Schleusenpriel

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Der Schleusenpriel 2007

Der Ritzebütteler Schleusenpriel befindet sich im Mündungsbereich der Altenwalder Wettern.

Um das Eindringen von Wasser bei höheren Fluten ins Binnenland zu verhindern, wurden ab 1.100 n.Chr. die ersten Deiche errichtet. Er überquerte den Schleusenpriel an der heutigen Bahnhofstraße. Später wurde der Schleusenpriel durch einen westlichen und einen östlichen Deich eingegrenzt. Damit weiterhin Wasser aus der Altenwalder Wettern in den Schleusenpriel abfließen konnte, war der Einbau einer Schleuse erforderlich. Die älteste, hier dreitorige Schleuse wird beim Schlosspark in der Nähe der Westerreihe vermutet, was aber kaum anzunehmen ist.

Danach wurde 1708 die Schleuse östlich des Kaemmererplatzes erneuert. Diese Schleuse hatte bis zum Jahr 1961 Bestand.

Noch im 19. Jahrhundert war der Schleusenpriel bis zur Ritzebüttler Schleuse schiffbar und wurde durchgehend als Hafen genutzt. So befand sich in den Jahren 1847 - 1880 linksseitig vor der Schleuse am Schleusenpriel auf dem Löschplatz ein hölzener Krahn des Döser Steinmetzen Hahl zum Umschlag von Rohsteinen und vermutlich Baustoffen. Dazu waren Teile der Uferkante befestigt.

Im 16. Jahrhundert befand sich auf einer Insel im oberen Schleusenpriel eine Muschelkalkbrennerei, evtl. ein Vorläufer der späteren Kalkbrennerei am Schwarzen Weg beim Kalkofenwehl.

Ehemaliger Damm über den Schleusenpriel mit Gleis für die Kanonenbahn

Mit dem Bau der Kanonenbahn 1891 entsteht als Bahntrasse und Fußgängerübergang (Schwarzer Weg) der neue Schleusendamm inkl. zusätzlicher Schleuse (Fertigstellung 30.8.). Dieser verläuft in etwa zwischen jetziger Stadtbücherei und der Löwenapotheke.
Damit ist der `obere´ Schleusenpriel sturmflutgesichert und der westliche Obdeich wird bis zur Löwen-Apotheke abgetragen. Vom weiteren Verlauf abgetrennt wird der freigewordene Bereich optisch aufgewertet. Während des Zweiten Weltkrieges wird seine Westseite parallel mit einem Schutzbunker für 200 Personen versehen, in dem nach dem Krieg zunächst ein Fotolabor (Foto Lues), später ein Fischrestaurant eröffnet (Brendel-Klause). Dieser wird 1965 teilweise geschleift und der Bereich parkähnlich gestaltet. Bei der Herrichtung des Standplatzes für den Gaffelschoner "Hermine" Anfang der 1990er Jahre wird ein weiterer Teil des Bunkers beseitigt.

Im Jahre 1909 wird der wegen des Dammes vorverlegte Lösch- und Ladeplatz verlängert.

Ab Juli 1910 wird der Schleusenpriel insgesamt verbreitert. Dazu werden zwei Schuppen der Mützelfeldtwerft abgerissen.

Schleusenpriel 1961

Durch eine weitere Querdämmung Anfang der 80er Jahre des 20. Jh. mit integrierter Schleuse für den Bau der Konrad-Adenauer-Allee (Benennung 1983) verkürzt sich abermals der schiffbare Teil des Schleusenpriels. Später wird ein weiterer Teil des westlichen Obdeiches, sowie der zweite Schleusendamm abgetragen und durch eine Fußgängerbrücke ersetzt, da die Bahnverbindung, zuletzt als Zulieferung zum ehem. Gaswerk, nicht mehr besteht. Die (Park-) Anlage des `oberen´ Schleusenprieles wird bis zur Konrad-Adenauer-Allee ausgedehnt. Im Schleusenprielbecken wird am 1. Juli 1979 eine Wasserfontaine in Betrieb genommen. Ebenso fällt auch die Ritzebüttler Schleuse im Zuge von Renovierungsarbeiten weg. Der über die Ritzebüttler Schleuse führende Deich war bereits mit der Fertigstellung des zweiten Schleusendammes abgetragen worden. Es bleibt eine Brücke.

Schleusenpriel im Winter 1981/1982

Auf der gesamten Länge siedelt sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend Hafenindustrie an, hauptsächlich Werftbetriebe. 1802, am 28.7., beginnt die Elkerswerft ihre Arbeit auf einer Insel im Priel, die 1850 durch einen Damm landfest gemacht wird. Später Düvvels, Bufe, Mützelfeldt. 1814 zieht auf der gegenüberliegenden Hafen(ost)seite der Zimmermann Take Janzen mit einer eigenen Werft nach. Sie geht allerdings noch im gleichen Jahr an Eggers über. 1850 wird die Insel der Bufewerft im Schleusenpriel durch einen Damm landfest gemacht.

Zeitweise findet sich hier aber auch ein Freibad (Volksbadeanstalt ab 1925), sowie ab 1889 ein Minendepot der Cuxhavener Marineverwaltung (bis 31.August 1920).

Während, bzw. kurz nach dem 2.Weltkrieg machten sich am Ostufer des Schleusenpriels Kutterwerften einen Namen.

Nahe der Klappbrücke nimmt der Schleusenpriel an der Döser Schleuse das Wasser der Döser Wettern auf.

Im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen für den Hafenbereich entsteht 2008 vor der Klappbrücke eine massive Hochwassersperre, sodass ab der Klappbrücke das gesamte zurückliegende Gebiet gesichert ist.

Der `untere´ Schleusenpriel fließt ab der Klappbrücke an der Zollkaje/Fährstraße zum Alten Hafen erweitert und ausgebaut an der Alten Liebe in die Elbe.


Nutzung

Mehrzweckhafen für Werften, Bäder- und Inselverkehr, Marina Cuxhaven, Sportschiffer, sowie für das Wasser und Schifffahrtsamt (N-Ports).

Bilder


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