Schloss Ritzebüttel: Unterschied zwischen den Versionen

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Nach Streitigkeiten mit der Stadt Hamburg und einer anschließenden Belagerung durch die Hansestadt [[1393]] ging die ehemalige Burg am [[31. Juli]] [[1394]] in den Besitz Hamburgs über. Da von [[Ritzebüttel]] aus eine Kontrolle der [[Elbe]] gut möglich war und zu dem Schloss auch größere Ländereien gehörten, war der Ort für Hamburg ein wertvoller Besitz. Die Stadt besaß so außerdem Zugang zu einem Winternothafen und konnte von hier schneller gegen die Seeräuber der [[Nordsee]] agieren.  
 
Nach Streitigkeiten mit der Stadt Hamburg und einer anschließenden Belagerung durch die Hansestadt [[1393]] ging die ehemalige Burg am [[31. Juli]] [[1394]] in den Besitz Hamburgs über. Da von [[Ritzebüttel]] aus eine Kontrolle der [[Elbe]] gut möglich war und zu dem Schloss auch größere Ländereien gehörten, war der Ort für Hamburg ein wertvoller Besitz. Die Stadt besaß so außerdem Zugang zu einem Winternothafen und konnte von hier schneller gegen die Seeräuber der [[Nordsee]] agieren.  
  
Die Amtmänner waren größtenteils Hamburger Senatoren, zu ihnen gehörte unter anderem auch der Schriftsteller [[Barthold Heinrich Brockes]]. Die [[Amtmann|Amtmänner]] residierten über 500 Jahre in dem Schloss, sie waren mit umfangreichen Befugnissen ausgestattet, die sich auch in einer ansehnlichen Ausstattung des Schlosses wiederfanden. Trotzdem war das Amt in Ritzebüttel bei den Hamburger Amtmännern nicht sonderlich beliebt, bedeutete es doch, tief in der Provinz und knapp drei Tagesreisen von den Annehmlichkeiten Hamburgs entfernt seine Pflichten zu erfüllen. 1864 wurden die Justiz und die Verwaltung des Amtes getrennt und die Hamburger Amtmänner verloren einen Großteil ihres Einflusses. 1937 schließlich wurde Cuxhaven im Zuges des [[Groß-Hamburg-Gesetz]]es gegen Altona, Harburg und Wandsbek an Preußen getauscht und das Schloss verlor endgültig seine politische Bedeutung.
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Die Amtmänner waren größtenteils Hamburger Senatoren, zu ihnen gehörte unter anderem auch der Schriftsteller [[Barthold Heinrich Brockes]]. Die [[Amtmann|Amtmänner]] residierten über 500 Jahre in dem Schloss, sie waren mit umfangreichen Befugnissen ausgestattet, die sich auch in einer ansehnlichen Ausstattung des Schlosses wiederfanden. Trotzdem war das Amt in Ritzebüttel bei den Hamburger Amtmännern nicht sonderlich beliebt, bedeutete es doch, tief in der Provinz und knapp drei Tagesreisen von den Annehmlichkeiten Hamburgs entfernt seine Pflichten zu erfüllen. 1864 wurden die Justiz und die Verwaltung des Amtes getrennt und die Hamburger Amtmänner verloren einen Großteil ihres Einflusses. [[1937]] schließlich wurde Cuxhaven im Zuges des [[Groß-Hamburg-Gesetz]]es gegen Altona, Harburg und Wandsbek an Preußen getauscht und das Schloss verlor endgültig seine politische Bedeutung.
  
