Munition im Watt

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Vor Cuxhaven befindet sich einer der Schwerpunkte von Munitionsfunden an der Niedersächsischen Nordsee. Das Wattgebiet vor Sahlenburg ist auffällig bei der Suche nach Munition im Watt.[1]


Im Sahlenburger Wattgebiet befindet sich ein Restinventar an Munition, durch welches eine Gefahr für Wattwanderer und Fischer ausgeht. Auch im Duhner Wattgebiet kommt es zu Munitionsfunden.

Zwischen 2006 und 2009 wurden folgenden Munitionsmengen gefunden:

Überschrift
Fundort Anzahl Gewicht Schwerpunkt
Sahlenburger Watt 326 1923 kg 15cm Granaten
Duhner Watt 223 209 kg kleinere Granaten


Im Sahlenburger Watt wird seit 1970 Munition geräumt. Dokumentiert ist in den Jahren 1971 bis 1974 eine geräumte Menge von 9.035 Granaten und weiterer Munition (Insgesamt 9.553 Stück Munition und 1.050kg Munitionsteile). In den Jahren von 1975 bis 1990 wurden im Bereich des Sahlenburger Watts etwa 35.800 Granaten (insgesamt 43.655 Stck. Munition und 29.450 kg Munitionsteile) geräumt.

Ursprünglich wurde davon ausgegangen, dass es sich überwiegend um Munition handelte die vom Altenwalder Schießstand aus verschossen worden war. Auf Grund der Fundstellen überwiegend an den Wattkanten zu den Prielen hin, ging man später eher von einer Versenkung mit Hilfe von Kuttern aus, wenngleich das Sahlenburger niemals offizielles Versenkungsgebiet war. Auch ist von Versuchskörpern bzw. Übungsmunition die Rede, die von Altenwalde aus verschossen worden sind.

Das Gelände bei Altenwalde, das früher bis an das Wattenmeer heranreichte, wurde schon ab 1892 für Manöver der kaiserlichen Truppen genutzt. Ab 1912 richtete man auf der Liegenschaft den Marineartillerie-Schießplatz Altenwalde zur Erprobung Großkalibriger Schiffsmunition und zum Einschießen von Krupp-Schiffsgeschützen ein. Der Schießbetrieb ist vom Schießplatz Altenwalde aus in das Sahlenburger Watt erfolgt.

Im Sahlenburger Watt wurden zwischen 1971 und 1974 im Sahlenburger Watt ohne gezielte Räumung etwa 3.000 Munitionsteile je Jahr gefunden. In den letzten Jahren waren es nur noch etwa 100 Stck./Jahr. Der überwiegende Teil der Fundmunition weist mehr oder weniger starke Korrosionsspuren auf, enthält aber nach wie vor noch Sprengstoff. Munitionsbruchstücke machen nur einen kleinen Teil der gesamten Munitionsfunde aus.

Weblink

Weiterführende Informationen unter www.schleswig-holstein.de


Fußnoten

  1. Quelle KBD Niedersachsen 2009