Reederei Hussmann & Hahn: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Reederei wurde im November 1936 gegründet und bildete eine eigene Abteilung innerhalb des Fischgroßhandel- und Fischverarbeitungsunternehmens in Cuxhaven. Im gleichen Jahr hatte sie bereits zwei Fischdampfer bei deutschen Werften bestellt, über den Bau weiterer Schiffe wurde verhandelt. Bei den einzelnen Schiffen hielten neben Hussmann & Hahn auch Diedrich Hahn und weitere Mitreeder Partenanteile.
 
Die Reederei wurde im November 1936 gegründet und bildete eine eigene Abteilung innerhalb des Fischgroßhandel- und Fischverarbeitungsunternehmens in Cuxhaven. Im gleichen Jahr hatte sie bereits zwei Fischdampfer bei deutschen Werften bestellt, über den Bau weiterer Schiffe wurde verhandelt. Bei den einzelnen Schiffen hielten neben Hussmann & Hahn auch Diedrich Hahn und weitere Mitreeder Partenanteile.
  
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Aktuelle Version vom 15. Februar 2021, 15:06 Uhr

Reederei Hussmann&Hahn

Die Reederei wurde im November 1936 gegründet und bildete eine eigene Abteilung innerhalb des Fischgroßhandel- und Fischverarbeitungsunternehmens in Cuxhaven. Im gleichen Jahr hatte sie bereits zwei Fischdampfer bei deutschen Werften bestellt, über den Bau weiterer Schiffe wurde verhandelt. Bei den einzelnen Schiffen hielten neben Hussmann & Hahn auch Diedrich Hahn und weitere Mitreeder Partenanteile.

Bei diesen Dampfern handelte sich es sich um die beiden Schwesterschiffe GAULEITER FORSTER (PC 306) und die erste GAULEITER TELSCHOW (PC 307) vom Typ Uranus der Schiffbaugesellschaft Unterweser im heutigen Bremerhaven. 1938 folgte der dritte Neubau GAULEITER BÜRCKEL (PC 315) von der Seebeckwerft in Bremerhaven. Es waren nach dem letzten Stand der Technik gebaute Schiffe mit einem Rumpf in Maierform. Heimathafen der Schiffe wurde Cuxhaven. Zur Versorgung der Schiffe unterhielt das Unternehmen eine Reparaturwerkstatt und eine Netzmacherei.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die drei Fischdampfer im Rahmen der Mobilmachung im September 1939 von der Kriegsmarine übernommen, umgebaut und als Hilfsminensuchboote bzw. Vorpostenboote eingesetzt. Alle drei Schiffe wurden während des Krieges versenkt. Die Anschaffung von drei weiteren Schiffen für die Reederei war trotz des Krieges geplant: Der vierte Fischdampfer, die GAULEITER BOHLE, lief 1940 bei der Seebeckwerft vom Stapel und wurde sofort in die Kriegsmarine als Vorpostenboot eingegliedert – auch dieser Dampfer wurde im Krieg versenkt.

Im Frühjahr 1941 übernahm Hussmann & Hahn die Bereederung des Fischdampfers GÜNTHER von Gerhard und Elisabeth Schütze aus Brandenburg/Havel, mit dem der Fischfang wieder aufgenommen werden konnte. Auch dieses Schiff ging noch 1941 nach einem Minentreffer verloren. Als letzten Neubau im Krieg bestellte die Reederei die zweite GAULEIER TELSCHOW. Die Seebeckwerft gab den Auftrag an die niederländische Werft de Merwede in Hardinxveld weiter, lieferte die Baupläne und Materialien. Kurz vor Kriegsende wurde das zu etwa 80 Prozent fertig gestellte Schiffe nach Deutschland geschleppt und nach Kriegsende fertig gebaut.


Nach Kriegsende nahm die Reederei als erstes einen reparierten Dampfer in Betrieb: Die ursprünglich von der Sowjetunion beauftragte SEVERYANKA wurde nach Beginn des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion beschlagnahmt, als V1111 in Dienst und im Juli 1944 nach einem sowjetischen Fliegerangriff ausgebrannt außer Dienst gestellt. Repariert stellte Hussmann & Hahn den Dampfer am 20. Dezember 1945 als FAHRWOHL wieder in Dienst. Allerdings musste sie das Schiff bereits im Februar 1946 an die Sowjetunion abliefern. Bereits einen Monat zuvor, im Januar 1946, hatte die Reederei den als zweite GAULEITER TELSCHOW begonnene und als VORWÄRTS fertig gebauten Fischdampfer auf Fangreise geschickt. Bis 1949 war der Dampfer für Hussmann & Hahn im Einsatz, dann musste er an die Niederlande abgeliefert werden. Noch 1948 hatte Hussmann & Hahn die am Kriegsende versenkte und wieder reparierte GAULEITER BÜRCKEL als GLÜCKAUF übernommen. 1952 verkaufte sie den Dampfer an die "Nordsee" Deutsche Hochseefischerei in Cuxhaven, die sie als DONAU in Dienst stellte.

