Kolonisation (Land Hadeln)

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Bereits vom 1. bis 5. Jahrhundert , man spricht von der ersten Wurtenperiode, war das Hadelner Hochland mit Wurten besetzt, die sich von Lüdingworth bis nach Belum zogen. In dieser Zeit war das Elbufer von Einheimischen besiedelt, bevor im 12. Jahrhundert die Kolonisation durch Holländer (Hollerkolonisation) begann.
Bereits im 11. Jahrhundert hatte die einheimische Bevölkerung des Hochlandes mit dem Bau von einfachen Ringdeichen begonnen. Diese so genannten Ringdeiche umschließen einen Teil des Geländes, um Weideland oder sonstige, wirtschaftlich genutzte Flächen zu schützen. Sie sind aber noch nicht geeignet, die Hochwasser und Fluten eines Herbst- oder Wintersturmes abzuhalten. Mit dem Anwerben von Holländern, die bekannt sind für ihre Fertigkeiten bei der Entwässerung und Trockenlegung von Landstrichen, steigt die Bevölkerungsdichte im Gebiet des Hadelner Hochlandes. Als Beginn der Hollerkolonisation nimmt man heute einen Vertrag des Erzbischofs von Bremen mit Holländern aus dem Bistum Utrecht aus dem Jahre 1113 n.Ch. an, in dem den Holländern unbebaute, sumpfige Flächen zugewiesen wurden.
Während im Hochland weiterhin chaukisch-sächsische Bevölkerung vorherrschte, begann im Sietland die Kolonisation durch die Holländer. Für die Organisation der Hollerkolonisation waren im Bereich der Elbe adlige Familien zuständig.
Die einzelnen Kolonien erhielten jeweils einen eigenen Deichschutz, der letztendlich zu einer geschlossenen Deichlinie an der Elbe wurde, unabhängig von den bereits bestehenden Ringdeichen. Weil sich die Kolonien auch untereinander durch Deiche schützten, reichten diese Deiche auch in das Land hinein, man spricht von so genannten Kammerdeichen.

War man früher davon ausgegangen, dass die Kolonisation von der Geest aus etappenweise ausging (etwa zuerst Nordleda, dann Lüdingworth, dann Altenbruch), so ist man heute der Ansicht, dass gerade die drei vorgenannten Kirchspiele gleichzeitig kolonisiert worden sind. Im Sietland war eine Kolonisation ohne entsprechende Entwässerung nicht möglich und erheblich aufwändiger als im Hochland. Man hat zunächst auch nicht das gesamte Sietland kolonisieren können, sondern sich auf Gebiete am Rande der großflächigen Moore konzentriert. Bei der folgenden Kultivierung auch der Moore wurde der Torf fast ganz abgegraben und der Boden durch Kuhlen verbessert. Unter Kuhlen versteht man das Holen von Kleiboden aus dem bis zu zwei Meter tiefen Untergrund und dessen Verteilung auf dem Ackerboden. War diese Arbeit zunächst harte und gefährliche Handarbeit, wurde sie noch bis Mitte des vergangenen Jahrhundert von so genannten Kuhlmaschinen durchgeführt.



Quellen

Karl-Ernst Behre: Kleine historische Landeskunde des Elbe-Weser-Raumes, Stade 1994, ISBN 3-9801919-6-6