Odisheim
| Basisdaten | |
|---|---|
| Samtgemeinde: | Land Hadeln |
| Einwohner | 461 (31.03.2026) |
| Fläche | 13,52 km² |
| Bürgermeister | Stefan Skowron (CDU) (2011) |
| Postleitzahl: | 21775 |
| Telefonvorwahl: | 04756 |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Samtgemeinde Land Hadeln Marktstraße 21
|
| E-Mail-Adresse der Gemeindeverwaltung: |
zentrale@land-hadeln.de |
Odisheim (plattdeutsch: Godshem) ist die kleinste Gemeinde der Samtgemeinde Land Hadeln.
Der Ort liegt südöstlich von Cuxhaven und südlich von Otterndorf innerhalb des Landkreises Cuxhaven.
In mehreren Ortsbeschreibungen wird die Vermutung geäußert, dass der Ortsname "Odins[1] Heim" bedeuten könnte.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung fand im Jahr 1325 statt. Von 1388 bis 1484 gehörte das Kirchspiel[2] Odisheim, zusammen mit dem Kirchspielen Steinau, Oster- und Wester-Ihlenworth sowie Wanna (die "Fünf Kirchspiele") zur Vogtei Bederkesa. Diese Gemeinden bilden das Sietland.
Zwischen Odisheim und Stinstedt befand sich die Kapelle St. Joost. Ein Kaufmann soll sich im Moor verirrt haben. Er versprach bei Rettung eine Kapelle zu stiften. Im Jahr 1367 wurde die Kapelle in einem Lübecker Testament bedacht (erste urkundliche Erwähnung). Außerdem gibt es eine Urkunde von Papst Sixtus IV.[3] aus dem Jahr 1481 bezüglich der Kapelle St. Joost. Nach der Reformation blieben die Wallfahrten aus. Die Gebäude verfielen. Ein (Teil-)Abbruch der Wallfahrtsanlage[4] erfolgte 1550[5]. Die Heiligenfigur und die Votivgegenstände gingen verloren. Andere Ausstattungsstücke[6] wurden auf mehrere Kirchen verteilt. Der aus Silber gefertigte und vergoldete Kelch befindet sich in Lamstedt (Samtgemeinde Börde). Eine Triumpfkreuzgruppe aus dem frühen 16. Jahrhundert kam nach Bülkau (Samtgemeinde Am Dobruck). Das kleine Kruzifix (um 1400) hängt in der neu gebauten Odisheimer Kirche[7]. Weiteres Anschauungsmaterial zur Geschichte der Kapelle kann man in der Odisheimer Heimatstube (siehe Weblink) finden. Die Stelle, wo die Kapelle ehemals stand, wurde 1924/1925, 1932/1933 und 1949 von Willy Klenck[8] archäologisch untersucht. Im Jahr 1998 ist ein Gedenkstein aufgestellt worden. Der aus Baustahl gefertigte Kapellenumriss - nach einem Entwurf von Claus Mertens - wurde 2008 eingeweiht.
Vereine und Organisationen
- Freiwillige Feuerwehr
- Feuerwehr Odisheim
- Dorfstraße 49 (beim Dorfgemeinschaftshaus)
- Angelsportverein ASV Odisheim e. V. (1975 gegründet)
- Dorfstraße 7
- Turn- und Sportverein TSV Odisheim v. 1957 e. V. (2026 ca. 400 Mitglieder!)
- Insgesamt 12 Turn- und Tanzgruppen sowie 8 Fußballgruppen, z. B. Frauengymnastikgruppe (seit 1974), Jazz-Dance-Gruppe (seit 1983), "Eltern-und-Kind-Turnen", "Alles Gute für den Rücken"
- Dorfstraße 49d (Turnhalle: Dorfstraße 49 = hinter dem Dorfgemeinschaftshaus)
- DEO Dorfverein Engagierter Odisheimer von 2010 e. V. (2026: 70 Mitglieder)
- z. B. Dorf- und Sommerfest im MORI-Garten, Gospelkonzerte in der St. Jobst-Kirche, Tage der offenen Tür in der Heimatstube
- allgemein: Kultur- und Heimatpflege, Verschönerung des Dorfbildes u. a.
- DRK Ortsverein Odisheim (Ende 2025: 110 Mitglieder)
- Ferienpassaktionen, Blutspende, Theaterbesuche, Gymnastik[9], Seniorenprogramm, Handarbeits-/Bastelgruppe u. a.
- Schützenverein Odisheim von 1906 e. V. (2026: 270 Mitglieder)
- Übungsabende, Kinderschießen mit Laser und Luftgewehr, Jugendliche und Erwachsene mit Luftgewehr und Kleinkaliber
- Dorfstraße 35a
Gebäude und Grundstücke
Die Bebauung in der Gemeinde Odisheim erfolgte größtenteils parallel zum Hadelner Kanal. Drei Brücken führen über den Kanal: im Verlauf der Dorfstraße (bei Lichtenpils), der St. Jobst-Straße (zur eh. Kapelle St. Jobst) und der Hüllstraße im Ortsteil Dreieck.
