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Minenräumdienst

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Der Begriff Minenräumdienst bezieht sich auf die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Historie

Nach 1888 und ab 1936 wurde der östliche Teil des Amerikahafens zum Minensucherhafen ausgebaut. 1905 sind eine Minenkompanie und sechs Marinetorpedoboote in Cuxhaven stationiert worden. Hier gab es zeitweise zwei Minendepots: das Minendepot am Schleusenpriel von 1889/1890 bis 1920 und kurzzeitig ab 1945 sowie das Minendepot Groden von 1908 bis nach dem Zweiten Weltkrieg (mit 15 Jahren Unterbrechung). Nach dem Ersten Weltkrieg dauerte es mehrere Jahre, bis die Schifffahrtswege minenfrei waren (s. a. SMS PELIKAN, Minensuchboote von 1905 bis 1922). Das Minensucher-Ehrenmal weist auch auf diese historische Verbindung hin.

Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf die britische Verwaltung die German Minesweeping Administration (GMSA). Die deutsche Bezeichnung war Minenräumdienst (MRD). Die Reste des Oberkommandos der Kriegsmarine wurden Kern des deutschen Stabes des GMSA. Insgesamt mussten die Anrainerstaaten über 600.000 Minen und Sperrmittel in den Gewässern West-, Nord- und Osteuropas finden und räumen. Die Engländer betrauten den früheren Konteradmiral Fritz Krauss mit der Führung der „Marineverwaltung“, die unter alliierter Kontrolle stand.

Minenräumboote im Minensucherhafen 1946

Diese „Marineverwaltung“ hatte folgende Aufgaben:

1. Reparaturen, Erhaltung und Ausrüstung von Minensucheinheiten,
2. Weiterversorgung mit Minensuchgerät,
3. Weiterversorgung mit technischen Nachrichtenmitteln,
4. Weiterversorgung und Verteilung von Brennstoffen aus deutschen Quellen,
5. Hafen- und Wasserwegebau, Hafenbetonnung und -befeuerung,
6. Verwaltung deutscher Marinestützpunkte und
7. Besoldung, Bekleidung sowie Verpflegung.

300 Einheiten wurden eingesetzt, mit insgesamt 27.000 Mann (Ende 1945) bzw. 16.000 Mann (Frühjahr 1946). In Cuxhaven befand sich der 2. Minenräumdienst[1] ab Juli 1945 mit 6000 Mann.

Die Sowjetunion protestierte massiv gegen diese militärische Organisation. Ende 1947 lösten die Alliierten die GMSA auf und schufen eine viel kleinere Organisation mit 12 Minensuchbooten, 54 „zivilen“ Offizieren, 550 Unteroffizieren sowie Mannschaften mit Sitz in Cuxhaven. Diese Organisation stellte ihre Arbeit 1951 ein. Teile der GMSA gingen in die amerikanisch kontrollierte Labour Service Unit (LSU/B). Sie hatte eine deutsche Einheit in Bremerhaven und war nicht nur mit Minenräumarbeiten betraut. Die LSU/B wurde 1957 aufgelöst. Einheiten und ein großer Teil des Personals versahen ihren Dienst zunächst im Bundesgrenzschutz See (BGS See) und dann in der Bundesmarine. In Cuxhaven war das 1. Minensuchgeschwader stationiert. Am 6. Oktober 1969 wurde der Marinestützpunkt Cuxhaven aufgelöst.

Schiffe

Die folgende Aufstellung der Schiffe hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

M 3

M 3 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 35, das 1936 bis 1938 bei der Werft H. C. Stülcken & Sohn, Hamburg unter der Baunummer 712 gefertigt wurde.

Baubeginn war am 6. November 1936. Der Stapellauf erfolgte am 28. September 1937. Die Indienststellung ist für den 10. Dezember 1938 bei der 1. Minensuchflottille dokumentiert. Das Schiff war auch direkt in verschiedene Kampfhandlungen eingebunden: ab 1. September 1939 in der polnischen Ostsee und ab 26. Juni 1941 beim Unternehmen "Barbarossa"[2]. Im Juni 1942 war die "M 3" mit vielen anderen Schiffen - insbesondere Minensuchbooten - an der Operation "Cerberus"[3] eingebunden (u. a. Sperrlücken her-stellen). Vom 26. November bis zum 3. Dezember 1942 sicherte "M 3" die Fahrt des Flugzeugträgers "GRAF ZEPPELIN"[4] von Hela (jetzt: Hel/Pommern) nach Kiel. Ansonsten erfolgten die üblichen Tätigkeiten: Minensuche, Geleit und Minensperren errichten. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte das Schiff zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 15. November 1945 erfolgte die Auslieferung an die UdSSR[5]. Das Schiff wurde als Minensuchboot "T-918" ab Mai 1945, als Versuchsschiff ab Oktober 1946, als hydroakustisches Wachschiff "A 687 ISSLEDOVATE" ab April 1947 und als Zielschiff ab November 1959 verwendet. 1963 erfolgte die Verschrottung in Astrachan (Südrussland).

M 4

M 4 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 35, das 1936 bis 1938 bei den Oderwerken A. G., Stettin unter der Baunummer 787 gefertigt wurde.

Historie

Baubeginn war am 15. August 1936. Der Stapellauf erfolgte am 16. Oktober 1937. Die Indienststellung ist für den 10. November 1938 bei der 1. Minensuchflottille dokumentiert. Ab dem 1. September 1939 beteiligte sich die "M 4" auch an Kampfhandlungen - zu-erst in der Ostsee. Im Februar 1942 war das Schiff auch in die Operation "Cerberus" eingebunden. Ansonsten erfüllte die "M 4" die üblichen Aufgaben (Geleit, Minensuche und -räumung, Minenlegung sowie Gefechtshandlungen) in Nord- und Ostsee. Ab dem 15. Oktober 1945 gehörte das Schiff zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 9. Oktober 1947 erfolgte die Auslieferung nach Frankreich. Das Schiff wurde als Hulk[6] "Q 108 Lorient" verwendet. Am 7. August war die Außerdienststellung.

Technische Daten

Länge: 68 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 2,7 m
Verdrängung: 894 t
Maschinenleistung: 2600 kW (3500 PS)
Geschwindigkeit: 18,3 kn
Fahrbereich: 5000 sm (> 9000 km) bei 10 kn

Bewaffnung

1-2* 10,5 cm SK[7] L/45
1-2* 3,7 cm
2* 2 cm; später 6* 2 cm Flak[8]
30 Minen

M 7

M 7 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 35, das 1936 bis 1938 bei der Flender-Werft, Lübeck unter der Baunummer 242 gefertigt wurde.