 
Bis [[1981]] wurde das Gebäude für unterschiedliche Zwecke genutzt. Das Schloss war zu diesem Zeitpunkt in einem schlechten Zustand und stark sanierungsbedürftig. Für die Sanierung des Schlosses stellte es einen wichtigen Meilenstein dar, dass die Eigentumsverhältnisse am [[3. Juni]] [[1981]] erneut wechselten. An diesem Tage tauschte das Land Niedersachsen das Schloss Ritzebüttel gegen die Liegenschaft [[Elfenweg]] 15/17 (heute [[Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Cuxhaven]] und [[Staatliches Baumanagement Elbe-Weser]]) und die Stadt Cuxhaven begann mit den Planungen zur Sanierung. Die Sanierungsarbeiten, die sich aus Geldmangel immer wieder verzögerten, dauerten bis [[1996]]. Das Schloss wurde mit einem neuen Nutzungskonzept der Öffentlichkeit übergeben und beherbergt heute unter anderem ein Restaurant, Ausstellungsräume und ein Trauzimmer. Alle Räume können besichtigt werden. Auch werden auf dem Schlossgelände verschiedene Märkte ausgerichtet.
 
Bis [[1981]] wurde das Gebäude für unterschiedliche Zwecke genutzt. Das Schloss war zu diesem Zeitpunkt in einem schlechten Zustand und stark sanierungsbedürftig. Für die Sanierung des Schlosses stellte es einen wichtigen Meilenstein dar, dass die Eigentumsverhältnisse am [[3. Juni]] [[1981]] erneut wechselten. An diesem Tage tauschte das Land Niedersachsen das Schloss Ritzebüttel gegen die Liegenschaft [[Elfenweg]] 15/17 (heute [[Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Cuxhaven]] und [[Staatliches Baumanagement Elbe-Weser]]) und die Stadt Cuxhaven begann mit den Planungen zur Sanierung. Die Sanierungsarbeiten, die sich aus Geldmangel immer wieder verzögerten, dauerten bis [[1996]]. Das Schloss wurde mit einem neuen Nutzungskonzept der Öffentlichkeit übergeben und beherbergt heute unter anderem ein Restaurant, Ausstellungsräume und ein Trauzimmer. Alle Räume können besichtigt werden. Auch werden auf dem Schlossgelände verschiedene Märkte ausgerichtet.

Aktuelle Version vom 28. Januar 2019, 14:47 Uhr

Schloss Ritzebüttel
Schloss Ritzebuettel 2598.jpg
Ostseite

Das Schloss Ritzebüttel in Cuxhaven war der Wohnsitz der Hamburger Amtmänner während der Zeit der Zugehörigkeit Ritzebüttels zu Hamburg. Das Schloss, das zum Teil noch aus dem 14. Jahrhundert stammt, gehört zu den ältesten erhaltenen Profanbauten in der Region und ist heute für Besucher zugänglich.

Die Geschichte des Schlosses

Das Schloss gründet sich auf eine, um 1340 für die Lehnsherren vom Herzogtum Sachsen-Lauenburg, die Ritter Lappe, errichtete, Wehranlage. Seine erste urkundliche Erwähnung findet das Schloss in einer Urkunde vom 2. Mai 1342, mit der Wolderich Lappe, sein Sohn Johannes und Woldericus, sein Enkel, das Diakonat zu Groden stiften und dem Kirchherrn Johannes acht Morgen Land schenken. Diese Urkunde enthält den Text "Datum et actum in castro nostro Stemborch", also ausgefertigt in der "Steinburg" der Lappes in Ritzebüttel.

Nach Streitigkeiten mit der Stadt Hamburg und einer anschließenden Belagerung durch die Hansestadt 1393 ging die ehemalige Burg am 31. Juli 1394 in den Besitz Hamburgs über. Da von Ritzebüttel aus eine Kontrolle der Elbe gut möglich war und zu dem Schloss auch größere Ländereien gehörten, war der Ort für Hamburg ein wertvoller Besitz. Die Stadt besaß so außerdem Zugang zu einem Winternothafen und konnte von hier schneller gegen die Seeräuber der Nordsee agieren.

