Bohrdt, Hans

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Hans Bohrdt

Hans (Johannes) Bohrdt ( * 11. Februar 1857 in Berlin, † 19. Dezember 1945 Berlin) war als Kunstmaler häufig in Cuxhaven und auf Neuwerk tätig.

Schon in der frühen Kindheit wurde das Interesse Bohrdts zur Schifffahrt erkennbar. Als Jugendlicher macht er auf Seereisen sein `Studien nach der Natur´, wird in Valpareiso tropenkrank. 1880 stellt er erstmals in Berlin aus und wird dort 1886 sesshaft. Ich gleichen Jahr tritt er dem `Verein Berliner Künstler´ bei, ebenso dem `Verband Deutscher Illustratoren´. Als Autodidakt beschäftigt er sich im Zuge des Berliner Flottenbauprogramms intensiv mit der Marine- und Historienmalerei. Gefördert von Kaiser Wilhelm II., dem er Malunterricht erteilte [1] und der ihn wiederholt zu Fahrten ins Mittelmeer und zum Nordkap einlud, schuf er zahlreiche, zumeist maritime und Marine-Gemälde. Er wird Mitglied des kaiserlichen Yachtclubs in Kiel und 1998 zum Professor ernannt, empfängt zahlreiche Ehrungen und Orden. 1906 bekommt er vom Kaiser eine großzügige Villa in der Altensteinstraße, Berlin, geschenkt.

Bohrdt bei Malen auf Sylt

Mit dem Ende des 1. Weltkrieges und der Abdankung des Kaisers war die große Zeit der Marinemalerei in Deutschland und die des Malers Hans Bohrdt vorbei. Er erstellt jetzt hauptsächlich maritime Postkarten, Illustrationen für Bücher, Zeitschriften und Reedereien, verfasst aber auch selber Bücher [2].

Am 25. April 1945 in Berlin ausgebomt, verstarb Bohrdt vereinsamt wenig später im Altenheim. Er hinterlässt einen ebenfalls malenden Sohn. Sein ehemaliges Haus beherbert heute das Instituts für Prähistorische Archäologie der Universität Berlin.

Hans Bohrdt hielt sich zu Studienzwecken zwischen 1896 und 1911 mehrfach in Cuxhaven, Neuwerk und Scharhörn auf. Die Maler Bohrdt, Hünten, Lange und Wolters beabsichtigten bei einem Aufenthalt auf Neuwerk 1901, dort eine Malerkolonie zu gründen. Sein maritimes Erleben hier beschreibt er in verschiedenen, zum Teil noch erhaltenen Veröffentlichungen nieder.

Sein wohl bekanntestes Werk, wenn auch bereits kurz nach Fertigstellung verschollen, ist `Der letze Mann´. Es wurde bereits im Deutschland des verlierenden Krieges zum Synonym für deutschen Heldenmut, von dem sogar der erste Offizier der an der Schlacht beteiligten Kent äußerte: "Ich wollte, meine Leute würden so heldenhaft zu sterben wissen, wenn es mal zum letzten Augenblick käme." Es war als Postkarte oder Bildmotiv in unzähligen deutschen Haushalten vorhanden.

Bilder

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Fußnoten

  1. Ausspruch des Kaisers: "Wenn ich das Talent gehabt hätte, wäre ich kein Kaiser, sondern Marinemaler geworden." Ausspruch Bohrdts: "Der Kaiser empfindet das Meer als Maler und sieht es als Seemann."
  2. z.B. `Deutsche Schiffahrt in Wort und Bild´
  3. hier Feuerschiff Elbe 2 (Museum für Hamburgische Geschichte)
  4. an der Schwingemündung bei Stade
  5. Heute `Segelschulschiff Deutschland´ in Elsfleth liegend (Deutsches Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven)
  6. Vizeadmiral z. D. Hermann Kirchhoff: `Der Seekrieg 19141915´, herausgegeben 1915 bei Hesse & Becker in Leipzig: S. 185: "Nach einem Bericht aus englischer Quelle teilt Konsul Stubenrauch noch folgende Episode von dem Untergang des kleinen Kreuzers "Leipzig" (Seeschlacht bei den Falklandinseln am 8. Dezember 1914) mit: Auf der "Leipzig" hatte sich die Mannschaft auf dem Vorderdeck aufgestellt und weigerte sich, der Aufforderung zur Übergabe nachzukommen. Als der Kreuzer schon gekentert war und einen Augenblick kieloben trieb, schwamm ein Matrose an das Schiff heran, kletterte hinauf, eine deutsche Fahne schwingend, und ging dann mit ihm unter." Das Bild gilt seit 1916 als verschollen.