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Grabhügelgruppe Drei-Berge

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Grabhügelgruppe "Drei Berge" 2026
Hinweistafel

Die Grabhügelgruppe Drei Berge ist ein bronzezeitliches Hügelgräberfeld südlich des Dorfes Berensch im Cuxhavener Stadtteil Berensch-Arensch. Sie besteht aus drei erhaltenen Grabhügeln, die zu den markantesten bronzezeitlichen Denkmälern der Region gehören. Die Hügel stehen unter Denkmalschutz und sind Teil des Vorgeschichtspfads Berensch-Arensch. Ihr Name verweist auf die charakteristische Erscheinung der drei nebeneinanderliegenden Hügel.

Lage

Die Grabhügelgruppe liegt etwa 2 Kilometer südlich der Berenscher Dorfstraße, etwa 300 Meter östlich des Fuchsbergs. Sie befindet sich westlich der Oxstedter Straße in einem bewaldeten Gebiet. Die Lage im Wald hat die Hügel vor der weitgehenden Zerstörung durch landwirtschaftliche Nutzung bewahrt, der viele andere Grabhügel in der Region zum Opfer fielen. Die Koordinaten der Grabhügelgruppe sind 53.8083 Grad N / 8.5925 Grad O.

Beschreibung und Erhaltungszustand

Die drei Grabhügel sind stark bewachsen, was eine klare Sicht auf ihre Strukturen erschwert. Dennoch sind sie als markante Erhebungen im Gelände gut erkennbar. Die verbliebenen Durchmesser der Hügel variieren zwischen 13 und 19 Metern, ihre Höhen liegen zwischen 2,00 und 2,60 Metern. Aufgrund ihrer Größe und Form wird die Grabhügelform in die ältere Bronzezeit datiert.

Die Hügel sind als Rundhügel angelegt, was für bronzezeitliche Grabanlagen typisch ist. Die dichte Bewuchsung mit Sträuchern und Bäumen ist einerseits ein Zeichen der natürlichen Rückeroberung durch den Wald, andererseits hat sie die Hügel vor weiteren menschlichen Eingriffen geschützt.

Geschichte und archäologische Bedeutung

Die Grabhügelgruppe Drei Berge gehört zu einer größeren Gruppe bronzezeitlicher Bestattungsdenkmäler in der Umgebung von Berensch. In direkter Nachbarschaft liegen der Goldberg (ca. 300 m westlich) und der Fuchsberg (ca. 300 m westlich). Zusammen bilden diese Hügel ein Ensemble von regionaler Bedeutung, das auf eine intensive Besiedlung und Nutzung des Gebiets in der Bronzezeit hinweist.

Die Hügel wurden bisher nicht archäologisch ausgegraben. Es ist daher anzunehmen, dass die zentralen Bestattungen im Inneren der Hügel noch intakt sind. Dies macht die Drei Berge zu einem besonders wertvollen Denkmalkomplex, da unberührte Bestattungskontexte für die Wissenschaft von unschätzbarem Wert sind. Die Konzentration von drei Hügeln an einem Ort deutet auf eine Familien- oder Sippengenossenschaft hin, die hier ihre Toten über mehrere Generationen hinweg bestattete.

Militärische Nutzung im Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die bronzezeitlichen Grabhügel der Drei Berge für militärische Zwecke genutzt. Auf zwei der Hügel wurde eine leichte Flakstellung der Luftwaffe eingerichtet, die vermutlich zur Objektsicherung einer gegenüber der Oxstedter Straße liegenden schweren Flakbatterie diente. Auf einem der Hügel stand ein Flakscheinwerfer, auf einem anderen ein leichtes Flakgeschütz.

Diese militärische Nutzung führte zu Schäden an den Hügeln: Es wurden Betonfundamente gegossen, Laufgräben angelegt und Schutzwälle errichtet. Noch heute sind Betonreste und Geländeverwerfungen sichtbar, die auf die ehemalige Flakstellung hinweisen. Ein alliiertes Luftbild von 1945 dokumentiert die Anlage. Nach Abzug der 6./Reserve-Flak-Abteilung 333 blieb die Stellung offenbar ungenutzt. Es besteht die Vermutung, dass ab 1941 der Flakscheinwerfer der Marine-Leuchtgruppe 10 (Oxstedt) hier seinen Standort bezog.

