Bi de Höpen (Grabhügelgruppe)
Die Grabhügelgruppe Bi de Höpen ist eine archäologische Fundstätte bei Berensch, einem Ortsteil des Cuxhavener Stadtteils Berensch-Arensch. Die Fundstelle gehört zu den bedeutenden vorgeschichtlichen und frühmittelalterlichen Bodendenkmälern im Raum der Cuxhavener Küstenheiden.
„Bi de Höpen“ ist niederdeutsch und nimmt Bezug auf die Flur bzw. Landschaft „Höpen“. Die Grabhügelgruppe liegt in der Umgebung des Höpenbergs und des Grabhügels Schipbarg. Ein kartierter archäologischer Fundpunkt von „Bi de Höpen“ liegt bei etwa 53°49′32″ nördlicher Breite und 8°35′54″ östlicher Länge.
Inhaltsverzeichnis
Archäologische Bedeutung
Die Fundstelle ist insofern besonders interessant, als sie eine lange Nutzungsgeschichte des Platzes erkennen lässt. Nach Angaben zum Vorgeschichtspfad Berensch-Arensch reicht die Belegung der Grabhügelgruppe von der Bronzezeit bis in das frühe Mittelalter. Damit steht die Fundstelle in einer Landschaft, in der sich zahlreiche archäologische Zeugnisse verschiedener vorgeschichtlicher und frühgeschichtlicher Epochen konzentrieren.
Die Stadt Cuxhaven weist in ihrer Darstellung der archäologischen Geschichte der Küstenheiden darauf hin, dass Grabhügel insbesondere aus der älteren Bronzezeit im Cuxhavener Raum noch in größerer Zahl erhalten sind. Zu den genannten Anlagen gehören unter anderem der Twellberg, der Höpenberg, der Kahle Berg und der Helmersberg.
Eine Besonderheit von „Bi de Höpen“ ist jedoch die spätere Nutzung beziehungsweise Belegung des Fundplatzes. Nach der Stadt Cuxhaven fehlen im Cuxhavener Raum für das 6. und 7. Jahrhundert weitgehend archäologische Nachweise. Erst ab dem 8. Jahrhundert treten wieder einzelne Gräber auf. Das Gräberfeld „Bi de Höpen“ wird in diesem Zusammenhang als Hinweis auf eine erneute Besiedlung des Gebietes durch friesische Siedler genannt.
Untersuchungen durch Karl Waller
Mit der Erforschung der Fundstelle ist insbesondere der Cuxhavener Lehrer und Heimatforscher Karl Waller verbunden. Waller führte im Rahmen seiner archäologischen Tätigkeit zahlreiche Untersuchungen und Fundbergungen im Cuxhavener Raum durch.
Ein Beitrag in den Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte hebt hervor, dass Waller neben Fundplätzen der vorrömischen Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit und der Völkerwanderungszeit auch Fundplätze des frühen Mittelalters untersuchte. Zu diesen wird ausdrücklich Berensch „Bi de Höpen“ gezählt. Seine Tätigkeit war für die archäologische Dokumentation des Cuxhavener Gebietes von großer Bedeutung, da zahlreiche Befunde und Fundstücke ohne seine Arbeit möglicherweise nicht dokumentiert worden wären.
Einordnung in die archäologische Landschaft von Berensch
Die Grabhügelgruppe ist Teil einer außergewöhnlich reichen archäologischen Landschaft rund um Berensch und Arensch. In unmittelbarer und näherer Umgebung befinden sich weitere vorgeschichtliche Fundstellen, darunter der Grabhügel Schipbarg, das Gräberfelder Waterpohl und Voßberg sowie die bronzezeitlichen Grabhügel Drei Berge, Fuchsberg und Goldberg.
Diese Fundplätze dokumentieren die unterschiedliche Nutzung der Landschaft über einen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden. Während die Grabhügel vor allem mit vorgeschichtlichen Bestattungen verbunden sind, geben die späteren Gräberfelder Hinweise auf die Siedlungs- und Bevölkerungsgeschichte der Region während der Eisenzeit und des frühen Mittelalters.
Vorgeschichtspfad Berensch-Arensch
Die Grabhügelgruppe „Bi de Höpen“ ist eine Station des Vorgeschichtspfades Berensch-Arensch. Der 2011 eröffnete Rundweg verbindet mehrere archäologische und historische Sehenswürdigkeiten in Berensch und Arensch. Informationstafeln erläutern dabei die einzelnen Fundstellen und ihre Bedeutung für die Geschichte der Region.
Der Vorgeschichtspfad verbindet unter anderem den Grabhügel und die Siedlungsspuren am Schipbarg, „Bi de Höpen“, die eisenzeitlichen Gräberfelder Waterpohl und Voßberg sowie die bronzezeitlichen Grabhügel Drei Berge, Fuchsberg und Goldberg. Damit lässt sich an den Fundstellen beispielhaft die Entwicklung der Besiedlung und Bestattungssitten in der Landschaft um Berensch nachvollziehen.
Bedeutung für die Geschichte Cuxhavens
„Bi de Höpen“ besitzt über die Bedeutung als einzelne archäologische Fundstätte hinaus einen besonderen Stellenwert für die Frühgeschichte Cuxhavens. Der Fundplatz gehört zu den wenigen Stellen, an denen sich die Wiederaufnahme menschlicher Besiedlung im Cuxhavener Raum nach der weitgehend fundleeren Zeit des 6. und 7. Jahrhunderts archäologisch fassen lässt.
Die Einordnung in das 8. Jahrhundert und die folgenden Jahrhunderte macht die Fundstelle daher zu einem wichtigen Zeugnis für die frühmittelalterliche Entwicklung der Region. Zugleich zeigt die Verbindung mit älteren Grabhügeln, dass die Landschaft um Berensch bereits lange vor dem Mittelalter als Lebens- und Bestattungsraum genutzt wurde.
Literatur und Quellen
- Stadt Cuxhaven: Cuxhavener Küstenheiden – Geschichtliches / Vor- und Frühgeschichte (Archäologie).
- Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte: Beitrag zur archäologischen Tätigkeit Karl Wallers und zu den archäologischen Fundplätzen im Raum Cuxhaven.
- Vorgeschichtspfad Berensch-Arensch, Station „Grabhügelgruppe Bi de Höpen“.
- Kartografische Daten zur Lage der archäologischen Fundstelle „Hügelgrab Bi de Höpen“.
Karte
Kartendaten ©OpenStreetMap contributors - Open Database License (ODbL)