Historie

Baubeginn war am 17. Oktober 1936. Der Stapellauf erfolgte am 29. September 1937. Die Indienststellung ist für den 31. Oktober 1938 bei der 1. Minensuchflottille dokumentiert. Ab dem 1. September 1939 war die "M 7" an Kampfhandlungen (U-Boot-Jagd) und bei der Minensuche beteiligt. Das Schiff leistete auch Hilfe für ein notgelandetes Flugzeug und für einen gestrandeten Dampfer. Am 13. Oktober 1939 kam es im Nebel zu einer Kollision mit dem Motorschiff "CHRISTINA". Die Reparatur erfolgte in Hamburg. Im November wurde in Königsberg (jetzt: Kaliningrad/Russland) eine Grundüberholung durchgeführt. Am 12. Dezember 1939 ging es über Kiel nach Cuxhaven und später auf U-Boot-Jagd. Am 9. Januar 1940 wurde die britische Besatzung des beschädigten U-Bootes "STARFISH"[9] übernommen. Nach Ausfall der Steuerbord-Maschine am 31. Januar erfolgte die Reparatur vom 1. bis zum 11. Februar in Cuxhaven. Nach Ausfall der Ruderanlage kollidierte die "M 7" am 3. März mit der "M 5". Die Reparatur der erheb-lichen Schäden erfolgte vom 6. bis 31. März beim Betriebsteil Reiherstiegwerft der Deutschen Werft, Hamburg. Ab dem 9. April war die "M 7" in Norwegen in die Operation Weserübung[10] eingebunden. Es folgten weitere Einsätze häufig wechselnd zwischen Nord- und Ostsee. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte das Schiff zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 15. November 1945 erfolgte die Auslieferung an die UdSSR. Ab Mai 1946 wurde das Schiff als Minensucher "T-912" bei der Schwarzmeerflotte eingesetzt. Ab dem 17. Oktober 1955 trug das Schiff den Namen "BELBEK". Ab Mai 1957 wurde das Schiff als Zielschiff "CL-5" verwendet und wenige Monate später im Schwarzen Meer bei Feodossija (Krim) versenkt.

Technische Daten

Länge: 68 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 2,7 m
Verdrängung: 894 t
Maschinenleistung: 2600 kW (3500 PS)
Geschwindigkeit: 18,3 kn
Fahrbereich: 5000 sm (> 9000 km) bei 10 kn

Bewaffnung

1-2* 10,5 cm SK L/45
1-2* 3,7 cm
2-6* 2 cm Flak
30 Minen

M 17

M 17 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 35, das 1938 bis 1940 bei den Oderwerken A. G., Stettin unter der Baunummer 803 gefertigt wurde.

Historie

Baubeginn war am 6. September 1938. Der Stapellauf erfolgte am 29. Juli 1939. Die Indienststellung ist für den 17. Januar 1940 bei der 1. Minensuchflottille dokumentiert. Am 27. Mai 1940 erfolgte die Aufstellung der 1. Gruppe zusammen mit "M 15", "M 17" und "M 18" in Cuxhaven. Am 27. Mai und am 4. Juni lief die "M 17" in Cuxhaven aus zur Minenkontrolle bis Esbjerg (Süddänemark). Es folgten überwiegend Geleittätigkeiten. Im Juni 1941 wurde das Schiff der 3. Minensuchflottille zugeordnet. Im Juni 1942 war die "M 17" in das Unternehmen "Cerberus" eingebunden. Am 6. Oktober beschädigte eine sowjetische Fliegerbombe das Schiff. Die Reparatur soll noch am gleichen Tag in Königsberg erfolgt sein. Am 8. Oktober konnten 471 Personen (von 541) des versenkten Trans-portschiffes "RO24" geborgen werden. 10 von ihnen starben noch an Bord der "M 17". Es folgten noch viele Geleitfahrten in der Ostsee. Im Mai 1945 beteiligte sich das Schiff an der Evakuierung von Soldaten der Kurland-Armee[11]. Am 25. Juni war die "M 17" zur Reparatur in Kiel. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte das Schiff zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 15. November 1945 erfolgte die Auslieferung an die UdSSR. Ab Mai 1946 wurde das Schiff als Minensucher "T-921" bei der Schwarzmeerflotte eingesetzt. Ab Oktober 1955 wurde das Schiff als Stabsschiff "KASCHKA" verwendet. Am 20. Oktober 1958 erfolgten die Außerdienststellung und danach die Benutzung als Zielschiff.

Technische Daten

Länge: 68 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 2,7 m
Verdrängung: 894 t
Maschinenleistung: 2600 kW (3500 PS)
Geschwindigkeit: 18,3 kn
Fahrbereich: 5000 sm (> 9000 km) bei 10 kn

Bewaffnung

2* 10,5 cm SK L/45
6* 2 cm Flak
30 Minen

M 29

M 29 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 35, das 1939 bis 1940 bei den Oderwerken A. G., Stettin unter der Baunummer 813 gefertigt wurde.

Historie

Baubeginn war am 2. Oktober 1939. Der Stapellauf erfolgte am 18. Mai 1940. Die Indienststellung ist für den 4. September 1940 bei der 3. Minensuchflottille dokumentiert. Im September 1941 war die "M 29" in Norwegen. Das Schiff war bald in Kampfhandlungen (U-Boot-Jagd, Abwehren von Fliegerangriffen) eingebunden, legte Minensperren aus und führte Geleitfahrten in der Ostsee durch. Bei Kollisionen, Fliegerangriffen, Artilleriebeschuss und einem Flugzeugangriff auf Wilhelmshaven wurde die "M 29" mehrmals beschädigt. Am 11. Februar 1945 führte das Schiff eine erfolgreiche Bergung vor Hela (jetzt: Hel) durch. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte das Schiff zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 15. November 1945 erfolgte die Auslieferung an die UdSSR. Ab Mai 1946 wurde das Schiff als Minensucher "T-913" eingesetzt. Ab Juli 1947 war der Minensucher Bestandteil der Schwarzmeerflotte. Danach wurde das Schiff als Vermessungsschiff "TUMAN" (Bord-Nr. 72-723) ab November 1947 sowie als Hafenfahrzeug "RK-684" ab 1954 verwendet, am 8. September 1956 außer Dienst gestellt und am 30. September zum Abwracken abgegeben.

