Small Waterplane Area Twin Hull: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Small Waterplane Area Twin Hull''' (SWATH) bezeichnet eine spezielle Rumpfform von Schiffen, die besonders unempfindlich gegen [[Seegang]] ist. Sie wurde 1938 von ihrem Erfinder Frederick George Creed der Britischen Marine vorgestellt, wofür ihm 1946 im Vereinigten Königreich ein Patent zuerkannt wurde. Bei ihr befinden sich zwei torpedoförmige Auftriebskörper unter der Wasseroberfläche, und eine über Wasser angeordnete Plattform ruht darauf mit beispielsweise vier Stützen, die eine minimale Wasserlinienfläche bilden. Schiffe, die nach diesem Bauprinzip konstruiert sind, werden als SWATH bezeichnet, weitere gebräuchliche Namen sind '''Trisec''', '''Sea Sulky''' sowie die russische Bezeichnung '''suda s maleu plotschtschadju waterlinii''' (SMPW) und der Name '''„semi-submerged catamaran“''' (SSC).
 
Das '''Small Waterplane Area Twin Hull''' (SWATH) bezeichnet eine spezielle Rumpfform von Schiffen, die besonders unempfindlich gegen [[Seegang]] ist. Sie wurde 1938 von ihrem Erfinder Frederick George Creed der Britischen Marine vorgestellt, wofür ihm 1946 im Vereinigten Königreich ein Patent zuerkannt wurde. Bei ihr befinden sich zwei torpedoförmige Auftriebskörper unter der Wasseroberfläche, und eine über Wasser angeordnete Plattform ruht darauf mit beispielsweise vier Stützen, die eine minimale Wasserlinienfläche bilden. Schiffe, die nach diesem Bauprinzip konstruiert sind, werden als SWATH bezeichnet, weitere gebräuchliche Namen sind '''Trisec''', '''Sea Sulky''' sowie die russische Bezeichnung '''suda s maleu plotschtschadju waterlinii''' (SMPW) und der Name '''„semi-submerged catamaran“''' (SSC).
  

Version vom 18. Juni 2007, 21:05 Uhr

Datei:Lotse-Elbe.jpg
Das Lotsen-Schiff Elbe in Cuxhaven

Das Small Waterplane Area Twin Hull (SWATH) bezeichnet eine spezielle Rumpfform von Schiffen, die besonders unempfindlich gegen Seegang ist. Sie wurde 1938 von ihrem Erfinder Frederick George Creed der Britischen Marine vorgestellt, wofür ihm 1946 im Vereinigten Königreich ein Patent zuerkannt wurde. Bei ihr befinden sich zwei torpedoförmige Auftriebskörper unter der Wasseroberfläche, und eine über Wasser angeordnete Plattform ruht darauf mit beispielsweise vier Stützen, die eine minimale Wasserlinienfläche bilden. Schiffe, die nach diesem Bauprinzip konstruiert sind, werden als SWATH bezeichnet, weitere gebräuchliche Namen sind Trisec, Sea Sulky sowie die russische Bezeichnung suda s maleu plotschtschadju waterlinii (SMPW) und der Name „semi-submerged catamaran“ (SSC).

Dieses Verfahren zur Minimierung von Vertikalbewegungen im Seegang ist Halbtauchern, einer Bauform von Bohrplattformen, entlehnt. Soweit möglich wird ausgenutzt, dass die Amplituden der Wasserbewegung exponentiell mit der Tiefe abnehmen.

Die erwünschte Eigenschaft dieser Bauweise, dass Seegang kleinstmögliche Tauchbewegungen verursacht, bewirkt gleichzeitig die unerwünschte Eigenschaft, dass Tauchauslenkungen nur sehr geringe Rückstellkräfte verursachen – das System verhält sich wie eine sehr weiche Feder. Dem begegnet man mit aktiv gesteuerten Flossen, die das System in Fahrt stabilisieren.

Auf den ersten Blick und wenn das Unterwasserschiff nicht zu sehen ist kann ein SWATH mit einem Katamaran verwechselt werden.

Wenn die beiden Propeller an den Auftriebskörpern angeordnet sind, reicht der Platz nicht aus, um koaxial dazu Dieselmotoren unterzubringen. Stattdessen kommen dieselelektrische Antriebe zum Einsatz, bei denen sich der Dieselmotor in der Plattform über Wasser befindet.

SWATHs werden z. B. als Lotsenschiff eingesetzt.

Es ist geplant, die Schiffe der deutschen Bundeszollverwaltung – des Wasserzoll – langfristig durch große Boote vom SWATH-Typ zu ersetzen.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

Der große Vorteil der SWATH Schiffe ist, das sie auch bei starkem Seegang sehr ruhig im Wasser liegen, was z. B. den Ausbruch der Seekrankheit bei an Bord befindlichen Personen verhindern kann. SWATH ist daher die geeignete Bauform für Schiffe, auf denen die Besatzung auch bei starkem Wellengang weiterarbeiten muss. Auf Grund der ruhigen Lage ist diese Bauform sehr gut geeignet für Forschungsschiffe, die wegen der Aussetz- und Aufnahmearbeiten umfangreicher Messeinheiten und dem Einsatz bewegungsempfindlicher Geräte auf geringe Bewegungen angewiesen sind. Sie ermöglicht daher auch Forschungsaktivitäten bei hohem Seegang.

Nachteile

Dem Vorteil der sehr ruhigen Fahrt bei starkem Seegang steht als Nachteil gegenüber, dass das Volumen der Auftriebskörper (und damit die maximal mögliche Verdrängung) im Vergleich zu normalen Schiffen gleicher Größe gering ist. Bei starken Gewichtsveränderungen zwischen leerem und beladenem Zustand besteht deshalb die Gefahr, dass die Tauchkörper teilweise aus dem Wasser kommen oder das Schiff zu tief ins Wasser eintaucht. Die SWATH Bauform ist daher besonders für Schiffe geeignet, deren Gesamtgewicht inklusive Ladung etc. bei jeder Fahrt annähernd gleich ist und sich nicht stark verändert. Die Swath-Schiffe haben auch einen für ihre Tonnage relativ großen Tiefgang.

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