Breguet Atlantic: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 25. März 2016, 21:08 Uhr

61-03 über dem Watt

Die Breguet Atlantic war ein in Nordholz bei Cuxhaven stationierter Fernaufklärer der Marine.

Allgemein

Über vier Jahrzehnte flogen Maschinen dieses Typs über Cuxhaven und gehörten genauso zur Stadt wie Hafen und Strand.

Die Ursprünge dieses zweimotorigen Marineflugzeuges gehen zurück in das Jahr 1957. Die NATO verlangte nach einem neuen maritimen Aufklärer und U-Boot-Jäger, der die Fairey "Gannet", eine Entwicklung aus den 40er Jahren, ablösen sollte. Die Planung erfolgte durch die französische Firma Bréguet, die Fertigung der Zelle und auch der Triebwerke war verteilt auf mehrere europäische Firmen. Bei den Ausrüstungen waren auch Firmen aus den USA und Kanada beteiligt. Die Deutsche Marine verfügte über 18 Maschinen, davon 14 MPA (Maritime Patrol Aircraft) Aufklärer- und U-Boot-Jäger und 4 SIGINT (Signal Intelligence) Messflugzeuge.

Der erste Prototyp flog am 21. Oktober 1961, gut vier Jahre nachdem die NATO die Entwicklung eines Flugzeuges zur Aufklärung und U-Boot-Jagd ausgeschrieben hatte. Die erste Atlantic landete am 15. Juli 1965 auf dem Marinefliegerhorst Nordholz. Am 30. Juni 1966 verließ die letzte Gannet das Geschwader.


Die BREGUET ATLANTIC flog von 1966 bis 2010 für die Deutsche Marine. Die 14 Seefernaufklärer / U-Bootjagd-Flugzeuge (Maritime Patrol Aircraft, MPA) und die 4 Messflugzeuge (Signal Intelligence, SIGINT) stellten eine wesentliche Komponente in der Seekriegsführung dar:

  • als Seefernaufklärer durch Seeraumüberwachung, Aufklären gegnerischer Seestreitkräfte und zur Zieldatenübermittlung,
  • als U-Boot-Jagd-Flugzeug durch autonome U-Boot-Jagd, U-Boot-Jagd im Verbund mit Überwassereinheiten in See und Zusammenarbeit mit U-Booten,
  • als Messflugzeug bei der Erfassung elektromagnetischer Signale und bei der Erstellung einer "Electronic Order of Battle".
  • auch für Such- und Rettungseinsätze war ein Einsatz möglich.

Die Flugzeuge waren im Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin" auf dem Marinefliegerstützpunkt Nordholz zusammengefasst.

Am 17. April 1975 stellte eine Breguet Atlantic einen außergewöhnlichen Rekord auf. Eine Maschine dieses Typs flog den längsten Flug, den je eine Bundeswehrmaschine ununterbrochen geflogen war. Er dauerte 20 Stunden und 20 Minuten. Dabei wurden 9000 Kilometer zurückgelegt.

Bereits am 14. Mai 1968 hatte die Breguet Atlantic 61+15 als erstes Flugzeug der Bundeswehr den Nordpol überquert.

Technische Merkmale

Freitragender Mitteldecker in Ganzmetallbauweise. Rumpf mit Doppelkreis-Querschnitt. Druckkabine im Oberteil, Waffenschacht ohne Druckausgleich im Unterteil. Tragflächen mit drei Holmen, Wabenbauteile zur Versteifung der Torsionsnasen. Einfache Landeklappen, je drei Spoiler auf beiden Tragflächen. Leitwerk in freitragender Metallbauweise.

Notlandung

Am 3. Mai 1985 musste gegen 13.30 Uhr die Breguet Atlantic 61+05 des Marinefliegergeschwaders 3 "Graf Zeppelin" während eines Pilotentrainingsfluges notlanden.

Im Flugzeug befanden sich 2 Piloten und ein Bordmechaniker. Zum Pilotentraining gehörte das Fliegen mit nur einem der beiden Triebwerke. Aus ungekärter Ursache blieb auch der zweite Motor stehen, was unmittelbar nach dem Durchstarten zu einer Notlandung zwang.

400 m westlich der Bundesstraße 6 in Höhe der Scharnstedter Fischteiche setzte der Pilot die ca. 33 Tonnen schwere Maschine auf einer sumpfigen Wiese auf. Sie rutschte einige hundert Meter weit über das Gras und blieb schwer beschädigt unmittelbar vor einer Hochspannungsleitung liegen.

Die drei Insassen stiegen unverletzt über eine Strickleiter ins Freie.

Die Maschine konnte instandgesetzt werden und wurde wieder eingesetzt.

Am 21. Mai 2006 führte die Breguet Atlantic mit dem Kennzeichen 61+05 ihren letzten Flug durch, der vom Marinefliegerstützpunkt in Nordholz über Berlin-Schönefeld nach Rechlin-Lärz in das dortige Luftfahrtmuseum führte.

Technische Daten

  • Spannweite: 36,3 m
  • Höhe: 11,35 m
  • Länge: 31,62 m
  • Leistung: 7.400 kW (10.460 PS)
  • Geschwindigkeit: 355 Kn (658 km/h) max.
  • Gipfelhöhe: ca. 10.000 m
  • Reichweite: ca. 8.990 km
  • Besatzung: 12
  • Triebwerke: 2 x Rolls Royce Motoren mit je 3700 kW
  • Einsatzdauer: über 18 Std.
  • Start-/Landestrecke (15 m Höhe): 1.200 m / 1.500 m
  • Max. Startmasse: ca. 44.000 kg
  • Leergewicht: ca. 23.000 kg
  • Bewaffnung: 8 x Torpedos Mk 46, Wasserbomben

Erhalt der Maschinen

Einige Exemplare der Deutschen Marine blieben komplett erhalten: Die 61+04 ging zu einem Kaufpreis von 25.000 Euro an das Dornier-Museum in Friedrichshafen, die 61+05 an das Luftfahrtmuseum Rechlin-Lärz an der Müritz, die 61+12 an das Museum „Flugwelt Altenburg-Nobitz“ in Thüringen, die 61+14 blieb in Nordholz und befindet sich im dortigen Aeronauticum, die 61+17 ging an das Luftwaffenmuseum in Berlin-Gatow, die 61+19 steht auf dem Flugplatz (Sonderlandeplatz) Peenemünde und die 61+20 ging an das niederländische Militärluftfahrt-Museum in Soesterberg bei Utrecht. Die 61+06 steht seit dem 21. Oktober 2009 vor dem Haupttor des Marinefliegergeschwader "Graf Zeppelin" in Nordholz. Sie trägt auf ihrem Heck eine spezielle Lackierung, die das Portrait von Graf Zeppelin, dem Namensgeber des Geschwaders zeigt. Der Entwurf stammt von Jasmin Reisige. Die 61+03 war die letzte noch im Dienst stehende Breguet Atlantic. Sie hatte dieselbe Lackierung wie die 61+06 und wurde am 20. Juni 2010 außer Dienst gestellt.


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