Die Informationstafel des Vorgeschichtspfads weist auf die doppelte Geschichte der Drei Berge hin: als bronzezeitliche Grabanlagen und als militärischer Standort im Zweiten Weltkrieg. Diese überlagernde Nutzung ist typisch für viele archäologische Denkmäler in Norddeutschland, die aufgrund ihrer markanten Lage immer wieder für militärische Zwecke genutzt wurden.

 Die zerstörte Grabhügelgruppe 

Die Drei Berge waren ursprünglich Teil einer noch größeren Grabhügelgruppe. Nach Angaben der Königlichen Preußischen Landesaufnahme von 1878 waren noch drei Grabhügel vorhanden. 1924 wurden von Karl Waller nur noch zwei Grabhügel inventarisiert. Mitte der 1970er Jahre kartierte Guentzler vier Hügel, wobei es sich bei dem vierten Hügel jedoch um einen militärischen Maschinengewehrstand handelte. Diese Diskrepanzen in den historischen Aufzeichnungen zeigen, wie sehr die ursprüngliche Anlage durch menschliche Eingriffe verändert wurde.

Viele der ursprünglich vorhandenen Grabhügel in der Umgebung wurden durch landwirtschaftliche Nutzung, Forstwirtschaft oder militärische Nutzung zerstört. Die Drei Berge, der Goldberg und der Fuchsberg sind die letzten erhaltenen Zeugen dieser einstigen Nekropole. Ihre Lage im geschützten Waldgebiet hat sie vor der vollständigen Zerstörung bewahrt.

Natur und Landschaft

Die Drei Berge liegen in einem bewaldeten Gebiet der Cuxhavener Küstenheide. Die Umgebung ist geprägt von Kiefern- und Birkenwald mit typischer Heidevegetation. Die Hügel selbst sind mit Bäumen und Sträuchern bewachsen und fügen sich harmonisch in die Umgebung ein. Die Lage im Wald bedeutet, dass die Hügel vor intensiver landwirtschaftlicher Nutzung geschützt sind.

Die Kombination aus archäologischem Denkmal und Waldlandschaft macht die Drei Berge zu einem besonderen Ort. Hier lassen sich Vorgeschichte und Naturerlebnis miteinander verbinden. Die ruhige, naturbelassene Umgebung bietet einen starken Kontrast zu den landwirtschaftlich genutzten Flächen, in denen sich der Goldberg befindet.

Heutige Bedeutung und Denkmalschutz

Die Drei Berge stehen unter Denkmalschutz und sind im Denkmalatlas Niedersachsen eingetragen. Sie gehören zu den 89 archäologischen Baudenkmalen, die im Cuxhavener Stadtgebiet festgestellt wurden. Der Denkmalschutz soll die Hügel vor weiteren Schäden bewahren und ihre wissenschaftliche Untersuchung für zukünftige Generationen sichern.

Die Drei Berge sind eine Station des Vorgeschichtspfads Berensch-Arensch, der 2011 vom Touristik- und Bürgerverein Berensch‑Arensch e.V. angelegt wurde. Der Pfad verbindet verschiedene archäologische Fundstellen in der Umgebung und ermöglicht es Interessierten, die lange Besiedlungsgeschichte der Region zu erleben. Eine Informationstafel an den Drei Bergen informiert über die Geschichte und Bedeutung der Hügel – von der Bronzezeit bis zum Zweiten Weltkrieg.

Literatur

  • Wendowski-Schuenemann, A. & Thees, T.: Drei Berge. Information panel (2011).
  • Wendowski-Schuenemann, A.: Grabhügel und Grabhügelgruppen in Cuxhaven. Untersuchungen zum Bestand einer gefährdeten Denkmalgruppe. In: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern, Bd. 81, Bremerhaven 2002/03, S. 11-80.
  • Kraus, Uwe: Der kleine Nachbar vom Hoepenberg: Ein bronzezeitlicher Grabhügel in Cuxhaven-Berensch und seine Nachnutzungen. In: Leipziger Forschungen zur Ur- und Frühgeschichtlichen Archäologie 2023.

Weblinks

  • Megalithic Portal - Drei Berge Huegelgraeberfeld bei Berensch (englisch)
  • Flakstellung Drei Berge
  • Touristik- und Bürgerverein Berensch-Arensch e.V.
  • Denkmalatlas Niedersachsen

Karte

Karte Berensch Vorgeschichtspfad.jpg

Kartendaten ©OpenStreetMap contributors - Open Database License (ODbL)

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