Technische Daten

Länge: 68 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 2,7 m
Verdrängung: 898 t
Maschinenleistung: 2700 kW (3700 PS)
Geschwindigkeit: 18,3 kn
Fahrbereich: 5000 sm (> 9000 km) bei 10 kn

Bewaffnung

2* 10,5 cm SK L/45
2* 2 cm, ab 1942 dazu 4* 2 cm
4* MG 34
4* Wabo-Werfer[12]
6* Wabo-Einzellager
30 Minen

M 30

M 30 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 35, das 1939 bis 1940 bei den Oderwerken A. G., Stettin unter der Baunummer 814 gefertigt wurde.

Historie

Baubeginn war am 16. Oktober 1939. Der Stapellauf erfolgte am 1. Juni 1940. Die Indienststellung ist für den 31. Oktober 1940 bei der 3. Minensuchflottille dokumentiert. Am 5. Dezember kam es zu einer Kollision im Skagerrak (Norddänemark). Meistens war die "M 30" mit Geleit- und Sicherungsaufgaben in der Nordsee und ab Sommer 1942 in der Ostsee betraut. Anfang August gab es ein Gefecht mit sowjetischen Torpedokuttern. Das Schiff wurde in der Folgezeit mehrmals durch Fliegerbomben beschädigt. Im Februar 1945 erfolgten Reparaturen. Ende März 1945 wurden Flüchtlinge von Hela nach Kopenhagen evakuiert. Im Juni 1945 war die "M 30" in Kiel zur Reparatur. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte das Schiff zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 20. November 1945 er-folgte die Auslieferung an die UdSSR. Ab Mai 1946 wurde das Schiff als Minensucher "T-914" eingesetzt. Ab Juli 1946 war der Minensucher bei der Schwarzmeerflotte. Ab Dezember 1954 wurde das Schiff als Rettungsschiff "A-883 ZANGEZUR" bei der Kaspi-schen Flottille[13] verwendet, am 22. Oktober 1958 außer Dienst gestellt und danach verschrottet.

Technische Daten

Länge: 68 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 2,7 m
Verdrängung: 898 t
Maschinenleistung: 2700 kW (3700 PS)
Geschwindigkeit: 18,3 kn
Fahrbereich: 5000 sm (> 9000 km) bei 10 kn

Bewaffnung

2* 10,5 cm SK
2* 2 cm, ab 1942 dazu 4* 2 cm
4* MG 34
4* Wabo-Werfer
6* Wabo-Einzellager
30 Minen

M 98

M 98 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 16, das 1917 bis 1918 bei J. C. Tecklenborg, Geestemünde (jetzt Bremerhaven) unter der Baunummer 305 gefertigt wurde.

Historie

Der Stapellauf erfolgte am 16. April 1918. Die Indienststellung ist für den 7. Mai 1918 als Führerboot bei der 14. Minensuch-Halbflottille dokumentiert. Später gab es mehrere Neuzuordnungen. Am 24. Oktober 1920 erfolgte die Außerdienststellung. Am 4. Oktober 1932 wurde die "M 98" der 1. Minensuch-Halbflottille für den Einsatz in der Ostsee zugeordnet. Danach erfolgten wieder mehrere Neuzuordnungen. Am 14. Januar 1940 wurde das Schiff durch einen Minentreffer beschädigt. Es gab 14 Tote. Anfang Mai 1940 sicherte das Minensuchboot das Schlachtschiff "GNEISENAU" auf dem Weg von Wilhelmshaven nach Kiel. Im April 1941 wurde die "M 98" als Torpedofangboot[14] eingesetzt. Am 17. April 1941 wurde das Schiff außer Dienst gestellt, auf der Mützelfeldtwerft umgebaut und mit der neuen Kennung "M 598" versehen. Im Juli 1944 gab es Beschädigungen durch eine Fliegerbombe in der Ostsee. Am 10. Mai 1945 wurde die "M 598" von der US-Marine in Cuxhaven beschlagnahmt. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte das Schiff zum 3. Minenräumdienst (Kopenhagen) und ab dem 15. Oktober 1945 zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Von Oktober 1946 bis März 1949 war das Schiff der OMGUS[15] zugeordnet. Zwischendurch vom Mai 1947 bis August 1948 wurde das Minensuchboot als Wohnboot der Polizei Bremen verwendet. Im März 1949 erfolgte die Verschrottung.

Technische Daten

Länge: 60 m, ab Mai 1941 59 m
Breite: 7 m
Tiefgang: 2,15 m, ab Mai 1941 2,58 m
Verdrängung: 548 t, ab Mai 1941 671 t
Maschinenleistung: 1350 kW (1840 PS)
Geschwindigkeit: 16 kn, ab Mai 1941 15,5 kn
Fahrbereich: 2000 sm (3700 km) bei 14 kn

Bewaffnung

2* 10,5 cm L/45 Utof[16]
30 Minen
ab 1942:
1* 10,5 cm L/45 Utof
1-3* 2 cm Flak-MK[17]

M 104

M 104 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 35, das 1942 bei der Rickmerswerft, Wesermünde (jetzt Bremerhaven) unter der Baunummer 232 gefertigt wurde.

Historie

Der Stapellauf erfolgte am 1. April 1942. Die Indienststellung ist für den 7. November 1942 bei der 3. Variante der 7. Minensuch-Flottille dokumentiert. Am 21. Februar 1943 erfolgte die Verlegung von Cuxhaven nach Swinemünde (jetzt Swinoujscie/Polen). Ab März war das Minensuchboot wieder in der Nordsee aktiv. In Cuxhaven wurde die "M 104" britische Beute und anschließend ab dem 27. Juli 1945 Bestandteil des 2. Minenräumdienstes, Cuxhaven. Drei Jahre später erfolgte die Verschrottung in Großbritannien.

Technische Daten

Länge: 68 m
Breite: 8 m
Tiefgang: 2,70 m
Verdrängung: 898 t
Maschinenleistung: 2700 kW (3700 PS)
Geschwindigkeit: 18,3 kn
Fahrbereich: 5000 sm (< 9300 km) bei 10 kn

Bewaffnung

2* 10,5 cm SK
2* 2 cm; ab 1942 1* 2 cm Vierlings-Flak
4* MG 34
4* Wabo-Werfer
6* Wabo-Einzellager
40 Minen

M 151

M 151 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 35, das 1940 bis 1941 bei den Oderwerken A. G., Stettin unter der Baunummer 829 gefertigt wurde.

