Windmühle: Unterschied zwischen den Versionen

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Im Jahre [[1846]] erbaut der Bäckersohn Johann Peter Feldtmann auf dem Geländes des späteren Parkplatzes ehem. Kaufhaus Herti direkt an der [[Altenwalder Wettern]] die '''[[Feldtmann´sche Mühle]]''', eine Dampfmühle, die er ein Jahr später in Betrieb nimmt.Aufgrund der Elbblockade durch dänische Kriegschiffe 1848 und der damit verbundene Verknappung und damit Verteuerung der englisch Kohle kommt er in finanzielle Schieflage. Als Ausweg sieht er sich genötigt auf dem Dach des Mühlengebäudes einen Windantrieb zu installieren - ohne amtliche Erlaubnis. Das wiederum führt zu heftigen Protesten der eingesessenen [[Windmühle|Mühlenbesitzer]] vor dem [[Amtmann]]. Die Gewerbefreiheit [[Ritzebüttel]]s sicherte ihm jedoch den Weiterbetrieb. Infolge der Kohlenkrise und der zusätzlichen Kosten für den Windantrieb war er jedoch gezwungen den Mühlenbetrieb [[1850]] aufzugeben. Er verkaufte die Mühle an seinen Hauptgläubiger, den cuxhavener Ziegeleibesitzer Krüger. Gleichzeitig wurde die Mühlenkonzession eingezogen und damit die Mühle stillgelegt. Im Frühjahr [[1852]] wird sie nochmals, diesesmal auf Abbruch verkauft. Käufer ist der Gastwirt und Zolleinnehmer an der Westerreihe, Claus Jungclaus, ein ehem. Lehrer aus Oxstedt. Dieser läst die Mühle zerlegen und in Oxstedt neu aufstellen. Nach 1873 erwirbt C. Ed. Emil [[Dölle]] das Grundstück an der Wettern und erbaut dort [[Dölles Hotel]] am [[Kaemmererplatz]]. Das Mühlengebäude baut er zum öffentlichen Dampf-Badehaus aus. Um 1900 richtet er in dem Mühlengebäude einen Stromgenerator ein, mit dem er sein Hotel und ab 1904 das Uhrmachergeschäft Thiedemann in der [[Nordersteinstraße]] versorgte.
  
 
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Version vom 10. Januar 2010, 02:38 Uhr

Windmühlen im Nahbereich Cuxhavens

Diese Seite zeigt Windmühlen in Cuxhaven

Übersicht

Altenbruch

Osterende

Warningsmühle.jpg

Nahe dem Versammlungsplatz Warningsacker stand am Warnigsackerweg die Warningsackermühle. Bockwindmühle, die bereits auf alten Karten aus dem Jahre 1625 verzeichnet ist. Abgebrochen im Jahr 1925, als letzte Verwalter der Mühle werden Christoph Küchmeister und seine Mutter genannt.





Osterende 15

Die Mühle wurde bereits vor dem 30-jährigem Krieg erwähnt. Bis 1914 arbeitete die Holländermühle von Johann Eckhoff mit Windantrieb, danach mit Motorkraft.





Osterende-Wehldorf

In Wehldorf an der Höftgrube stand die Marien- oder Überbraaker Mühle, auch bekannt als Wurstmühle. Nähere Angaben z.Z. nicht bekannt. Heute Wehldorfer Straße 56.


Westerende

Windmuehle 5164.jpg

Um 1900 entstandene Fotographie der Altenweger Mühle in Altenbruch-Westerende, auch als Grodener Mühle bezeichnet. Sie fiel, wie viele Mühlen in der Gegend, am 21. Dezember 1925 einem Sturm zum Opfer.





Westerende

Neben der B 73 in Altenbruch, Mühlentrifft, Ecke Alter Weg stand die `Sandwegsmühle´. Näheres z.Z. nicht bekannt. Heute befindet sich dort ein Anwesen.


Altenwalde

Die Altenwalder Mühle befand sich am Platz des Lehrschwimmbeckens der Altenwalder Schule.

Bis 1768 im Besitz des Klosters Neuenwalde, 1535 erbaut. 1648 im Sturm gefallen. 1670 vom Blitz getroffen, wieder aufgebaut. 1703 im Sturm gefallen, wieder aufgebaut. 1911 entgültig abgerissen


Döse

Muehle-Doese-5199.jpg

Die Döser Mühle (Westermühle) war eine Bockwindmühle an der Steinmarner Straße. Die Mühle wird erstmals im Jahre 1521 erwähnt und ist damit die älteste Mühle in Cuxhaven. Sie lieferte hauptsächlich Schrot und Roggenmehl. Am 18. Juli 1937 wurde die Mühle gesprengt.





