Helgoland
Helgoland (niederdeutsch für Heiliges Land, friesisch und Halunder (Deät) Lun bzw. Hålilönj, englisch Heligoland, vermutlich gleicher Wortstamm wie Hallig, bei antiken Schriftstellern Abalus oder Basileia genannt) ist Deutschlands am weitesten vom Festland entfernte Nordsee-Insel in der Deutschen Bucht und die einzige Hochseeinsel Deutschlands.
Helgoland ist zwar Teil des deutschen Wirtschaftsgebiets, gehört aber weder zum Zollgebiet der Europäischen Union (Art. 3 Abs. 1 ZK) noch zum deutschen Steuergebiet.
Inhaltsverzeichnis
Lage
Helgoland, dessen Hauptinsel zusammen mit der benachbarten „Strandinsel“ Düne eine Gemeinde im Kreis Pinneberg im Bundesland Schleswig-Holstein bildet, stellt innerhalb der Deutschen Bucht die nordwestliche Begrenzung der Helgoländer Bucht dar und liegt etwa 70 km vom Festland entfernt. Beide Inseln liegen im Naturschutzgebiet Helgoländer Felssockel.
Helgoland, das aus der rund 1 km² großen Hauptinsel sowie der etwa 0,7 km² großen Düne besteht, liegt etwa 70 Kilometer südwestlich der Südspitze von Sylt, 43 Kilometer westlich der Westküste der Halbinsel Eiderstedt, 62 Kilometer nordwestlich der Elbemündung, 55 Kilometer nordwestlich der niedersächsischen Küste bei Cuxhaven, 43 Kilometer nördlich von Wangerooge, 70 Kilometer nordöstlich von Norderney und 95 Kilometer nordöstlich von Borkum. Die genaue Lage von Helgoland ist 54°11' nördliche Breite und 7°53' östliche Länge.
Hauptinsel
Die Hauptinsel von Helgoland wird in das Oberland, das Mittelland und das Unterland unterteilt. Sie besitzt im Süden und im Norden einen kleinen Nichtbadestrand und fällt im Norden, Westen und Südwesten in steilen Klippen gut 50 Meter zum Meer hin ab; im Meer fällt das Gelände im Südwesten im Helgoländer Becken bis 56 m unter NN ab. Am Nordwestende der Hauptinsel befindet sich das bekannteste Wahrzeichen Helgolands – die Lange Anna.
Lange Anna
Die nachfolgende Erzählung ist eine lokal überlieferte Geschichte, deren historischer Wahrheitsgehalt nicht belegt ist.
Nach einer in Meldorf überlieferten Anekdote aus der Kaiserzeit soll der Name des Helgoländer Felsens „Lange Anna“ auf eine Frau aus Dithmarschen zurückgehen. Der Überlieferung zufolge nahm nach dem Übergang Helgolands an das Deutsche Reich im Jahr 1890 ein Verwandter des Meldorfer Gastwirts Bahnsen, Betreiber des Forsthauses (später „Bärenklause“) in der Norderstraße, seinen Wohnsitz auf Helgoland. Dort eröffnete er nahe der Steilküste ein Vergnügungs- und Tanzlokal mit Blick auf den markanten Felsen.
Wenig später soll ihm eine ehemalige Schulkameradin aus Meldorf gefolgt sein: Anna Beckmann aus Ammerswurth (heute Ortsteil von Meldorf). Die als großgewachsen und schlank beschriebene junge Frau übernahm die Bewirtung des Lokals. Der Überlieferung nach verabredeten sich die Insulaner mit den Worten: „Lass uns mal zur langen Anna gehen.“ Aus dieser Redewendung soll sich schließlich der Name des weithin sichtbaren Felsens entwickelt haben, der seit mehr als einem Jahrhundert offiziell „Lange Anna“ heißt.
Für diese Namensherleitung existieren jedoch keine zeitgenössischen Quellen oder wissenschaftlichen Belege. Sie gehört vielmehr zum regionalen Erzählgut und stellt eine volkstümliche Erklärung für die Herkunft des Namens dar. Das erwähnte Lokal besteht heute nicht mehr.
Bevor sich die „Lange Anna“ durchsetzte, wurde die Formation im späten 19. Jahrhundert übrigens auch „Hengst“ genannt. Damals stand dort ein massiver Doppel-Felsen, dessen Form die Seeleute an einen Pferdekopf erinnerte.
Düne
Die benachbarte Insel Düne befindet sich jenseits der kleinen Meeresstraße Reede, die in Nord- und Südreede unterteilt wird, etwa 1,5 Kilometer östlich der helgoländischen Hauptinsel. Sie wird als Badeinsel bzw. als eine flache Strandinsel bezeichnet und war früher mit Helgoland verbunden.
Die Sprengung Helgolands
Nach der militärischen Nutzung als U-Boot-Bunker im zweiten Weltkrieg haben die Engländer am 18. April 1947 versucht, Helgoland komplett zu zerstören. Es wurde um 13.oo vom britischen Zerstörer "Lasso" aus die größte nichtnukleare Sprengungen der Geschichte gezündet. Die gigantische Explosion erschütterte die kleine Insel gewaltig. Aber Helgoland trotzte der Kraft von 6700 Tonnen Sprengstoff und Munition.
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Bilder
Karl Biese: Der Moench auf Helgoland
Karl Biese: Die Nonne
Karl Biese: Insel Helgoland Nordspitze