Historie

Der Stapellauf erfolgte am 19. Oktober 1940. Die Indienststellung ist für den 5. Mai 1941 bei der 4. Minensuchflottille dokumentiert. Das Schiff wurde zwischenzeitlich auch bei anderen Minensuchflottillen bzw. Sicherungsflottillen eingesetzt. Meistens erfolgten die Einsätze in der Nordsee, ansonsten auch im Nordmeer und in der Ostsee. Im Juli fuhr die "M 151" als Geleitschiff für den Flottentender[18] "F 6" von Brest (Bretagne/Frankreich) nach Cuxhaven. Im Februar 1942 war das Minensuchboot auch in die Operation "Cerberus" eingebunden. Von September bis Dezember 1942 lag die "M 151" in der Kriegsmarinewerft[19], Wilhelmshaven. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte das Schiff zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 15. November 1945 erfolgte die Auslieferung an die UdSSR. Ab Juli 1946 wurde das Schiff als Minensucher "T-915" bei der Schwarzmeerflotte eingesetzt und ab Februar 1953 als Rettungsschiff "A-375 SKALISTIY". Die Außerdienststellung war am 12. August 1964. Am Monatsende begann das Abwracken.

Technische Daten

Länge: 68 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 2,7 m
Verdrängung: 898 t
Maschinenleistung: 2700 kW (3700 PS)
Geschwindigkeit: 18,3 kn
Fahrbereich: 5000 sm (> 9000 km) bei 10 kn

Bewaffnung

2* 10,5 cm SK
2* 2 cm, ab 1942 dazu 1* 2 cm
4* MG 34
4* Wabo-Werfer
6* Wabo-Einzellager
30 Minen

M 203

M 203 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 35, das 1940 bis 1941 bei der Neptunwerft, Rostock unter der Baunummer 496 gefertigt wurde.

Historie

Baubeginn war der 15. April 1940. Der Stapellauf erfolgte am 29. September 1940. Die Indienststellung ist für den 3. Juni 1941 bei der 4. Minensuchflottille dokumentiert. Am 4. Januar 1942 legte die "M 203" in Cuxhaven ab, um mit der "M 204" nach Kristiansand (Provinz Agder/Norwegen) zu fahren. Im Februar 1942 war das Minensuchboot auch in die Operation "Cerberus" eingebunden. Vom 17. bis 20. Oktober lag das Schiff in Cuxhaven, um mit Sperrgeräten und anderen Waffen neu ausgerüstet zu werden. Am 12. Dezember 1944 kollidierte das Minensuchboot mit dem U-Boot "U 416"[20]. Die "U 416" sank in der Einfahrt von Pillau (jetzt Baltijsk, Oblast Kaliningrad/Russland). Es gab 37 Tote und nur 5 Überlebende der U-Boot-Besatzung. Die "M 203" wurde dann in Pillau bis zum Jahresende repariert. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte das Schiff zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 15. November 1945 erfolgte die Auslieferung an die UdSSR. Ab Mai 1946 wurde das Schiff als Minensucher "T-919" bei der Schwarzmeerflotte und ab Februar 1953 als Bergungsschiff "LAILA" eingesetzt. Die Außerdienststellung war am 1. Juni 1961 mit anschließender Verschrottung im Dezember.

Technische Daten

Länge: 68 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 2,7 m
Verdrängung: 898 t
Maschinenleistung: 2700 kW (3700 PS)
Geschwindigkeit: 18,3 kn
Fahrbereich: 5000 sm (> 9000 km) bei 10 kn

Bewaffnung

2* 10,5 cm
1* 3,7 cm
12* 2 cm
4* MG 34
4* Wabo-Werfer
6* Wabo-Einzellager
30 Minen
ab dem 17. Oktober 1944:
2* 10,5 cm SK C/32
2* 2 cm Vierlings-Flak
4* 2 cm Flak
2 MG 15 mm

M 204

M 204 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 35, das 1940 bis 1941 bei der Neptunwerft, Rostock unter der Baunummer 497 gefertigt wurde.

Historie

Baubeginn war der 19. Mai 1940. Der Stapellauf erfolgte am 21. Dezember 1940. Die Indienststellung ist für den 24. August 1941 bei der 4. Minensuchflottille dokumentiert. Am 1. Dezember 1941 wurde die "M 204" von Kiel nach Cuxhaven verlegt für den Geleit- und Sicherungsdienst in der Nordsee. Am 4. Januar 1942 legte die "M 204" in Cuxhaven ab, um mit der "M 203" nach Kristiansand (Provinz Agder/Norwegen) zu fahren. Im Februar 1942 war das Minensuchboot auch in die Operation "Cerberus" eingebunden. Dann folgten weitere Sicherungsaufgaben und Überprüfungen von Minensperren. Von September bis Dezember 1942 gab es einen längeren Aufenthalt bei der Kriegsmarinewerft, Wilhelmshaven. Zum 1. Januar 1944 wurde die "M 204" der 1. Minensuchflottille zugeordnet. Die Einsätze erfolgten seitdem in der Ostsee. Im November 1944 musste das Schiff mehrere Bombentreffer überstehen. Evakuierungen von Verwundeten und Flüchtlingen erfolgten im Februar 1945 von Pillau nach Danzig, im März von Oxhöft (jetzt Oksywie, Stadtbezirk von Gdynia in Pommern/Polen) nach Kopenhagen sowie am 3. Mai nach Sønderborg (Süddänemark). Ab dem 27. Juli 1945 gehörte das Schiff zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 15. November 1945 erfolgte die Auslieferung an die UdSSR. Ab Mai 1946 wurde das Schiff als Minensucher "T-916" bei der Schwarzmeerflotte und ab September 1952 als Vermessungsschiff "BAROGRAF" eingesetzt. Die Außerdienststellung war am 7. Juli 1956 mit anschließender Verschrottung.

Technische Daten

Länge: 68 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 2,7 m
Verdrängung: 898 t
Maschinenleistung: 2700 kW (3700 PS)
Geschwindigkeit: 18,3 kn
Fahrbereich: 5000 sm (> 9000 km) bei 10 kn

Bewaffnung

2* 10,5 cm
1* 3,7 cm
12* 2 cm
4* MG 34
4* Wabo-Werfer
6* Wabo-Einzellager
30 Minen

M 255

M 255 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 35, das 1940 bis 1941 bei der Deutschen Werft A. G., Hamburg unter der Baunummer 289 gefertigt wurde.

Historie

Der Stapellauf erfolgte am 1. April 1941. Die Indienststellung ist für den 11. Oktober 1941 bei der 4. Minensuchflottille dokumentiert. Es folgten Geleit- und Sicherungsaufgaben in der Nordsee und im Nordmeer. Dazu gehörte auch das Abschießen von treibenden britischen Minen sowie das Auslegen von Minensperren. Im Februar 1942 war das Minensuchboot an der Seine-Mündung auch in die Operation "Cerberus" eingebunden. Vom Februar bis Mai 1943 lag die "M 255" in der Seebeckwerft, Wesermünde (jetzt Bremerhaven). Es folgten wieder Geleitaufgaben und das Auslegen von Minensperren im Nordmeer und später in der Ostsee. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte das Schiff zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 15. November 1945 erfolgte die Auslieferung an die UdSSR. Ab Mai 1946 wurde das Schiff als Minensucher "T-922" bei der Schwarzmeerflotte und ab Oktober 1946 als Versuchsschiff "ISPITATEL" eingesetzt. Die Außerdienststellung war am 31. Januar 1958 mit anschließender Verschrottung.