Groden

Mühle-5162.jpg

Die Grodener Mühle, auch Schütt´s Mühle war eine Bockwindmühle. Standort war der Alte Hadelner Seebandsdeich.
Wie auch die Mühlen in Döse und Ritzebüttel unterstand diese Mühe der Aufsicht des Amtmanns, d.h. sie gehörte der Stadt Hamburg. Um 1560 erbaut versah sie ihren Dienst bis in das 20. Jh. hinein. Die Mühle wurde am 14. April 1945 während des letzten Luftangriffes auf Cuxhaven durch eine Bombe zerstört.

Weiteres Bild s. u.




Lüdingworth

Muehle-Luedingworth-5163.jpg

Steffens Mühle, früher Bullenmühle, heute Betty, befindet sich an der Norderscheidung, der Grenze zwischen den Ortsteilen Altenbruch und Lüdingworth. Eine erste Erwähnung findet die Bullenmühle am 21. Februar 1563, als Daniel von der Medem die Mühle an Johann Bulle verkauft. Am 1. April 1884 gelangt sie in das Eigentum von Peter Heinrich Steffens. Die Bockmühle wird am 11. November 1901 durch einen Sturm zerstört. Im Winter 1901 und Frühjahr 1902 erfolgt der Wiederaufbau an gleicher Stelle als Erdholländer mit geputztem Mauerwerk und Windrose. Sie hat je einen Mahl- und Schrotgang. Die Kosten dieser Mühle betrugen nach vorliegendem Kostenvoranschlag des Mühlenbaumeisters Fr. Grothmann vom 04. Dezember 1901 = 20.000 RM. Der Müller Georg Steffens übernahm diese Mühle im April 1925. 1927 wird die Mühle mit einem Dieselmotor ausgestattet, der in Flauten zum Einsatz kam. Bis 1962 wird hier vom Müller Haase, der die Mühle 1960 pachtete, noch mit Windkraft gemahlen. Nachdem ein schwerer Sturm erneut einen Teil der Flügel zerstörte, wurden als letztes die Stahlteile der Flügel, die so genannten "Bruststücke", im Jahre 1975 entfernt.
Nachdem ein Verfall der Mühle abzusehen war, gelang es dem hessischen Unternehmer Michael Pauly, die Mühle von den Erben zu erwerben und schloss im Jahre 1994 die Sanierung ab. Leider ist mit dem Einbau einer Ferienwohnung ein Teil der Inneneinrichtung zerstört worden. Dennoch konnte ein Schmuckstück für Lüdingworth erhalten werden, dem es zu verdanken ist, dass die "Niedersächsische Mühlenstraße" durch Lüdingworth führt.
Anzumerken ist noch, dass sich die Mühle südlich der Norderscheidung, also auf Lüdingworther Gebiet befand, der Müller jedoch nördlich der Norderscheidung wohnte, also Altenbrucher war.
Aufnahmedatum unbekannt.



Weges Mühle.jpeg

Die Schedenhörner Mühle, besser bekannt als Weges Mühle, wurde in den Jahren 1835/1836 als Erdholländer mit Steert gebaut. Seit 1895 war sie im Besitz der Familie Wege. Nach dem mehrfachen Verlust von Flügeln durch Blitzschlag, 2. Weltkrieg und Sturm (1949) wurde der Betrieb der Mühle trotz zwischenzeitlich eingebauter Motoren eingestellt. Die Mühle wurde 1954 abgerissen. Das Motorenhaus wird noch heute als Garage genutzt. Im Gegensatz zu Steffens Mühle befanden sich hier Mühle und Motorenhaus an der Norderscheidung auf Altenbrucher Gebiet, während das Wohnhaus auf Lüdingworther Gebiet stand.
Aufnahmedatum unbekannt.








Im Lüdingworther Westerende stand die so genannte Freudenmühle, benannt nach ihrem langjährigen Pächter von Freuden. Diese Bockwindmühle wurde am 9. November 1701 von einem Blitz getroffen und in Schutt und Asche gelegt. Der damalige Pächter Claus Karstens baute die Mühle nicht wieder auf. Über einen Neubau stritt man sich letztlich 95 Jahre, bis man sich dann entschied, eine Mühle am Wetternweg neu zu errichten (s.u.). Das stehengebliebene Haus wurde 1728 abgebrochen. Die Lokalität der ehemaligen Mühle ist heute die Lüdingworther Straße 18.






