Glameyer Stack

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Glameyer Stack 2016

Glameyer Stack (vielfach auch Glameyers Stack, benannt nach dem anliegenden Landeigentümer) ist ein Deichabschnitt im Altenbrucher Bogen an der Unterelbe. Glameyer Stack gilt als eine der gefährdetsten Stellen an der Niederelbe.

Geschichte

Am 28. Dezember 1801 legte der Ritzebütteler Wasserbaudirektor Woltman Vorschläge für die Ufersicherung im Lande Hadeln vor, die dafür sorgen sollten, dass die bisherigen Uferabbrüche aufhörten und eine Rücknahme der Deichlinie vermieden werden könnte.
Hierzu gehörte der Bau eines mit Steinen gefüllten, geplant über 270 Meter langen Stackbauwerkes, für das er 33.000 Taler veranschlagte (und später 35.700 Taler kostete). Anfang des Jahres 1802 beschlossen die beiden ersten Stände des Landes Hadeln, seinen Vorschlag anzunehmen und begannen noch im selben Jahr mit dem Bau, der auch fast abgeschlossen werden konnte. Für die Steinschüttung wurden über 600 Fuder Bauschutt der geschliffenen Franzenburg in der Elbe versenkt. Das Bauwerk wurde (bis auf kleinere Restarbeiten) am 13. November 1802 von den Hadler Schultheißen abgenommen, wobei sich bereits durch eine festgestellte Aufschlickung das Watt erhöht hatte. Waren im Jahre 1816 lediglich Faschinen zu erneuern, so musste im Jahre 1903 eine Erneuerung der Eichenpfähle, die das Stack einfassten, allein von den Hadlern finanziert werden, obwohl auch die Hamburger, die von der Schifffahrt auf der Elbe profitierten, zu einer Beteiligung an den Kosten herangezogen werden sollten, dieses aber ablehnten.
Auch zu Beginn der 1930er Jahre waren Ausbesserungsarbeiten am Stack notwendig. Bereits damals erkannte der Deich- und Seeuferverband die Ursache des Übels, die ständig durchgeführte Ausbaggerung der Elbe. Diese Problematik hat nach mehreren Elbvertiefungen und der derzeit von Hamburg geplanten, erneuten Elbvertiefung, die verharmlosend „Fahrrinnenanpassung“ genannt wird, nichts an Aktualität verloren.

Lage

Das Glameyer Stack befindet sich bei Flusskilometer 713 in der Stadt Otterndorf im Ortsteil Müggendorf. Es wird als neuralgischer Punkt in der Deichlinie zwischen Cuxhaven und Otterndorf angesehen. Falls es zu einer starken Sturmflut in der südlichen Nordsee kommt, wird dieses Gebiet als das mit dem höchsten Risiko eines möglichen Deichbruches angesehen.

An dieser Stelle fließt die Elbe sehr schnell, das Fahrwasser ist sehr eng und über 30 Meter tief. Die gesamte Kraft des Stroms trifft direkt auf den Deich, da sich hier die Strömungsrichtung ändert.

Die Fahrrinne ist fast direkt am Deichfuß, da an dieser Stelle kein Deichvorland vorhanden ist. Im weiteren Verlauf der Elbe ist das Watt im Bereich Besenhalmer Trift soweit abgebrochen, das es kaum noch trocken fällt. In den letzten Jahren ist das Watt vor dem Otterndorfer Grünstrand, das sich früher auf eine Länge von ca. 300 m und einen 1 Meter Höhe erstreckt hat, ebenfalls verschwunden.

Deshalb wird dieses Gebiet durch verschiedene Befestigungen, betonierte Steine, Brandungszaun, gepflasterter Deichfuß usw. besonders geschützt und beobachtet. Die Kraft des Wassers fordert die konstruktiven Möglichkeiten der Wasserbauer an dieser Stelle besonders, da der Verschleiß hier sehr hoch ist. Am Glameyer Stack wurden 1990 1,4 Mio. DM verbaut, um die Veränderungen durch die Elbvertiefung in diesem Zeitraum auszugleichen. Allerdings konnte nicht verhindert werden, dass durch die Erosion ein tiefer liegendes Grundwasserstockwerk mit grobem Sand freigelegt wurde. Durch diesen Grundwasserleiter dringt Salzwasser viel schneller und weiter ein.

Am Glameyer Stack werden durch Schiffswellen ausgelöste Schwingungen unter dem Deich hindurch ins Land übertragen, die das Geschirr in den deichnahen Häusern zum Klirren bringen.

Im Rahmen eines Ufersicherungskonzeptes am niedersächsischen Ufer hat die WSD Nord den Bau von 20 Buhnen – plus vier weitere Buhnen bei Bedarf – westlich und östlich des Glameyer Stacks in den Jahren 2011 und 2012 veranlasst. Ziel der neuen Buhnenkette ist es, die ufernahen Strömungsgeschwindigkeiten – und damit den Druck auf das Ufer – zu reduzieren.

Karte

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Literatur

Norbert Fischer: Im Antlitz der Nordsee – Zur Geschichte der Deiche in Hadeln, Stade 2007, ISBN 978-3-931879-34-1