Den Bereich zwischen der St. Jobst-Kirche und dem Dorfgemeinschaftshaus (DGH) kann man als Gemeindezentrum ansehen. Das DGH und das Feuerwehrhaus bilden einen kleinen Gebäudekomplex. Dahinter befindet sich die Turnhalle. Daneben ist ein Spielplatz.
Im Gebäude mit Docks Gasthaus findet man auch einen "Tante-Emma-Laden" (Docks kleines Kaufhaus).
Weiter nördlich hinter dem Haus Dorfstraße 38 liegt der MORI-Garten. Frau Mori hatte den Garten mit seinen 10.000 m² innerhalb von 13 Jahren bearbeitet, bepflanzt und liebevoll gestaltet. Im Jahr 2021 erbte die Gemeinde diesen Garten. Im Sinne von Frau Mori ist der Garten ganzjährig geöffnet und kann von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang besucht werden. Die Arbeitsgruppe Natur pflegt den Garten[10]. Die Gartenakademie an der Oste (siehe Weblink) führt hier offene Gartensprechstunden durch.
Baudenkmale
- Hofanlage Dorfstraße 32/34 (Wohn-/Wirtschaftsgebäude, Kornscheune, Stall und Altenteil)
- System-ID: 61365021
- Wohn-/Wirtschaftsgebäude Dorfstraße 32 (Baujahr um 1880)
- System-ID: 61372488
- Kornscheune Dorfstraße 32 (Baujahr um 1900; um 1950 modernisiert)
- System-ID: 61372489
- Stall Dorfstraße 32 (Baujahr um 1900)
- System-ID: 61372490
- Altenteil Dorfstraße 34 (Baujahr 1884)
- System-ID: 61372491
- Wohn-/Wirtschaftsgebäude Dorfstraße 46 (Baujahr um 1850)
- System-ID: 61372492
- Kirchhof St. Jobst (Kirchenanlage mit Friedhof, Glockenturm und Pfarrhaus)
- System-ID: 61365020
- Friedhof Dorfstraße
- System-ID: 61372484
- Glockenturm (freistehend, 17. Jahrhundert)
- System-ID: 61372483
- Pfarrhaus Dorfstraße 74 (Baujahr 1907)
- System-ID: 61372485
- Hofanlage Deichstraße 6 - Ortsteil Dreieck (Wohn-/Wirtschaftsgebäude und Kornscheune)
- System-ID: 61365023
- Woh-/Wirtschaftsgebäude Deichstraße 6 (Baujahr um 1890)
- System-ID: 61372486
- Kornscheune Deichstraße 6 (Baujahr um 1890)
- System-ID: 61372487
Literatur
- Odisheim - Skowron, St. - In: Land Hadeln Magazin - Nr. 2 - Oktober 2017 - S. 4
- Die Kapelle St. Joost - Borger-Keveloh, N.; Oest, A. - In: Niederdeutsches Heimatblatt - Nr. 737 - Mai 2011 - S. 2
Weblinks
- DEO
- MORI-Garten
- Heimatstube
- Gartenakademie an der Oste
- Denkmalatlas Niedersachsen - Hofanlage Dorfstraße 32/34
- Denkmalatlas Niedersachsen - Kirchhof
- Denkmalatlas Niedersachsen - Hofanlage Deichstraße 6
Bilder
Fußnoten
- ↑ Odin - neuhochdeutsch: Wotan - Gestalt in der nordischen und in der germanischen Mythologie
- ↑ Kirchspiel: Träger der Selbstverwaltung
- ↑ Sixtus IV. - Francesco della Rovere (21. Juli 1414 - 12. August 1484) war von 1471 bis 1484 römisch-katholischer Papst.
- ↑ Nach den später ermittelten Grabungsergebnissen bestand die Wallfahrtsanlage aus der Kapelle und vier kleineren Wohngebäuden.
- ↑ andere Quellenangabe: 1541
- ↑ Die Inventarliste der eh. Kapelle wird im Staatsarchiv Stade aufbewahrt.
- ↑ St. Jobst (ähnliche Schreibweise wie die eh. Kapelle) wurde Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut. Das jetzige Kirchenschiff ist aus den Jahren 1960 bis 1962. Es gab mehrere Vorgängerbauten. Das Kirchengebäude steht nicht unter Denkmalschutz.
- ↑ Willy Klenck (29. September 1890 - 31. Mai 1959) war als Lehrer, Heimatforscher und Rassenkundler aus heutiger Sicht eine umstrittene Person.
- ↑ Die DRK-Gymnastikgruppe arbeitet eng mit dem TSV zusammen.
- ↑ Die Arbeitsgruppe Natur nimmt auch an den "Offenen Gärten" teil.