Als Ersatz für die abgelieferte VORWÄRTS charterte die Reederei von der Fischdampfer-Treuhandgesellschaft das kleine von den USA zur Verfügung gestellte Fischereimotorschiff MARGEE AND PAT II. 1952 wurde das Schiff an die USA zurückgegeben. Als letztes Schiff übernahm die Reederei 1951 den Neubau ELBE von der Seebeckwerft. 1954 verkaufte sie ihn wieder, ebenfalls an die Nordsee Deutsche Hochseefischerei. Das Schiff sank ein Jahr später bei einer Kollision, bei der 15 Seeleute ums Leben kamen. Nach dem Verkauf der ELBE 1954 gaben Hussmann & Hahn den Reedereibetrieb auf.


Eigene und bereederte Schiffe

Daten zum Zeitpunkt der Ablieferung.

Schiffsname Baujahr Werft Tonnage in Fahrt Foto Anmerkungen
GAULEITER FORSTER (PC 306) 1937 Schiffbaugesellschaft Unterweser, Bremerhaven 425 BRT 1937–1939 25. Oktober 1939 zur Kriegsmarine als M 1208, am 11. Februar 1942 nach Minentreffer gesunken.
GAULEITER TELSCHOW (1) (PC 307) 1937 Schiffbaugesellschaft Unterweser, Bremerhaven 428 BRT 1937–1939 16. September zur Kriegsmarine als V 206, am 20. Oktober 1939 als V 209.
Am 20. November 1939 nach U-Boot-Torpedotreffer gesunken.
GAULEITER BÜRCKEL (PC 315) 1938 Seebeckwerft, Bremerhaven 489 BRT 1938–1939
1948–1952
24. September 1939 zur Kriegsmarine als M 1501, ab 19. März 1943 als NH 05
beim Sperrversuchskommando. Am 9. April 1945 in Kiel durch Luftangriff gesunken,
1946 repariert, 1948 als GLÜCKAUF bei Hussmann & Hahn.
1952 an Nordsee verkauft, als DONAU in Dienst, 1961 abgebrochen.
GAULEITER BOHLE (PC 326) 1940 Seebeckwerft, Bremerhaven 505 1940–1940 Am 6. November 1940 zur Kriegsmarine als M 1902, am 14. Juli 1943 als V 5911 und am 1. April 1944 als V 6101.
Am 25. September versenkt.
GÜNTER (PG 271),
ex SEELÖWE, ex FRITZ BUSSE
1918 Eiderwerft in Tönning 237,5 BRT 1941–1941 Am 7. Oktober 1941 durch eine Mine gesunken.
FAHRWOHL (PC 335),
ex CHRISTIAN WENDIG, ex SEVERYANKA
1941 Norderwerft, Hamburg 589 BRT 1945–1946 1939 sowj. Auftrag SEVERYANKA, 1941 beschlagnahmt, im November als CHISTIAN WENDIG fertiggestellt,
Dienst als V 1111. Am 21. Juli 1944 bei Fliegerangriff ausgebrannt.
Am 20. Oktober 1945 als FAHRWOHL bei Hussmann & Hahn.
Ab 7. Februar 1946 sowjetisches Vermessungsschiff PLANETA und
ab 30. November 1946 Fischereischiff DVINA. Abgewrackt:1966
GAULEITER TELSCHOW (PC 336) 1943–1945 de Merwede, Hardinxveld/Niederlande 525 BRT 1946–1949 Bau für Hussmann & Hahn begonnen, ab 1944 für Kriegsmarine als UJ 1228 vorgesehen,
1945 Fertigstellung bei Seebeck, Januar 1946 als VORWÄRTS bei Hussmann & Hahn.
1949 an Niederlande abgeliefert, in Dienst als TZONNE,
ab 1959 mehrere Eignerwechsel. 1982 vor Marokko gestrandet.
MAGEE & PAT II, (BX 565) 1946 Wheeler, Whitestone / New York 188 BRT 1949–1952 1949 als Ersatz für VORWÄRTS von den USA zur Verfügung gestellt. 1952 erfolgt die Rückgabe an die USA.
ELBE (NC 390) 1951 Seebeckwerft, Bremerhaven 397 BRT 1951–1954 1951 in Dienst gestellt, 1954 an die "Nordsee" Deutsche Hochseefischerei in Cuxhaven verkauft, 1955 gesunken.