Technische Daten

Länge: 68 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 2,7 m
Verdrängung: 898 t
Maschinenleistung: 2700 kW (3700 PS)
Geschwindigkeit: 18,2 kn
Fahrbereich: 5000 sm (> 9000 km) bei 10 kn

Bewaffnung

2* 10,5 cm
1* 3,7 cm
9* 2 cm
4* MG 34
4* Wabo-Werfer
6* Wabo-Einzellager
30 Minen

M 256

M 256 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 35, das 1940 bis 1942 bei der Deutschen Werft A. G., Hamburg unter der Baunummer 290 gefertigt wurde.

Historie

Der Stapellauf erfolgte am 31. Mai 1941. Die Indienststellung ist für den 19. Januar 1942 bei der 8. Minensuchflottille dokumentiert. Die "M 256" wurde beim Angriff britischer Flugzeuge am 15. Mai 1942 schwer getroffen (Bombentreffer). Beim Einschleppen im Außenhafen von Cherbourg (Normandie) am gleichen Tag sank das Minensuchboot. Es folgten langwierige Reparaturen, so dass die "M 256" am 5. Mai 1944 der 2. Minensuchflottille zugeordnet wurde. Fünf Monate später kam das Schiff zur 1. Minensuchflottille für Geleit- und Sicherungsaufgaben in der Ostsee. Am 17. April 1945 wurden 121 Überlebende der versenkten "GOYA[21]" geborgen. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte das Schiff zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 29. November 1945 erfolgte die Auslieferung an die UdSSR. Ab Mai 1946 wurde das Schiff als Minensucher "T-923" bei der Schwarzmeerflotte, ab Januar 1955 als Bergungsschiff "BESTAU" und ab März 1958 als Wohnschiff "PKZ-143" eingesetzt. Die Außerdienststellung war am 21. September 1959 mit anschließendem Abwracken.

Technische Daten

Länge: 68 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 2,7 m
Verdrängung: 878 t
Maschinenleistung: 2700 kW (3700 PS)
Geschwindigkeit: 18,2 kn
Fahrbereich: 5000 sm (> 9000 km) bei 10 kn

Bewaffnung

2* 10,5 cm
1* 3,7 cm
12* 2 cm
4* MG 34
4* Wabo-Werfer
6* Wabo-Einzellager
30 Minen

M 323

M 323 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 40, das 1941 bei den Oderwerken, Stettin unter der Baunummer 837 gefertigt wurde.

Historie

Der Stapellauf erfolgte am 9. August 1941. Die Indienststellung ist für den 11. Juni 1942 bei der 27. Minensuchflottille dokumentiert. Der Einsatz erfolgte in der Nordsee. Aufgrund eines Maschinenschadens lief die "M 323" am 29. November 1943 Cuxhaven an. Das Minensuchboot wurde am 10. Mai 1945 britische Beute und ab dem 27. Juli 1945 beim 2. Minenräumdienst, Cuxhaven eingesetzt. Am 19. November 1947 erfolgte die Auslieferung nach Norwegen ohne weitere Indienststellung. In Arendal (Provinz Agder/Norwegen) wurde das Boot 1950 verschrottet.

Technische Daten

Länge: 62 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 2,8 m
Verdrängung: 775 t
Maschinenleistung: 1920 kW (2615 PS)
Geschwindigkeit: 17,5 kn
Fahrbereich: 4000 sm (> 7000 km) bei 10 kn
Besatzung: 70 Mann

Bewaffnung

1* 10,5 cm
4* 3,7 cm
6* 2 cm

M 425

M 425 war die Kennung des Minensuchbootes vom Typ M 40, das 1942 bis 1943 bei der Werft NV Dok en Werf Maatschappi Wilton-Fijenoord, Schiedam (Südholland) unter der Baunummer 681 gefertigt wurde.

Historie

Der Stapellauf erfolgte am 18. Oktober 1942. Die Indienststellung ist für den 31. Januar 1943 bei der 27. Minensuchflottille dokumentiert. Am 5. Juli 1944 wurde ein Geleitzug mit der "M 425" vor der niederländischen Küste von 6 Booten der 58. MTB[22]-Flottille angegriffen. Das gekaperte MTB 666 ging zwei Tage später durch eine Benzinexplosion verloren. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte das Schiff zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 20. November 1945 erfolgte die Auslieferung an die UdSSR. Ab Dezember 1945 wurde das Schiff als Minensucher "T-716", ab Juni 1956 als Entgasungsschiff "DG-35" und ab Februar 1959 als Zielschiff "CL-18" eingesetzt. Die Außerdienststellung war am 12. September 1959 mit anschließendem Abwracken.

Technische Daten

Länge: 62 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 2,8 m
Verdrängung: 775 t
Maschinenleistung: 1920 kW (2615 PS)
Geschwindigkeit: 17,2 kn
Fahrbereich: 4000 sm (> 7000 km) bei 10 kn

Bewaffnung

1* 10,5 cm L/45 Utof
1* 3,7 cm
2* 2 cm Flak, später 7* 2cm Flak
keine Minen

R 133

R 133 war die Kennung des Räumbootes vom Typ R 130-150/Klasse 359, das 1943 bis 1944 bei der Werft Abeking & Rasmussen, Lemwerder (Landkreis Wesermarsch/Niedersachsen) unter der Baunummer 3704 gefertigt wurde.