Die Amtmänner waren größtenteils Hamburger Senatoren, zu ihnen gehörte unter anderem auch der Schriftsteller Barthold Heinrich Brockes. Die Amtmänner residierten über 500 Jahre in dem Schloss, sie waren mit umfangreichen Befugnissen ausgestattet, die sich auch in einer ansehnlichen Ausstattung des Schlosses wiederfanden. Trotzdem war das Amt in Ritzebüttel bei den Hamburger Amtmännern nicht sonderlich beliebt, bedeutete es doch, tief in der Provinz und knapp drei Tagesreisen von den Annehmlichkeiten Hamburgs entfernt seine Pflichten zu erfüllen. 1864 wurden die Justiz und die Verwaltung des Amtes getrennt und die Hamburger Amtmänner verloren einen Großteil ihres Einflusses. 1937 schließlich wurde Cuxhaven im Zuges des Groß-Hamburg-Gesetzes gegen Altona, Harburg und Wandsbek an Preußen getauscht und das Schloss verlor endgültig seine politische Bedeutung.

Bis 1981 wurde das Gebäude für unterschiedliche Zwecke genutzt. Das Schloss war zu diesem Zeitpunkt in einem schlechten Zustand und stark sanierungsbedürftig. Für die Sanierung des Schlosses stellte es einen wichtigen Meilenstein dar, dass die Eigentumsverhältnisse am 3. Juni 1981 erneut wechselten. An diesem Tage tauschte das Land Niedersachsen das Schloss Ritzebüttel gegen die Liegenschaft Elfenweg 15/17 (heute Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Cuxhaven und Staatliches Baumanagement Elbe-Weser) und die Stadt Cuxhaven begann mit den Planungen zur Sanierung. Die Sanierungsarbeiten, die sich aus Geldmangel immer wieder verzögerten, dauerten bis 1996. Das Schloss wurde mit einem neuen Nutzungskonzept der Öffentlichkeit übergeben und beherbergt heute unter anderem ein Restaurant, Ausstellungsräume und ein Trauzimmer. Alle Räume können besichtigt werden. Auch werden auf dem Schlossgelände verschiedene Märkte ausgerichtet.

Schloss zum Weihnachtsmarkt

Das Schloss

Die spätmittelalterliche Burg bestand ursprünglich aus einem zweistöckigen Wehrbau, von Wällen und Wassergräben umgeben, wie die mit den Restaurierungsarbeiten einhergehenden Untersuchungen ergeben haben. Erst unter hamburgischer Ägide wurde aus der Hausburg ein Wehr- und Wohnturm mit rechteckigem Grundriss und entsprach damit dem Typus des französischen Donjon, einer Turmburg. Die Verteidigungsanlagen wurden verstärkt, so dass die Mauern damals auf eine Dicke von drei Metern erweitert und der Turm auf 21 Meter erhöht wurde, der Dachstuhl maß noch einmal zusätzliche neun Meter. Der von großen Zinnen bekrönte Turm ist im Äußeren seit seiner Erbauungszeit weitgehend unverändert. Dieser Turm bildet noch heute den Kern der vollständig aus Backstein erbauten Anlage.

Im 17. Jahrhundert wurde dem Turm an der Vorderseite ein Anbau aus Fachwerk vorgesetzt, der mit seinen drei Türmchen und einem großen Eingangstor das Hamburger Stadtwappen zitierte. Dieses Portalgebäude wurde im 18. Jahrhundert wieder abgetragen und durch den bis heute erhaltenen, fünfachsigen barocken Vorbau ersetzt. Die Verteidigungsanlagen des Schlosses wurden im Laufe der Jahrhunderte weitgehend abgebrochen und sind heute nur als Fragmente im Schlosspark zu erkennen.

Im Schloss befinden sich Ausstattungsmerkmale und Baudetails aus fast 600 Jahren Kunstgeschichte. Im Inneren des Wehrturms findet sich noch das ursprüngliche, gotische Backsteingewölbe der ersten Bauphase. Weiter erhalten sind neben den Festsälen im zweiten und im dritten Stockwerk die Wohnräume der Amtmänner mit einer Ausstattung aus der Zeit um 1900.

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