Nicolai-Armenhaus

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Das Nicolai-Armenhaus (später: Nicolai-Heim) war eine Einrichtung der Wohlfahrtspflege für arme und alte Bürger.

Bereits im 15. Jahrhundert wurde unter dem damals residierenden Amtmann Nicolaus Thode eine Bruderschaft gegründet, die unter anderem zum Ziel hatte, Armen und Bedürftigen zu helfen. Der Name der Bruderschaft wurde abgeleitet vom Heiligen Nicolaus, dem Schutzheiligen der Schiffer und Fischer, der auch Namensgeber für die im Schloss Ritzebüttel eingerichtete „Nicolai-Kapelle“ war.

Unter Amtmann Abendroth entstand in der Lehmkuhle das so genannte „Nicolai-Armenhaus“. Nach dem „Gedenkbuch des Hamburgischen Amtes Ritzebüttel“ wurde es am 7. Oktober 1818 eingeweiht. Ihm waren neben weiteren Arbeitsräumen zwei Spinnsäle, eine Korbflechterei und eine Reeperbahn angegliedert. Am 12. November 1828 wurde ein zweites Gebäude in der Lehmkuhle eingeweiht, das nun auch eine Schule mit Lehrerwohnung und ein Hospital enthielt. Im Jahre 1918 wurden die Häuser des Nicolai-Heimes zu Wohnungen umgebaut. Heute befindet sich auf dem Gelände das „Betreute Wohnen“ der „Nordseepflege“.

Bereits am 27. Mai 1909 wurde in der Papenstraße 152 (am Colonnenweg) ein neues „Nicolai-Heim“ (auch: Versorgungsheim) eingeweiht. Die Pläne für dieses Gebäude stammten von dem Grodener Architekten Achmet Steinmetz.

Dieses schützenswerte Gebäude wurde am 2. November 1990 abgebrochen, weil nach Angaben der Stadt Cuxhaven eine Sanierung unwirtschaftlich gewesen wäre. So verschwand ein weiteres historisches Cuxhavener Gebäude, im vorliegenden Falle zu Gunsten eines Baumarktes.

Quelle

Peter Bussler: „Ein Armenhaus gegen die Plage der Bettelei“, in: Niederdeutsches Heimatblatt, Nr. 711, herausgegeben vom Heimatbund der „Männer vom Morgenstern“, 2009