Mühle am Wetternweg.jpeg

1796 wurde von Johann Kröncke die Eckhoff´sche Mühle, eine Galerieholländermühle mit Steert gegenüber dem ehemaligen Rabensteiler Krug (heute Kreuzung Autobahn 27 / Lüdingworther Straße) als Ersatz für die im Jahre 1701 durch Blitzschlag zerstörte "Freudenmühle" (s.o.) erbaut. Es war eine landesherrschaftliche Erbzinsmühle. Krönckes Sohn und Enkel waren seine Besitznachfolger, wobei der Enkel, Wolderich Kröncke, schuldenhalber dieses Anwesen an seine Gläubiger abtreten musste. Die Gläubiger verpachteten die Mühle an Wilhelm Johanns. Sie ging 1840 an Johann Grimnitz und 1852 an Johann Wicht über, der den Erbzins ablöste. 1884 wird Jakob Johann Wicht als Nachfolger genannt, seit 1891 war Frau Jungclaus Besitzerin dieser Mühle. Als letzter Besitzer wird Jakob Eckhoff genannt. Nach ihm die Mühlenbezeichnung. Er erwarb diese Mühle im Jahre 1894 und betrieb sie bis zu ihrem Abriss im Jahre 1920.
Aufnahmedatum unbekannt.








Oxstedt

Muehle-Oxstedt-5159.jpg

Das Bild zeigt die Mühle und die Gastwirtschaft Harms in Oxstedt, ein Erdholländer mit Steert.
Das Datum der Aufnahme ist nicht bekannt.





Ritzebüttel

Muehle Ritzebuettel 5198.jpg

Das um 1892 enstandene Bild zeigt die Fleckenmühle in der Deichstraße. Die Mühle wurde nach Reineke im Jahre 1526 erbaut.
Im April 1894 wurde die Mühle zerlegt und nach Klint verkauft, wo sie noch über Jahre Dienst tat.




Verwandte

Im Jahre 1846 erbaut der Bäckersohn Johann Peter Feldtmann auf dem Geländes des späteren Parkplatzes ehem. Kaufhaus Herti direkt an der Altenwalder Wettern die Feldtmann´sche Mühle, eine Dampfmühle, die er ein Jahr später in Betrieb nimmt.Aufgrund der Elbblockade durch dänische Kriegschiffe 1848 und der damit verbundene Verknappung und damit Verteuerung der englisch Kohle kommt er in finanzielle Schieflage. Als Ausweg sieht er sich genötigt auf dem Dach des Mühlengebäudes einen Windantrieb zu installieren - ohne amtliche Erlaubnis. Das wiederum führt zu heftigen Protesten der eingesessenen Mühlenbesitzer vor dem Amtmann. Die Gewerbefreiheit Ritzebüttels sicherte ihm jedoch den Weiterbetrieb. Infolge der Kohlenkrise und der zusätzlichen Kosten für den Windantrieb war er jedoch gezwungen den Mühlenbetrieb 1850 aufzugeben. Er verkaufte die Mühle an seinen Hauptgläubiger, den cuxhavener Ziegeleibesitzer Krüger. Gleichzeitig wurde die Mühlenkonzession eingezogen und damit die Mühle stillgelegt. Im Frühjahr 1852 wird sie nochmals, diesesmal auf Abbruch verkauft. Käufer ist der Gastwirt und Zolleinnehmer an der Westerreihe, Claus Jungclaus, ein ehem. Lehrer aus Oxstedt. Dieser läst die Mühle zerlegen und in Oxstedt neu aufstellen. Nach 1873 erwirbt C. Ed. Emil Dölle das Grundstück an der Wettern und erbaut dort Dölles Hotel am Kaemmererplatz. Das Mühlengebäude baut er zum öffentlichen Dampf-Badehaus aus. Um 1900 richtet er in dem Mühlengebäude einen Stromgenerator ein, mit dem er sein Hotel und ab 1904 das Uhrmachergeschäft Thiedemann in der Nordersteinstraße versorgte.

Windmotor Duhnen 1.jpg

Um 1900 gab es in Duhnen auf dem Bauernhof Ernst Schumann, heute Hotel `Strandperle´, auf einer neuerbauten Scheune eine Dach-Windmotor. Dieser war ausschließlich als Antriebseinheit für die bäuerlichen Arbeitsgeräte bestimmt. Zu der Zeit war diese Art `Dachwindmühlen´ weit verbreitet im Norden. Ein Exemplar steht heute noch zwischen Skagen und Hirtshals in Dänemark (s. Bild). Sie alle waren nicht sehr hoch, der Statik wegen, jedoch hatten alle norddeutschen Dach-Windanlagen Jalousien und Windrose.

Um 1911 ist die `Mühle´ auf einer Ansichtskarte mit nur noch zwei Flügeln zu sehen. 1912 ist sie dann ganz verschwunden.

Weitere Bilder s.u.

Gerdts Mühlenbetrieb.jpg

In der Wilhelm-Heidsiek-Straße 25 befand sich der Mühlenbetrieb Max Gerdts mit Verkauf von Getreide, Futter und Düngemitteln.




Lagekarten von 1877

Bilder