Großer Vogelsand (Leuchtturm)

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Leuchtturm Großer Vogelsand

Das Leuchtfeuer Großer Vogelsand war ein Leuchtturm in der Elbe-Mündung.

In der Elbmündung befindet sich die Sandbank Großer Vogelsand. An der Südseite dieser Sandbank befand sich der Leuchtturm Großer Vogelsand auf der Position 53° 59’ 47’’ Nord, 8° 28’ 41’’ Ost. Die Aufgabe des Turmes bestand in der Wegweisung für einkommende Schiffe in der Elbmündung. Gleichzeitig gab es mehrere Sektorenfeuer für Nebenfahrwasser. Der Leuchtturm war wurde vollautomatisch ferngesteuert und kam ohne Leuchtturmwärter aus.

Der Leuchtturm wurde in den Jahren 1973 und 1974 errichtet. Hierzu wurde zunächst ein Gründungsrohr mit einem Durchmesser von fünf Metern in den Meeresboden eingespült. Auf diesem Rohr wurde mittels eines Schwimmkranes der an Land gefertigte Leuchtturm aufgesetzt. Mit einer Bausumme von 15 Millionen Deutsche Mark ist er der teuerste Leuchtturm Deutschlands und ersetzte mit der Inbetriebnahme am 23. Mai 1974 das im Dezember 1974 von einem dänischen Frachter gerammte Feuerschiff ELBE 2. Der 82 Meter hohe Turm ragt 45 Meter aus dem Wasser heraus.

Die leuchtfeuertechnische Einrichtung bestand aus drei Präzisionssektorenfeuern, einer Drehoptik und einer Gürteloptik für mehrere Leit-, Warn- und Orientierungsfeuer. Außerdem ist der Leuchtturm mit Seefunkfeuer, Radar-Antwortbake und einer Luft-Nebelschallanlage ausgerüstet. Der Turmschaft wird nachts von Scheinwerfern angestrahlt. Die Stromversorgung erfolgt mit drei Dieselaggregaten auf dem Maschinendeck. Das dreigeschossige Turmoberteil ist mit einer Hubschrauberlandeplattform versehen. Für das Wartungspersonal und Schiffbrüchige sind Notunterkünfte vorhanden. Das frei zugängliche Einstiegsportal zur Aufnahme von Schiffbrüchigen wird mit einer Fernsehkamera überwacht. Das Wartungspersonal wurde mit einem Hubschrauber oder dem Tonnenleger am Turm abgesetzt. Das Leuchtfeuer wurde von Cuxhaven per Richtfunk ferngesteuert, die Sichtweite betrug 17 Seemeilen. Durch die Entwicklung in der Navigation und natürliche Verlegung des Fahrwassers ist dieses moderne Feuer überflüssig geworden und wurde am 14. Oktober 1998 abgeschaltet. Der Turm wird jetzt nur noch von außen angestrahlt.

Versuche, den Turm nach seiner Außerdienststellung als Hotel zu nutzen, scheiterten. Im Jahr 2007 hat das WSA-Cuxhaven den Rückbau des Turmes beschlossen, so dass nur noch der Turmschaft übrig blieb.

Die Kanzel mit den Hubschrauberdeck wurde ab 16. Dezember 2008 demontiert und durch einen kleinen Bakenkopf auf dem Mast ersetzt. Dazu ist der Kopf mit etlichen Messgeräten ausgestattet. Der alte 250 Tonnen schwere 3-etagige Leuchtturmkopf hat seinen Platz auf dem Gelände des havenhostel [1] in Bremerhaven gefunden.

==Bilder==>


Fußnoten

  1. havenhostel