Tidenhub

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Der Tidenhub (ndd. Tide, tiet=Zeit) ist die Amplitude der Gezeiten, also der Unterschied zwischen dem Scheitelpegel einer Flut (Hochwasser, HW) und dem untersten Pegelstand einer Ebbe (Niedrigwasser, NW). Als Referenzniveau für HW und NW ist in den letzten Jahren neben Normalnull (NN) das Seekartennull (SKN) getreten.

Da die Gezeiten von der Stellung von Mond und Sonne zur Erde abhängigen, ändert sich die Tidenkurve in einer von den Mondphasen abhängigen Periode. Der Zeitabstand zweier aufeinander folgender Hochwasser beträgt etwa 12 h 15 min, so das sich die Zeiten von HW und NW von Tag zu Tag verschieben. Auch der Tidenhub ändert sich. Dabei nennt man das Maximum Springtide, das Minimum Nipptide.

Außer den Gezeiten beeinflussen Windrichtung und Windstärke den realen mittleren Wasserstand und damit auch Hochwasserhöhe (HWH) und Niedrigwasserhöhe (NWH). Besonders bedrohlich ist, wenn eine Sturmflut mit einer Springtide zusammenfällt.


Ausbaumaßnahmen in Tideflüssen können zu einer Erhöhung des Tidenhubes führen. Eindeichung und der Bau von Sperrwerken verstärkt die Trichterwirkung. Ausbaggerung und Flussbegradigung führen zur Beschleunigung der Strömungen. Der örtliche Gipfel des Tidenhubs verschiebt sich flussaufwärts. Da die Strömungsbeschleunigung außer der Pendelbewegung des Tidestroms auch die Gesamtbewegung des Flusswassers in Richtung Meer betrifft, ist in der Regel die Absenkung des Niedrigwassers ausgeprägter als die Anhebung des Hochwassers. Die Ausbaumaßnahmen der Unterelbe in den letzten 50 Jahren haben zu einer Erhöhung des mittleren Tidenhubes beim Pegel St. Pauli von 1,50 Meter im Jahr 1840 auf über 3,60 Meter (2003) geführt.

Watt nennt man den Bereich einer Küste, der durch den Tidenhub zweimal täglich bei Hochwasser überflutet wird und bei Niedrigwasser wieder „trocken“ fällt.