Buxtehude, Meinhard
Meinhard Buxtehude (* um 1367/1370 in Hamburg; † 1417 in Ritzebüttel) war ein hamburgischer Jurist, Ratsherr und Bürgermeister. Von 1412 bis 1417 amtierte er als dritter Hamburger Amtmann im Amt Ritzebüttel. Seine Regierungszeit an der Elbmündung stand im Zeichen des Krisenmanagements nach einer verheerenden Naturkatastrophe und der Sicherung der noch jungen Hamburger Landesherrschaft.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft und Ausbildung
Meinhard Buxtehude entstammte einer angesehenen Hamburger Kaufmannsfamilie. Er war der Sohn des Kaufmanns Johann von Wighersen (genannt Buxtehude). Er schlug eine akademische Laufbahn ein und studierte an der juristischen Fakultät der Prager Universität, wo er im Jahr 1385 den Grad eines Baccalaureus iuris (Rechtsgelehrter) erwarb. Meinhard war mit einer Frau namens Geseke (einer verwitweten Erpman) verheiratet; die Ehe blieb kinderlos.
Politischer Aufstieg in Hamburg
Nach seiner Rückkehr nach Hamburg machte Buxtehude schnell Karriere in der städtischen Politik. Im Jahr 1395 wurde er als erster ausgebildeter Jurist überhaupt in den Hamburger Rat gewählt. Nur vier Jahre später, im Jahr 1399, stieg er zu einem der Bürgermeister der Stadt auf. Vor seiner Entsendung an die Elbmündung war er für Hamburg und den Hansebund als Diplomat und Heerführer im gesamten Nord- und Ostseeraum im Einsatz.
Amtmann in Ritzebüttel (1412–1417)
Am 21. November 1412 wurde Meinhard Buxtehude als Amtmann (Kastellan) auf das Schloss Ritzebüttel entsandt und trat damit die Nachfolge von Johann Luneborch an. Damit übernahm eine der politisch hochrangigsten Persönlichkeiten Hamburgs die Verwaltung der Exklave. Als Amtmann vereinte er die Funktionen des obersten Verwalters, Richters und militärischen Befehlshabers, um das erst 1394 von den Herren Lappe eroberte Gebiet für den Hamburger Seehandel zu sichern.
Die Cäcilienflut 1412
Buxtehudes Amtsantritt fiel exakt auf den Tag einer schweren Naturkatastrophe: Am 21. November 1412 traf die verheerende Cäcilienflut die Nordseeküste. Die Sturmflut forderte in den Küstengebieten tausende Menschenleben und richtete im Amt Ritzebüttel immense Schäden an Deichen, Gebäuden und Ländereien an. Buxtehudes erste Amtsjahre waren deshalb massiv von der Organisation des Deichwiederaufbaus und der wirtschaftlichen Stabilisierung der Region geprägt. Meinhard Buxtehude verstarb im Jahr 1417 direkt am Ende oder kurz nach seiner Amtszeit in Ritzebüttel. Sein Nachfolger wurde Marquard Schreye.
Literatur
- Friedrich Adolf Becker: Cuxhaven und das Amt Ritzebüttel. Ein Beitrag zur Geschichte und Entwicklung des Landes. Hamburg 1880.
- Arthur Obst: Grandauer's Gedenkbuch des Hamburgischen Amtes Ritzebüttel. Cuxhaven 1892.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Johann Luneborch | Amtmänner von Ritzebüttel (1412 - 1417) |
Marquard Schreye |