Mitarbeiter bei der Werft angestellt. Bei guter Auftragslage wuchs die Mitarbeiterzahl auch auf über 30 an.

Der Schiffbau entwickelte sich allmählich von Holz hin zu Stahl und glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK).

Ein gute Einnahmequelle für die Mews-Werft war die Reparatur der hölzernen Lotsenversetzboote. Diese Quelle versiegte 1965 mit der Außerdienststellunf Lotsendampfers KERSTEN MILES. Im Lotsenbetrieb wurden jetzt nur noch GFK-Boote eingesetzt.

Den Umschwung zu den neuen Materialien machte die Mews-Werftnur sehr eingeschränkt mit. 1978 verließ der aus Eichenholz gebaute Krabbenkutter HELENE als letzter Neubau die Werft. Solide Schiffe in Handwerksarbeit gebaut waren einfach zu teuer geworden.

Nur zwei Jahre nach der Ablieferung der HELENE schied Wilhelm Mews im Jahr 1980 aus der Werft aus.

Die Werft wurde von Empting / Glüsing übernommen und firmierte als "Cuxhavener Bootswerft GmbH". Es wurden Reparaturen an Fahrzeugen der Kleinschiffahrt vorgenommen und Yachten ausgebaut. Als verantwortlicher Bootsbaumeister fungierte Eduard Cordts.