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Strandkorb

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Strandkörbe um 2019 mit Ponton Café im Hintergrund

Der Strandkorb ist ein spezielles Sitz-, Ruhe- oder Schlafmöbelstück mit Wind- und Sonnenschutz.

Historie

Obwohl es schon Vorgängermodelle gab, gilt der Korbmacher Wilhelm Bartelmann (1845-1930) als Erfinder des Strandkorbes. Jedenfalls hat er 1882 den ersten Strandkorb aus Weidengeflecht als Einsitzer für Elfriede von Maltzahn hergestellt. Als andere Gäste in Warnemünde den Strandkorb sahen, gab es eine große Nachfrage. Im Folgejahr baute Wilhelm Bartelmann auch Zweisitzer und fügte Markisen, Fußstützen und Seitentische hinzu. Johann Falck entwickelte 1897 den Halblieger-Strandkorb (bis ca. 45° Neigung) und 1910 den zweiteiligen Liegekorb. Gegenwärtig gibt es den Volllieger, den Teillieger und seit 2016 den Schlafstrandkorb. Der Schlafstrandkorb ist mit einem Doppelbett vergleichbar, das einen vollständigen Wind- und Sichtschutz aufweist. 2024 gab es Schlafstrandkörbe an der gesamten Nordsee- und Ostseeküste, sodass die Gesamtzahl bundesweit 100 betrug. Mindestens eine Firma stellt Strandkörbe für Rollstuhlfahrer her. Es gibt auch Exemplare für Hunde und Katzen. Die Anzahl der Strandkörbe in Deutschland wird auf 70.000, 100.000 bzw. 130.000 geschätzt. Im April 2024 wurde auf der Erfindermesse in Genf ein mobiler Strandkorb ausgestellt. Ronald Brockmann aus Kuchelmiß[1] hat diesen Strandkorb erfunden. Er besteht aus einem Metallgestell mit Stoffverkleidung. Alle Bauteile zusammen wiegen zwischen 12 kg und 13 kg. Für den Aufbau sind 5 Minuten veranschlagt.

Strandkörbe in Cuxhaven

Auf dem heutigen Cuxhavener Stadtgebiet war Otto Lindner der Wegbereiter. Er stellte 1902 die ersten Strandkörbe in Döse auf. Im Auftrag der "Badecommission" erfolgte ab 1904 die Aufstellung von Strandkörben in Duhnen durch das "Elversche Strandkörbe-Verleihinstitut". 1939 entwickelte Otto Lindner den "Kabinen-Strandkorb" mit aufrollbarer Jalousie. Dort konnte man sich unbehelligt umziehen. Franz-Heinrich Kamp jun. - der jüngere Bruder von Friedrich Kamp - stieg ebenfalls ins Strandkorbgeschäft ein. Anfang der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erwarb er eine Konzession für einen Strandabschnitt in Duhnen. Außerdem baute er auch eigene Strandkörbe. 1953 verkaufte er die Konzession und die Strandkörbe an die Familie Möller. Dann baute er seine ehemalige Werkstatt in der Nordstraße zum Fischrestaurant "Fischerstuben" um. Die Anzahl der Strandkörbe in Cuxhaven wird auf 5.000 geschätzt. Die erste Strandkorbsauna Niedersachsens befindet sich seit 2022 im Außenbereich des Thalassozentrums ahoi! in Duhnen[2]. Dieser 2 m²-Saunabereich kann von maximal zwei Personen genutzt werden. In der Tagesmiete ist die Nutzung des gesamten Thalassozentrums enthalten. Die Brüder Torsten und Thomas Sauer hatten die Korbsauna erfunden. Wenn beide Teile getrennt sind, dann hat man einen Strandkorb. Nach dem Schließen dieser Teile ist eine Korbsauna entstanden. Die Korbsauna wird in Lübeck hergestellt. 2024 standen an Cuxhavens Stränden 3500 Strandkörbe, davon 2500 private Exemplare (Vermieter).

Literatur

125 Jahre Strandhotel Duhnen - Wöbber, H.; Kamp, K. - Cuxhaven, 2021 - 100 S.

Weblinks

Strandkorbvermietung
Strandkorbsauna
Mobiler Strandkorb
Korbsauna

Video Korbsauna


Fußnoten

  1. Kuchelmiß liegt rund 20 km südöstlich von Güstrow/Mecklenburg-Vorpommern.
  2. Weitere Exemplare kann man u. a. in Büsum/Kreis Dithmarschen, in Grömitz/Kreis Ostholstein und in Schilling/Kreis Friesland finden.