Raketenflugtag

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In Sahlenburg wurden zivile Raketenflugtage abgehalten.


Am 24. August 1957 veranstaltete die DAFRA[1] in Sahlenburg einen Raketenflugtag, bei dem 17 Raketen gestartet wurden. Es war das größte derartige Ereignis in der fünfjährigen Geschichte dieser Organisation und zugleich der erste größere Raketenstart nach dem Krieg in der Bundesrepublik. Gestartet wurden u.a. Ölsprühraketen für den Seenotdienst, mit deren Entwicklung die DAFRA seit etwa einem Jahr auf Anregung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger befaßt war, ferner Kleinraketen, die von der Jugendgruppe in Holzbauweise hergestellt worden waren, sowie eine 30 kg schwere meteorologische Rakete, die mit einem neuartigen Treibsatz der Deutschen Dynamit AG eineinhalbfache Schallgeschwindigkeit sowie eine Gipfelhöhe von 4.000 Metern erreichte und damit die Dimensionen des Modell-und Kleinstraketenbaus hinter sich ließ. Die noch schubstärkere zweistufige Großrakete, die wegen ungünstigen Wetters nicht gestartet werden konnte, sowie die geplante dreistufige Höhenrakete für meteorologische Forschung fielen mit jeweils 20 Kilometern Steighöhe noch deutlicher aus dem Rahmen. In den späten 50er Jahren besaßen die DAFRA-Raketen dann Feststoffantriebe, womit die DAFRA die Grauzone zwischen ziviler und militärischer Technik betrat und wichtige Erfahrungen im Umgang mit einer dual-use-Technik sammelte. Aufstiege bis auf etwa 50 km, wie sie Anfang der 60er Jahre erreicht wurden, berührten zudem die in den internationalen-Verträgen fixierte Grenze von 32 km Reichweite.

Sonderstempel



Fußnoten

  1. Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten, Bremen