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Teufelsstein (Berensch)

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Der Teufelsstein in Berensch ist ein Findling von etwa 1,5 Metern Länge, der einige Meter westlich der Berenschen Dorfstraße liegt. Er ist eine Station des Vorgeschichtspfads Berensch-Arensch und verbindet geologische Besonderheiten mit lokaler Sagengestaltung. Die Oberfläeche des Steins weist Vertiefungen auf, die an Schalensteine erinnern, und hat eine regionale Teufelssage hervorgerufen.

Lage und Beschreibung

Der Stein befindet sich in der Dorfmitte von Berensch, wenige Meter westlich der Berenschen Dorfstrasse. Mit einer Länge von etwa 1,5 Metern ist er ein auffälliges Gebilde im Ortsbild. Die Oberfläche zeigt mehrere kleine, runde Vertiefungen, die oberflächlich an die Schalengruben vorgeschichtlicher Schalensteine erinnern. Diese Vertiefungen sind vermutlich natürlichen Ursprungs, haben jedoch die Entstehung der zugehörigen Sage beeinflusst.

Herkunft des Steins

Einer lokalen Überlieferung zufolge wurde der Teufelsstein in der Nähe eines Rundhügels namens „Goldberg“ gefunden, der 1-2 Kilometer südlich seiner jetzigen Position liegt. Diese Angabe ist jedoch vermutlich unsicher, da der Goldberg ein eigenständiger bronzezeitlicher Grabhügel ist und der Stein als Findling eher durch Gletscherbewegungen an seinen heutigen Standort gelangt ist. Als Findling stammt er aus der Eiszeit und wurde durch das skandinavische Inlandeis nach Berensch transportiert.

Die Sage vom Teufelsstein

Eine lokale Legende deutet die Vertiefungen auf der Oberfläche des Steins als Spuren von Teufelsklauen. Der Sage nach benutzte der Teufel den Stein, um eine Schatzsuche im Goldberg-Hügel zu verhindern:

Die goldene Wiege im Goldberg

Einst war im Goldberg-Hügel eine goldene Wiege versteckt. Doch die Bedingungen für potenzielle Schatzsucher waren streng: Nur drei unschuldige Männer mit identischen Namen durften erfolgreich graben. Außerdem musste es nur in der Johannisnacht bei Vollmond geschehen, und die Männer mussten absolut still arbeiten.

Einmal versuchten es drei Männer. Nach viel harter Arbeit gelang es ihnen, die goldene Wiege mit dicken Seilen in die Luft zu heben. In diesem Moment wurde einer der drei von seiner Begeisterung überwältigt. Er rief: „Wir haben es!“ Im selben Augenblick war ein lauter Knall zu hören. Die Seile rissen, und die Wiege fiel mitsamt dem gesamten Ausgrabungswerkzeug der Männer zurück in die Erde. Die Luft war mit Schwefel erfüllt.

Und der Teufel sprach: „Nun hat es ein Ende.“ Mit diesen Worten verschloss er das ausgehobene Loch mit einem Findling, der noch immer die Spuren der Teufelsklauen trägt und seinen Namen an sich hat: der Teufelsstein.

Deutung

Die Sage verbindet mehrere typische Elemente deutscher Schatzsagen: die goldene Wiege als Schatz, strenge Tabus und Bedingungen (Stillschweigen, bestimmte Zeit, bestimmte Personen), der Teufel als Wächter des Schatzes und das Scheitern durch Verstoß gegen das Tabu. Die Verbindung zu einem real existierenden bronzezeitlichen Grabhügel (Goldberg) zeigt, wie vorgeschichtliche Denkmäler in die lokale Sagenwelt eingegangen sind. Die schalensteinähnlichen Vertiefungen auf dem Findling sind natürlichen Ursprungs, haben aber durch ihre Ähnlichkeit zu kultischen Steinbearbeitungen die Fantasie der Dorfbewohner angeregt.

Der Goldberg-Hügel

Der in der Sage erwähnte Goldberg ist ein bronzezeitlicher Grabhügel, der etwa 1,5 bis 2 Kilometer südlich des Teufelssteins liegt. Er gehört zu einer Gruppe von Grabhügeln in der Umgebung von Berensch, die heute unter Denkmalschutz stehen. Der Hügel ist selbst nicht ausgegraben worden, trug aber offenbar schon früh den Namen Goldberg – möglicherweise durch die Assoziation mit vergrabenen Schätzen, die die Sage dann weiter ausgestaltete. Er ist Teil des Vorgeschichtspfads Berensch-Arensch.

Heutige Bedeutung

Der Teufelsstein ist heute eine Station des Vorgeschichtspfads Berensch-Arensch, der 2011 vom Touristik- und Bürgerverein Berensch‑Arensch e.V. angelegt wurde. Er verbindet archäologische Fundstellen mit lokaler Geschichte und Sagengestaltung und ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Interessierte der regionalen Kulturgeschichte. Die Sage wird auf der Informationstafel des Vorgeschichtspfads wiedergegeben und ist Teil des lebendigen kulturellen Erbes von Berensch.

Literatur

  • Wendowski-Schuenemann, A. & Thees, T.: Teufelsstein. Information panel (2011).

Weblinks

Einzelnachweise

  • Informationstafel vor Ort, Touristik- und Bürgerverein Berensch-Arensch e.V.
  • Megalithic Portal - Eintrag Teufelsstein von Berensch