Historie

Der Stapellauf erfolgte 1943. Die Indienststellung ist für den 14. Januar 1944 bei der 13. Räumbootsflottille dokumentiert. An den sechs Folgetagen wurde das Schiff in Wesermünde (jetzt Bremerhaven), Cuxhaven und Brunsbüttel ausgerüstet. Im Februar er-folgten drei Wochen lang Restarbeiten bei den Deutschen Werken, Kiel. Vom 8. bis 11. Mai wurden Minen auf dem Weg Cuxhaven - Borkum und in der deutschen Bucht vor Cuxhaven gesucht. Am 13. Mai lief die "R 133" von Cuxhaven aus zum Geleit nach Wesermünde (jetzt Bremerhaven). Geleitfahrten und Wracksuche/-bezeichnung in der Nordsee gehörten zur weiteren Haupttätigkeit. Nach einem Fliegerangriff war das Räumboot in einer Werft in Wesermünde. Im November 1944 erfolgte in einer Werft in Emden der Austausch der Voith-Schneider-Propeller. Danach lag das Schiff bis zum 28. Februar 1945 in einer Werft in Cuxhaven. Ein kriegstechnischer Betrieb erfolgte nicht mehr. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte die "R 133" zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Ab dem 1. Januar 1948 war das Minenräumboot beim Minenräumverband Cuxhaven. Am 1. Juli 1951 wurde das Schiff der LSU/B [siehe oben: Historie des Minenräumdienstes] zugeordnet. Das Minenräumboot wurde am 19. Juni 1956 unter der Klasse 359 und mit der Kennung "CP CAPELLA" beim 1. Minensuchgeschwader in Dienst gestellt. Am 1. April 1957 erfolgte die Zuordnung als NATO-Schiff mit der Kennung "M 1050". Die Außerdienststellung war am 20. Februar 1959. Von 1959 bis 1972 war die ehemalige "R 133" Schulboot bei der Technischen Bundesmarine II, Bremerhaven. Am 24. April 1974 erfolgte der Verkauf. Am 21. Juni 1979 kam es zur schweren Brandschäden. Eine Löschübung der Bremerhavener Feuerwehr am 20. November 1979 bedeutete das Ende des ehemaligen Räumbootes.

Technische Daten

Länge: 41 m
Breite: 6 m
Tiefgang: 1,4 m
Verdrängung: 155 t
Maschinenleistung: 1585 kW (2155 PS)
Geschwindigkeit: 19,8 kn
Fahrbereich: 900 sm (> 1600 km) bei 15 kn

Bewaffnung

Kriegsmarine:
1* 3,7 cm
3-6* 2 cm
1* RAG[23]
Bundesmarine:
2* 2 cm Einzellafetten

R 137

R 137 war die Kennung des Räumbootes vom Typ R 130-150/Klasse 359, das 1943 bis 1944 bei der Werft Abeking & Rasmussen, Lemwerder unter der Baunummer 3708 gefertigt wurde.

Historie

Der Stapellauf erfolgte 1943. Die Indienststellung ist für den 23. März 1944 bei der 13. Räumbootsflottille dokumentiert. In den ersten drei Aprilwochen erfolgten noch Restarbeiten in Cuxhaven, Wilhelmshaven und Wesermünde. Räumarbeiten vor Helgoland und Wracksuche gehörten zu den ersten Aufgaben. Im Juli 1944 wurde ein Geleit in Westfriesland von der 21. MTB-Flottille angegriffen. Es gab Tote und Verletzte. Der Frachter "VP 1254" ging verloren. Im Juli wurde in Westfriesland nach einem Fliegerangriff die Besatzung des sinkenden Räumbootes "R 139 " übernommen und nach Norderney gebracht. Im Juli und im August erfolgte die Behebung der Schussschäden in einer Werft in Wesermünde. Bei den weiteren Geleiten kam es häufig zu Kampfhandlungen. Vom 16. bis 28. Oktober war die "R 137" in einer Werft in Cuxhaven. Der 28. Februar 1945 bildete das Ende des kriegstechnischen Betriebs. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte die "R 137" zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Ab dem 1. Januar 1948 war das Minenräum-boot beim Minenräumverband Cuxhaven. Am 1. Juli 1951 wurde das Schiff der LSU/B [siehe oben: Historie des Minenräumdienstes] mit der Kennung "USN 137" zugeordnet. Das Minenräumboot wurde am 31. Juli 1956 unter der Klasse 359 und mit der Ken-nung "JUPITER" der Bundesmarine zugeordnet. Gleich danach erhielt das Schiff neue Kennungen "JI" beim 1. Minensuchgeschwader und ab 1. Oktober 1956 "JU JUPITER" beim 3. Minensuchgeschwader. Am 1. April 1957 erfolgte die Zuordnung als NATO-Schiff mit der Kennung "M 1065". Die Außerdienststellung war am 20. Februar 1959. Gleich anschließend erfolgte der Umbau auf der Mützelfeldtwerft. Am 30. Mai 1961 wurde das Schiff OT 1 (II) mit der Kennung "W 52" bei der Marineortungsschule, Bremer-haven. Am 15. September 1967 war die dortige Außerdienststellung. Die Marinekameradschaft Neuss (Nordrhein-Westfalen) nutzte die ehemalige "R 137" als Heimboot "PULCHRA NUSSIA". Am 28. Oktober 2018 wurde die "PULCHRA NUSSIA" zum Abbruch ausgeschrieben.

Technische Daten

Länge: 41 m
Breite: 6 m
Tiefgang: 1,4 m
Verdrängung: 155 t
Maschinenleistung: 1585 kW (2155 PS)
Geschwindigkeit: 19,8 kn
Fahrbereich: 900 sm (> 1600 km) bei 15 kn

Bewaffnung

Kriegsmarine:
1* 3,7 cm
3-6* 2 cm
ab April 1944: 1* RAG
Bundesmarine:
2* 2 cm Einzellafetten

R 140

R 140 war die Kennung des Räumbootes vom Typ R 130-150/Klasse 359, das 1943 bis 1944 bei der Werft Abeking & Rasmussen, Lemwerder unter der Baunummer 3762 gefertigt wurde.

Historie

Der Stapellauf erfolgte 1943. Die Indienststellung ist für den 25. Mai 1944 bei der 13. Räumbootsflottille dokumentiert. Im Juli 1944 wurde ein Geleit in Westfriesland von der britischen 21. MTB-Flottille angegriffen. Es gab Tote und Verletzte. Der Frachter "VP 1254" ging verloren. Vom 4. bis 15. August erfolgte die Reparatur der Gefechtsschäden in Cuxhaven. Bei den weiteren Geleiten zwischen Rotterdam und Ostfriesland kam es zu zwei Kampfhandlungen. Mitte September war die "R 140" in Emden zur erneuten Beseitigung von Gefechtsschäden. Der 28. Februar bildete das Ende des kriegstechnischen Betriebs. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte die "R 140" zum 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Ab dem 1. Januar 1948 war das Minenräumboot beim Minenräumverband Cuxhaven. Am 1. Juli 1951 wurde das Schiff der LSU/B [siehe oben: Historie des Minenräumdienstes] mit der Kennung "USN 140" zugeordnet. Am 19. Juni 1956 erfolgte die Indienststellung beim 1. Minensuchgeschwader der Bundesmarine unter der Klasse 359 und mit der Kennung "PX POLLUX". Am 1. April 1957 erfolgte die Zuordnung als NATO-Schiff mit der Kennung "M 1054". Die Außerdienststellung war am 20. Februar 1959. Gleich anschließend war es Wohnboot "WBR III" in Kiel. 1970 kam es zum Verkauf an die Schiffswerft Modersitzki, Maasholm (in der Geltinger Bucht, Kreis Schleswig-Flensburg). 1973 schlug das ehemalige Räumboot leck, sank und dient seitdem als Wellenbrecher vor dem Yachthafen Maasholm.

