Stickenbüttel

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Wappen Karte
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Basisdaten
Einwohner
Fläche
Postleitzahl:
Telefonvorwahl: 04721

Stickenbüttel ist seit 1935 Stadtteil Cuxhavens.

Gelegen am Knotenpunkt der Dörfer Steinmarne/Döse, Duhnen und Sahlenburg wird Stickenbüttel 1310 erstmalig urkundlich erwähnt. Es tritt nur wenig ins Licht der Geschichte, ist eher ein stilles Landdorf am Rande der Geest, der sich bis Duhnen und Steinmarne ziehenden Hohen Lieth. Ausgehend von einem kleinen Dorfkern an der Kreuzung der Wege Döse - Sahlenburg und Duhnen - Westerwisch besiedelten sich in der Hauptsache die Strecken nach Döse und nach Westerwisch, heute Dorfstraße und Brockeswalder Weg. Im Westen Stickenbüttels liegt die Geest, im Osten die Döser Marsch mit der Döser Wettern.

Attraktion Stickenbüttels war zwischen Mitte des 18. Jh. und Mitte des 20 Jh. der am südlichen Rand der Gemeinde gelegene Brockeswald, ein viel und gern besuchtes Naherholungs- und Vergnügungsziel.

Wrackmuseum

Mit dessen Niedergang siedelte sich dann 1980 im Ortskern Stickenbüttels das für Europa einzigartige Wrackmuseum an. Es zeigte auf privater Basis durch seinen Begründer, den Nautiker Peter Baltes, gesammelte Exponate gesunkener Schiffe, sowie der Taucherei, die dieser in mühevoller Kleinarbeit selbst geborgen und restauriert hatte. Dargestellt wurde das Ganze in der alten Stickenbütteler Schule in ansprechender, interessanter Weise, zum Teil durch übersichtliche Dioramen. Sein Umfang ging vom noch versiegelten Glas mit eingelegten Früchten aus einem Schiffswrack bis zum Zweimann-U-Boot mit einsehbarer Seitenwand. Das Wrackmuseum war ein großer Anziehungspunkt für Einheimische und Urlauber; seine Bestände sind inzwischen in das Museum Windstärke 10übergegangen.

Stickenbüttel liegt gemeinsam mit den umliegenden Geestgemeinden Sahlenburg, Duhnen und Steinmarne auf kulturell reichhaltigem Grund. So wurden in der Gegend von Heimatforschern und Instituten Unmengen geschichtlicher Artefakte zutage gebracht. Als ein Höhepunkt wurde 1926 der so genannte "Stickenbütteler Brunnen" ausgegraben, ein aus dem 2. Jh. stammender chaukischer Holzbrunnen. Er ist lt. Karl Waller der "vollkommenste Brunnentyp aller Zeiten. Technik und Anlage können als einzigartig bezeichnet werden". Mit ihm wurden naturgemäß auch andere Funde getätigt.
Am 28. September 1928 wurde von dem Lehrer und Heimatforscher Klaus Oellerich in Stickenbüttel mit dem Hirtenhaus Hamburgs erstes Freilichtmuseum eingeweiht. 1929 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt, musste aber dennoch abgerissen werden, nachdem es im Zweiten Weltkrieg stark verfallen war. Die ausgelagerte Einrichtung erlag den kalten Wintern der Nachkriegszeit.

Stickenbütteler Windeiche 1928

Stickenbüttels bekanntestes Naturdenkmal war die Stickenbütteler Windeiche am nach ihr benannten Windeichenweg. Im April 1938 unter Naturschutz gestellt, musste die etwa 100 Jahre alte Eiche dennoch ausgerechnet am 50. Jubiläum des Fremdenverkehrsvereines, am 13. April 1981, wegen zunehmender Fäulnis gefällt werden. Das Laubdach ihrer Krone überspannte die gesamte Straßenbreite. Heute findet sich an ihrem Platz ein Pavillon der Tourismusbehörde. Geblieben ist sie im Stickenbütteler Ortswappen.

Jugendherberge Stickenbüttel

Ab Dezember 1923, also vor dem Anschluss an Cuxhaven, verfügte Stickenbüttel über eine eigene Jugendherberge, später über zwei. Nicht bekannt ist, wann diese geschlossen wurden.

Militärisch war Stickenbüttel eingefasst Richtung Döse durch den ehemaligen Schirrhof, ein militärisches Arsenal und Pferderemise, sowie Richtung Duhnen durch das Fort Thomsen, eine Geschützstellung. Beides stammt aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.

Heute ist Stickenbüttel gewohnt ruhig und damit gerngesehene preiswerte Unterkunft für Gäste Cuxhavens.

Geschichtlicher Kurzüberblick

  • 1310 wird Stickenbüttel als Styckenbuttle in einem Handelsvertrag zwischen Hamburg und dem Land Hadeln erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1740 erschließt Ratsherr Heinrich Brockes ein Waldstück im südlichen Stickenbüttel als Naherholungsziel für Cuxhavener. Sein ihm verliehener Name: Brockeswald.
  • 1923 schließt die Elektrizitätsgenossenschaft Stickenbüttel unter Mitarbeit der Hamburger Elektrizitätswerke den gesamten Ort innerhalb von zehn Tagen an das Stromnetz an.
  • 1928 wird die "Windeiche", das Wahrzeichen Stickenbüttels, unter Naturschutz gestellt.
  • 1928 Einrichtung eines Freibades in Stickenbüttel.
  • 1930 Erneuerung des Bades.
  • 1931 wird der Stickenbütteler Verkehrsverein gegründet.
  • 1935 gibt Hamburg seine Gemeinde Stickenbüttel im Cuxhavenvertrag im Tausch an die Stadt Cuxhaven ab.
  • 1967, 1. April Schließung des Freibades wegen Baufälligkeit.
  • 1973 brennt das "Waldschloss", eines der beliebtesten Ausflugsziele in Cuxhaven, bis auf die Grundmauern ab. Der ehemalige Standort war zwischen Brockeswald und den BSV-Sportanlagen.
  • 1980 öffnet das Wrackmuseum seine Pforten.
  • 1981 muss Stickenbüttels Wahrzeichen, die Windeiche, gefällt werden.

Karte

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