Von Holte, Hinrich

Aus cuxpedia
Version vom 2. Oktober 2026, 09:18 Uhr von Clark (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „'''Hinrich von Holte''' (auch Henrich von Holte) war in den Jahren 1577 bis 1578 Amtmann zu Ritzebüttel und damit oberster Vertreter der Stadt Hamburg…“)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hinrich von Holte (auch Henrich von Holte) war in den Jahren 1577 bis 1578 Amtmann zu Ritzebüttel und damit oberster Vertreter der Stadt Hamburg in dem Gebiet an der Elbmündung, das heute zur Stadt Cuxhaven gehört.

Person und Herkunft

Über Herkunft, Lebensdaten und Werdegang des Hinrich von Holte ist in der überlieferten Literatur kaum etwas festgehalten. Er entstammte wie andere Träger dieses Namens dem Umfeld des hamburgischen Rates. Die Familie von Holte ist im Ritzebütteler Amt mehrfach nachweisbar: Bereits 1465–1471 verwaltete Georg von Holte(n) das Amt, 1464 zunächst für sechs Wochen als Vertreter. 1513 bis 1519 amtierte Gerhard von Holte, der 1513 einen Priester für die ehemalige St. Nicolai-Kapelle annahm. In den 1580er Jahren trat außerdem Diedrich von Holte als Vertreter des Amtmanns in Erscheinung.

Amtszeit 1577 bis 1578

Hinrich von Holte übernahm das Amt in einer unruhigen Übergangsphase. Bis 1577 waren die Amtszeiten der Ritzebütteler Amtmänner unterschiedlich lang gewesen; in einer Phase war das Amt teilweise sogar verpachtet worden. Erst 1577 legte der Hamburger Rat eine regelmäßige Amtsdauer von sechs Jahren fest – Hinrich von Holte gehört damit zu den ersten Amtmännern unter dieser neuen Ordnung.

Seine Vorgänger und Begleitumstände sind in den Quellen detailliert überliefert:

  • 1564–1576: Balthasar von Meinssen, Vogt und Pächter (1575–1576 vertreten durch Joachim Beckendorf)
  • 1576–1577: Verwalter Hieronymus Huge, 1576 vertreten durch Simon Parseval
  • Januar bis November 1577: Jürgen Guerdes als Verwalter bzw. „Hauptmann der Stadt Hamburg"
  • 1577–1578: Hinrich von Holte als Amtmann

Nach dem Ende seiner Amtszeit folgten weitere Übergangslösungen: Im Januar 1578 wirkte Jürgen von Holte als Verweser, von Januar bis Mai 1578 übernahm erneut Jürgen Guerdes die Verwaltung, ehe Hinrich von Kroghe von 1578 bis 1579 das Amt führte. Nach dessen Tod verwalteten von Februar bis April 1579 seine Erben den Amtsbezirk.

Das Amt Ritzebüttel im 16. Jahrhundert

Ritzebüttel war seit 1394 eine hamburgische Exklave an der Elbmündung; die Stadt hatte die Steinburg und die umliegenden Dörfer von den Rittern Lappe erworben. Der Amtmann vereinigte in seiner Person Teile der staatlichen Verwaltung, der Rechtsprechung und der militärischen Gewalt und residierte im Schloss Ritzebüttel, dem Verwaltungsmittelpunkt des Amtes. Noch bis ins 16. Jahrhundert hinein war für den Amtmann auch die Bezeichnung „castellanus" oder „Schloßhauptmann" gebräuchlich, bevor sich der Titel „Amtmann" durchsetzte.

Die Stellung galt als wenig begehrenswert: Das Leben im Amt war einfach, und die Verbindungen nach Hamburg waren schlecht – eine Fahrt von Hamburg nach Ritzebüttel bedeutete eine dreitägige Reise. Zugleich waren die Amtmänner durch die Ferne der Aufsicht außerordentlich selbstständig in ihrem kleinen Herrschaftsbereich. Zum Amtmann wurden in der Regel Mitglieder des hamburgischen Rates berufen. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ließ Hamburg die Befestigungen am Schloss mit großem Kostenaufwand erweitern und modernisieren, um den Fortschritten der Kriegstechnik Rechnung zu tragen.

Quellenlage und Namensvarianten

Die Amtszeit des Hinrich von Holte ist in mehreren Verzeichnissen überliefert, die in Schreibweise und Detailtiefe voneinander abweichen:

  • Hermann Borrmann (Daten zur Geschichte des Amtes Ritzebüttel und der Stadt Cuxhaven, 1982) führt die ausführlichste Liste und verzeichnet ihn als Hinrich von Holte, 1577–1578.
  • Die Listen nach Grandauer / Klasing / Obst nennen ihn als Henrich von Holte.
  • Das Verzeichnis bei Friedrich Adolf Becker (Cuxhaven und das Amt Ritzebüttel, Hamburg 1880) verzeichnet für 1577 zunächst Jürgen Guerdes als „Hövetmann" bzw. „Hauptmann der Stadt Hamburg", dann Hinrich von Holte für 1577–1578 und Hinrich vom Kroghe für 1578.

Bedeutung

Hinrich von Holte steht am Beginn der 1577 neu geordneten Amtszeitregelung und damit an einem Wendepunkt der Ritzebütteler Verwaltungsgeschichte. Seine kurze Amtszeit fällt in eine Phase, in der das Amt nach Jahren pachtweiser Verwaltung und häufigen Vertretungen wieder in regelmäßige Bahnen gelenkt wurde – ein Muster, das sich gleichwohl fortsetzte: Auch nach 1577 kam es immer wieder zu Vertretungen und Abweichungen von der regulären sechsjährigen Amtszeit.