Technische Daten

Länge: 41 m
Breite: 6 m
Tiefgang: 1,4 m
Verdrängung: 155 t
Maschinenleistung: 1585 kW (2155 PS)
Geschwindigkeit: 19,8 kn
Fahrbereich: 900 sm (> 1600 km) bei 15 kn

Bewaffnung

Kriegsmarine:
1* 3,7 cm
3-6* 2 cm
ab April 1944: 1* RAG
Bundesmarine:
2* 2 cm Einzellafetten

R 412

R 412 war die Kennung des Räumbootes vom Typ R 401-424, das 1944 bei der Werft Abeking & Rasmussen, Lemwerder unter der Baunummer 3812 gefertigt wurde.

Historie

Die Indienststellung ist für den 29. Dezember 1944 bei der 2. Räumbootsflottille dokumentiert. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte die "R 412" zur 9. Räumflottille beim 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 1. Dezember 1945 erfolgte die Auslieferung in die UdSSR. Dort lief das Boot als "KT-1030" und ab Februar 1947 als "SK-466". Am 11. Oktober 1950 wurde die "SK-466" abgewrackt.

Technische Daten

Länge: 39 m
Breite: 6 m
Tiefgang: 1,65 m
Verdrängung: 150 t
Maschinenleistung: 2060 kW (2800 PS)
Geschwindigkeit: 25 kn
Fahrbereich: 1000 sm (1800 km) bei 15 kn

Bewaffnung

1* 3,7 cm
6* 2 cm Flak
2* RAG 8,6 cm
12 Minen

R 413

R 413 war die Kennung des Räumbootes vom Typ R 401-424, das 1944-1945 bei der Werft Abeking & Rasmussen, Lemwerder unter der Baunummer 3813 gefertigt wurde.

Historie

Die Indienststellung ist für den 10. Januar 1945 bei der 2. Räumbootsflottille dokumentiert. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte die "R 412" zur 9. Räumflottille beim 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 1. Dezember 1945 erfolgte die Auslieferung in die UdSSR. Dort lief das Boot als "KT-1031" und ab Februar 1947 als "SK-467". Am 11. Oktober 1950 wurde die "SK-466" abgewrackt.

Technische Daten

Länge: 39 m
Breite: 6 m
Tiefgang: 1,65 m
Verdrängung: 150 t
Maschinenleistung: 2060 kW (2800 PS)
Geschwindigkeit: 25 kn
Fahrbereich: 1000 sm (1800 km) bei 15 kn

Bewaffnung

1* 3,7 cm
6* 2 cm Flak
2* RAG 8,6 cm
12 Minen

R 414

R 414 war die Kennung des Räumbootes vom Typ R 401-424, das 1944-1945 bei der Werft Abeking & Rasmussen, Lemwerder unter der Baunummer 3814 gefertigt wurde.

Historie

Die Indienststellung ist für den 19. Januar 1945 bei der 2. Räumbootsflottille dokumentiert. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte die "R 412" zur 9. Räumflottille beim 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 1. Dezember 1945 erfolgte die Auslieferung in die UdSSR. Dort lief das Boot als "KT-1050", ab Juni 1946 als "NO-1" und ab September 1949 als Forschungsschiff "ISKATEL". Am 15. Mai 1956 wurde die "ISKATEL" abgewrackt.

Technische Daten

Länge: 39 m
Breite: 6 m
Tiefgang: 1,65 m
Verdrängung: 150 t
Maschinenleistung: 2060 kW (2800 PS)
Geschwindigkeit: 25 kn
Fahrbereich: 1000 sm (1800 km) bei 15 kn

Bewaffnung

1* 3,7 cm
6* 2 cm Flak
2* RAG 8,6 cm
12 Minen

R 415

R 415 war die Kennung des Räumbootes vom Typ R 401-424, das 1944-1945 bei der Werft Abeking & Rasmussen, Lemwerder unter der Baunummer 3815 gefertigt wurde.

Historie

Die Indienststellung ist für den 1. Februar 1945 bei der 2. Räumbootsflottille dokumentiert. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte die "R 415" zur 9. Räumflottille beim 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 1. Dezember 1945 erfolgte die Auslieferung in die UdSSR. Dort lief das Boot als "KT-1032" und ab Februar 1947 als "SK-468". Am 11. Oktober 1950 wurde die "SK-468" abgewrackt.

Technische Daten

Länge: 39 m
Breite: 6 m
Tiefgang: 1,65 m
Verdrängung: 150 t
Maschinenleistung: 2060 kW (2800 PS)
Geschwindigkeit: 25 kn
Fahrbereich: 1000 sm (1800 km) bei 15 kn

Bewaffnung

vermutlich wie "R 412" (in den Quellen nicht angegeben)

R 416

R 416 war die Kennung des Räumbootes vom Typ R 401-424, das 1944-1945 bei der Werft Abeking & Rasmussen, Lemwerder unter der Baunummer 3816 gefertigt wurde.

Historie

Die Indienststellung ist für den 7. Februar 1945 bei der 2. Räumbootsflottille dokumentiert. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte die "R 412" zur 9. Räumflottille beim 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 1. Dezember 1945 erfolgte die Auslieferung in die UdSSR. Dort lief das Boot als "KT-1033" und ab Februar 1947 als "SK-469". Am 11. Oktober 1950 wurde die "SK-469" abgewrackt.

Technische Daten

Länge: 39 m
Breite: 6 m
Tiefgang: 1,65 m
Verdrängung: 150 t
Maschinenleistung: 2060 kW (2800 PS)
Geschwindigkeit: 25 kn
Fahrbereich: 1000 sm (1800 km) bei 15 kn

Bewaffnung

1* 3,7 cm
6* 2 cm Flak
2* RAG 8,6 cm
12 Minen

R 417

R 417 war die Kennung des Räumbootes vom Typ R 401-424, das 1944-1945 bei der Werft Abeking & Rasmussen, Lemwerder unter der Baunummer 3817 gefertigt wurde.

