Seeadler GmbH

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Werk Seeadler an der Neufelder Straße
DSAG Neufelder Straße

Die Seeadler GmbH war ein fischverarbeitender Betrieb der Nordsee-Reederei in der Neufelder Straße

Geschichte

Seeadler ist aus der 1910 in Cuxhaven gegründeten Deutschen Seefischhandelsgesellschaft AG (DSAG) hervorgegangen. Die DSAG schloß sich 1928 der “Nordsee“ an und wurde 1944 in Seeadler umbenannt.

Der Cuxhavener Nordsee-Industriebereich bestand aus mehreren räumlich voneinander getrennten Anlagen. Der neu erbaute Neue Fischereihafen lag für die bestehende Fischindustrie nicht sehr günstig, deshalb wurde der Bau einer neuen Betriebsstätte für „Seeadler“ beschlossen und in Angriff genommen. Das Richtfest für das neue Werk „Seeadler“ im Februar 1957 war ein besonderes Ereignis für Cuxhaven und die Fischwirtschaft. Mit der neuen Produktionsstätte wurden neue Maßstäbe für rationelle und größtmögliche Betriebshygiene gesetzt. Der in sich geschlossene Komplex umfasst 25.000 m² in zum Teil fünfgeschossiger Bauweise.

Schon bei der Planung hatte die Qualität der Erzeugnisse im Vordergrund gestanden, Geräumige Kühlkeller mit abgestuften Temperaturen stellten sicher, dass die Halb- und Fertigfabrikate frisch blieben. Die Produktion in dem neuen Werk an der Neufelder Straße lief im Jahr 1957 an.

In seiner Blütezeit gehörte „Seeadler“ zu den größten und leistungsfähigsten Fischindustriebetrieben auf dem europäischem Kontinent.

Das isländische Parlament setzte 1975 ein Gesetz zur Einrichtung einer 200 Seemeilen Fischereizone in Kraft. Damit begann der Untergang der deutschen Fischindustrie, dem auch das Werk zum Opfer fiel. Während die deutsche Hochseeflotte 1974 noch 380.000 Tonnen Fisch anlandete, sind es 1983 gerade noch 180.000 Tonnen gewesen. 500 Menschen zitterten um ihren Job, bis das Land Niedersachsen sich entschloß, für 30 Millionen Mark den Betrieb zu kaufen und günstig an die "Nordsee" zurückzuverpachten.

1985 hat die EG-Kommission aufgrund des Kaufs der Cuxhavener Fischfabrik "Seeadler" durch das Land Niedersachsen ein Untersuchungsverfahren wegen Verdachts auf unerlaubte Beihilfe eingeleitet. Hannover hatte die Fabrik von der Unilever- Tochter "Nordsee" für 30 Millionen Mark erworben und der "Nordsee" die Nutzung des Betriebes für eine Jahresmiete von 500 000 Mark erlaubt. Letzendlich halfen alle Maßnahmen nichts, das Werk Seeadler schloß seine Tore.

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