Böhme-Werft

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ehem. Böhme-Werft 2015
ehem. Böhme-Werft 2017
ehem.Böhme-Werft 2020

Die Böhme-Werft war eine Werft an der Ostseite des Schleusenpriels. Auf der Werft wurden Fischkutter und Sportboote gebaut. Im Jahr 1952 wurde für den Bundesgrenzschutz das Flottillenboot W18 gebaut.

Allgemeines

Im Jahre 1934 gründete Oskar Böhme zusammen mit seinem Partner Ernst Dobleb einen kleinen Werftbetrieb. Die erste kleine Werkstatt befand in unmittelbarer Nähe zur Mützelfeldtwerft am Slippen. Beide hatten sich in Hamburg und Cuxhaven Kenntnisse im Schiffbau erworben, so daß das kleine Unternehmen in der Lage war insbesondere Schiffsreparaturen an den vielen in Cuxhaven beheimateten Fisch- und Krabbenkuttern vorzunehmen. O.Böhme war für die Holzarbeiten zuständig, während sich E.Dobleb auf die Schlosser- bzw. Motorarbeiten spezialisierte.

Solide Handwerksarbeit und das Geschick der beiden Bootsbauer erlaubte dem Betrieb eine stetige Vergrößung, bis dann - bedingt durch den 2.Weltkrieg - die Mützelfeldwerft den Platz der Böhme-Werft für Erweiterungsbauten beanspruchte und von Staats wegen zugesprochen kam.

Nach dem Krieg sah sich die Werft nach einem anderen Gelände um und erhielt einen Platz an der Kapitän-Alexander-Straße zugewiesen, wo der Aufbau der Werft unter schwierigsten Bedingungen begann. Weil vor der Währungsreform Geld keinen Wert hatte, wurden die Rotklinkersteine für den Bau des Hauptgebäudes im Tausch gegen Fässer mit Salzheringen erworben, der Zement zum Mauern wurde in Heringsfässern selbst aus dem Werk in Hemmoor geholt.

Es gelang der Werft sich günstige Holzlieferungen aus dem Harz zu besorgen. So war die Böhme in der Lage sich neben Reparaturen auch an den Neubau kleinerer Krabbenkutter heranzuwagen. Mit der Rückkehr der der beiden Schwiegersöhne, die die Abteilungen Zimmereri bzw. Schlosserei übernahmen, konnte sich der Werftchef selbst mehr dem Aufbau der Firma widmen. Unmittelbar nach der Währungsreform 1948 entstand auf dem Werftgelände ein Neubau für die Werkstätten. Ein so genanntes "Gatter" (Holzsäge) wurde angeschafft. Jetzt konnte die Werft auch die stärksten Baumstämme selber zuschneiden. Vorher mußte diese Arbeit von der Tischlerei Bredehorst in der Lehmkuhle durchgeführt werden.


1948 Wurde im Auftrag von Otto Huck aus Dorum der Fischkutter (Grete)gebaut der unter der "Reg.Nr.DOR 56" gelistet wurde.

Einer von der Werft gebauter Fischkutter (Liesel Denker) wurde am 24. April 1950 nach Helgoland geliefert.

1956 wurde auf der Böhme-Werft der Fischkutter (Neptun), für Rudolf Stelling in Dorum, mit der "Reg.Nr. DOR 6" gebaut.

1963 wurde der Cuxhavener Fischkutter (Cormoran) für Max Eder aus Cuxhaven gebaut, der unter "Reg.Nr. NC462" gelistet wurde.

1964 Wurde auf der Böhmewerft ein Boot aus"G.F.K" als erster Test im Einrollverfahren von den geb. Mehlis hergestllt und das nach Fertigstellung. (An die Bauleitung der "Firma Holzmann", Seeschleusen-Baustelle Cuxhaven verkauft wurde.)


Zweimast Gaffelkutterjacht

Eine Zweimast-Gaffelkutterjacht aus Kambala[1] mit zwei Motoren und zwei Schrauben wurde 1965 an einen englischen Hotelkettenbesitzer geliefert.


SONNNLAND 2 / BECKS / ODIN

Eine Zweimast-Gaffelkutterjacht aus Kambala mit zwei Motoren und zwei Schrauben wurde 1967 an den Unternehmer Dr. Horst-Günther Hisam [2] mit dem Namen "SONNENLAND 2" geliefert.


Verbleib der SONNENLAND 2

Die SONNENLAND 2 fuhr in den 1990er unter dem Namen "BECKS" und wurde um 1998 zur ODIN mit Heimathafen Monaco.


Artikel über die ODIN (französisch) Weblink


3) Eine Zweimast-Gaffelkutterjacht aus Kambala mit zwei Motoren und zwei Schrauben wurde 1968 über Hamburg im Schiffsversand an einen US-Amerikaner geliefert.

Materialien

Holzstämme wurden als Rohprodukt mit der D-Bahn Kapitän-Alexander Str. angeliefert und auf der Böhmewerft vergattert-gelagert und von den Tischlern und Bootsbauern weiterverarbeitet.

Schwere Stahl und Maschinenteile wurden mit eigenen Hebewerkzeugen bewegt und nach Aufarbeitung in der Dreherei-Motorenschlosserei und Schmiede vor Ort an der Werftpier oder den zwei werfteigenen Slipwagen in und auf den Schiffen eingebaut.

GFK Werkstoff wurde von Bootsbauer und Tischler mit Fortbildung für Boote,Fischräume und Eisschutz verbaut.

Die Neubauhalle war von 1963-1968 immer mit Kutterneubauten belegt für die Heinrich Hummel verantwortlich war.

Oskar Böhme hat bis in seinem hohem Alter unternehmerische Verbesserungen und Erneuerungen an seiner Werft durchgeführt.

Nach Oskar Böhmes Tod 1968 wurde die Werft noch bis 1979 als GmbH weitergeführt, bevor sie an die Familie Detzkeit veräußert wurde.



Fußnoten

  1. Kambala ist ein Tropenholz, das im Bootsbau wie Teakholz verarbeitet wird.
  2. Dr.Hisam war Bauunternehmer,Bürgermeister von List und Bauherr des Wohngebietes Sonnenland in List auf Sylt

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