Historie

Die Indienststellung ist für den 14. Februar 1945 bei der 2. Räumbootsflottille dokumentiert. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte die "R 412" zur 9. Räumflottille beim 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 4. November 1945 erfolgte die Auslieferung in die UdSSR. Dort lief das Boot als "KT-1012" und ab Februar 1947 als "SK-252". Am 23. Januar 1956 wurde die "SK-352" abgewrackt.

Technische Daten

Länge: 39 m
Breite: 6 m
Tiefgang: 1,65 m
Verdrängung: 150 t
Maschinenleistung: 2060 kW (2800 PS)
Geschwindigkeit: 25 kn
Fahrbereich: 1000 sm (1800 km) bei 15 kn

Bewaffnung

1* 3,7 cm
6* 2 cm Flak
2* RAG 8,6 cm
12 Minen

R 419

R 419 war die Kennung des Räumbootes vom Typ R 401-424, das 1944-1945 bei der Werft Abeking & Rasmussen, Lemwerder unter der Baunummer 3901 gefertigt wurde.

Historie

Die Indienststellung ist für den 28. Februar 1945 bei der 2. Räumbootsflottille dokumentiert. Ab dem 27. Juli 1945 gehörte die "R 412" zur 9. Räumflottille beim 2. Minenräumdienst, Cuxhaven. Am 1. Dezember 1945 erfolgte die Auslieferung in die UdSSR. Dort lief das Boot als "KT-1036" und ab Februar 1947 als "SK-472". Am 11. Oktober 1950 wurde die "SK-472" abgewrackt.

Technische Daten

Länge: 39 m
Breite: 6 m
Tiefgang: 1,65 m
Verdrängung: 150 t
Maschinenleistung: 2060 kW (2800 PS)
Geschwindigkeit: 25 kn
Fahrbereich: 1000 sm (1800 km) bei 15 kn

Bewaffnung

vermutlich wie "R 412" (in den Quellen nicht angegeben)

Literatur

Deutschland zur See. Illustrierte Marinegeschichte von den Anfängen bis heute - Schulze-Wegener, G. - Hamburg, Berlin, Bonn: E. S. Mittler & Sohn GmbH, 2010 - 254 S. - 3., durchgesehene Auflage - ISBN 978-3-8132-0920-4
Der Zweite Weltkrieg. Ein Lexikon - Zentner, Ch. - Wien: Tosa Verlag, 2003 - 587 S. - ISBN 3-85492-818-1

Weblinks

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Fußnoten

  1. Z.B. befanden sich der 1. MRD in Kiel und der 3. MRD in Kopenhagen.
  2. Barbarossa: Deckname für den Angriff auf die Sowjetunion
  3. Cerberus: Deckname für den Kanaldurchbruch (Ärmelkanal) schwerer deutscher Überwassereinheiten (Schlachtschiffe "SCHARNHORST" (Kriegsmarinewerft, Wilhelmshaven; Indienststellung am 7. Januar 1939; 235 m lang; 40 m breit; Tiefgang 9,9 m; Verdrängung: 38100 t; Maschinenleistung 110450 kW (150170 PS); Geschwindigkeit 31,5 kn; bis 1840 Mann Besatzung; wurde am 26. Dezember 1943 im Nordmeer versenkt) und "GNEISENAU" (Schwesternschiff der SCHARNHORST; Werft Deutsche Werke, Kiel; Indienststellung am 21. Mai 1938; Geschwindigkeit 31 kn; am 28. März 1945 in Gotenhafen (Gdingen/Danziger Bucht) von der Kriegsmarine als Blockschiff versenkt) sowie Schwerer Kreuzer "PRINZ EUGEN" (Germaniawerft, Kiel; Indienststellung am 1. August 1940; Länge 208 m; Breite 22 m; Verdrängung 18400 t; Geschwindigkeit 32 kn; bis 1599 Mann Besatzung; am 17. Dezember 1946 als Testobjekt für Kernwaffenversuche im südlichen Pazifik gekentert) von Brest (Bretagne/Frankreich) nach Wilhelmshaven
  4. GRAF ZEPPELIN: Werft Deutsche Werke, Kiel; Stapellauf am 8. Dezember 1938; nur zu rund 90 % fertiggestellt; 262 m lang; 36 m breit; Tiefgang 8,5 m; Verdrängung 31367 t; Maschinenleistung 147000 kW (200000 PS); Geschwindigkeit 33,8 kn; geplant für 42 Flugzeuge; ab 1943 in Stettin Ersatzteillieferant für andere Kriegsschiffe; am 25. April 1945 durch Sprengung auf Grund gesetzt, um den Flugzeugträger für die Rote Armee unbrauchbar zu machen
  5. UdSSR: Union der sozialistischen Sowjetrepubliken - kurz: Sowjetunion
  6. Hulk: Schiff ohne Antrieb (bei Segelschiffen: ohne Mast); Verwendung als Wohnschiff, Lager o. ä.
  7. SK: Schnellladekanone
  8. Flak: Fliegerabwehrkanone
  9. HMS STARFISH: Kennung 19S; Swordfish-Klasse; 1932-1933 gebaut; 62 m lang; 7 m breit; Geschwindigkeit <14 kn (aufgetaucht); am 9. Januar 1940 gesunken
  10. Weserübung: Deckname für die militärischen Operationen zur Besetzung von Dänemark und Norwegen zur Sicherung der schwedischen Erzlieferungen und der Zugänge zur Ostsee
  11. Auf lettischem Gebiet von der Roten Armee eingeschlossene Heeresgruppe
  12. Wasserbombenwerfer
  13. Kaspische Flottille: Marineverband im Kaspischen Meer mit Sitz in Baku (jetzt in Astrachan)
  14. Torpedofangboot: Schiff zur Bergung verschossener Übungstorpedos
  15. OMGUS: Office of Military Government for Germany (U. S.), höchste Verwaltungseinrichtung der amerikanischen Besatzungszone Deutschlands
  16. Utof: U-Boot-/Torpedoboot-Flak
  17. MK: Maschinenkanone
  18. Tender: Schiff, das als Versorgungs- bzw. Arbeitsschiff verwendet wird
  19. Kriegsmarinewerft: Nachfolgerin der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven (1871-1918); bedeutende Marinewerft von 1933-1945; u. a. Neubau des Schlachtschiffes "TIRPITZ"
  20. U 416: Danziger Werft; Typ VII C; Indienststellung am 4. November 1942; 67 m lang; 6 m breit; max. 17,6 kn (aufgetaucht)
  21. GOYA: Frachtschiff; Indienststellung am 4. April 1940; 146 m lang; 17 m breit; Verdrängung 5230 BRT; am 17. April 1945 von einem sowjetischen U-Boot versenkt
  22. MTB: Motortorpedoboot (Schnellboot)
  23. RAG: Raketenwerfer