Olfers, Karl

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Karl Olfers

Karl Olfers (* 14. April 1888 in Dorum; † 22. April 1968 in Cuxhaven).

Leben und Werk

Karl Olfers wurde am 14. April 1888 in Dorum als jüngerer Sohn eines Hofbesitzers geboren.

1907 wurde der Zimmermann Karl Olfers Gewerkschaftsmitglied und 1912 trat er in die SPD ein. Nach seinen Zeit als Wandergeselle trat er seine erste Arbeitsstelle in Cuxhaven am Steubenhöft an, das damals auf 360 Meter verlängert wurde.

Nach dem 1.Weltkrieg wurde Karl Olfers am 16. März 1919 gemeinsam mit Bleick Max Bleicken und K. Kraatz in die Hamburger Bürgerschaft gewählt. Karl Olfers ist 30 Jahre alt und damit das jünste Mitglied der damaligen Bürgerschaft. Am 13. April 1919 wird er in die Cuxhavener Bürgervertretung gewählt und am 27. Januar 1920 als Stadtvertreter zum Ratsmann und Vorsitzenden des Finanzausschusses gewählt. Seine politische Karriere setzt sich am 20. Februar 1921 mit der erneuten Wahl in die Hamburger Bürgerschaft und der Übernahme des Vorsitzes des Cuxhavener Finanzausschusses im selben Jahr fort. 1924 wird er zum stellvertretenden Bürgermeister.

Zu seinen fast vergessenen, aber genialen Leistungen gehört es, während der Inflation Anfang der 20er Jahre als Finanzausschussmitglied in Backsteine zu investieren. Diese prägen nicht nur in den nächsten 10 Jahren das architektonische Bild Cuxhavens sondern werden zeitweise sogar zur Vertrauensbasis des Cuxhavener Notgeldes. Man nennt das Notgeld deshalb zeitweise auch "Olfersche Steinwährung".

Neben seiner politischen Karriere übernimmt Karl Olfers, der sich ja bereits als ökonomisch erfolgreich im Finanzausschuss beweisen konnte, 1925 die Geschäftsführung des 1922 von der Arbeiterbewegung gegründeten Wohnungsbauunternehmen „Cuxhavener Bauhütte“. Ihm gelingt es, die durch die Wirtschaftskrise angeschlagene Bauhütte ökonomisch erfolgreich zu machen und hilft so auch, Cuxhaven aus der Wirtschaftskrise zu holen. Die Backsteinbauten der Bauhütte (gebaut mit seiner "Steinwährung") wie z.B. das „Olfers Eck“, das Genossenschaftshaus an der Ecke Nordersteinstraße/Segelckestraße, das Pressehaus am Kaemmererplatz u.v.m. prägen noch heute das Stadtbild.

Mit Hitlers Machtübernahme ändert sich das Leben des Sozialdemokraten Karl Olfers. Neben dem Verlust seines Mandates verliert er auch seinen Arbeitsplatz, als die Bauhütte 1933 aufgelöst wurde. Er zieht nach Midlum, um dort als Versicherungsvertreter zu arbeiten. Er wird wegen Widerstandes zwar wiederholt verhaftet, teilt aber nicht das Schicksal seiner Parteifreunde Wilhelm Heidsiek und Heinrich Grube. Stattdessen wird der 56jährige Olfers 1944 "rechtzeitig" in die Wehrmacht eingezogen, so dass er bei der Operation "Gewitter" nicht festgenommen wird sondern in der Wehrmacht verbleibt. Obwohl er mit Heidsiek und Grube auf der Liste für das KZ Neuengamme steht, bleibt ihm dieses Schicksal erspart.

Nach dem Krieg wird Karl Olfers am 24. Januar 1946 von der britischen Besatzung zum Oberbürgermeister ernannt. Auch der neue Stadtrat bestätigt diese Entscheidung, als sie Olfers nach der Kommunalwahl am 13. Oktober zum Oberbürgermeister wählen. Zum dritten Mal innerhalb von nur 12 Monaten wird Olfers am 2. Januar 1947 von Stadtparlament zum Oberbürgermeister gewählt, nachdem, durch die Britische Besetzung das Oberbürgermeisteramt vom Verwaltungschef zum politischen Repräsentanten geändert wird. Rund 10 Monate später gibt es Neuwahlen zum Stadtparlament und Karl Olfers wird erneut zum Oberbürgermeister gewählt. Seine (einstimmige) Wiederwahl erfolgt am 9. November 1950. Bei der Wahl 1952 unterliegt Karl Olfers dem parteilosen Dr. Heinz Wachtendorf.

Bei der Kommunalwahl 1956 wird die SPD stärkste Fraktion im Cuxhavener Stadtparlament und Karl Olfers wird am 27. November erneut zum Oberbürgermeister. Nach der Kommunalwahl 1961 wird er in seinem Amt bestätigt und als er 1964 die meisten Stimmen erhält ist seine Wiederwahl zum Oberbürgermeister selbstverständlich. Er bleibt bis zu seinem freiwilligen Ausscheiden am 30. Januar 1966 Oberbürgermeister.

Am 20. April 1947 wird Karl Olfers bei der 1. Landtagswahl Mitglied des Landtages und Landtagspräsident. Sein Mandat wird am 6. Mai 1951, am 24. April 1955, am 19. April 1959 und zum 5. Mal mit 50,1% aller Stimmen bestätigt Das Amt des Landtagspräsident bekleidet Karl Olfers von 1946 bis 1955 und erneut von 1959 bis 1963.

Ab Ende Januar 1966 zieht sich der 77jährige Karl Olfers langsam aus der Politik zurück. Er behält lediglich sein Landtagsmandat bis 1967. Kurz nach seinem 80. Geburtstag stirbt Karl Olfers am 22. April 1968 in Cuxhaven.

Würdigungen

Das "Olfers-Eck" an der Einmündung Elfenweg

Am 31. Januar 1954 erhält Karl Olfers das Großkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus der Hand des Bundespräsidenten Theodor Heuss. Am 1. Mai 1954 folgt die Niedersächsische Landesmedaille. Bereits am 14. Mai 1948 hatte ihm der Staat Israel die Theodor-Herzl-Medaille in Gold verliehen und am 1. November 1961 erhält er das Große Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens.

Anlässlich des 76. Geburtstages von Karl Olfers wird am 14. April 1964 die Bezeichnung „Olfers Eck“ für das von der Bauhütte gebauten Wohngebäudes am Elfenweg, gegenüber dem Haus Handwerk, wiedereingeführt. Auf der Sondersitzung des Cuxhavener Stadtrates, bei der er sein Oberbürgermeisteramt aufgibt, wird er zum Ehrenbürger der Stadt Cuxhaven ernannt und der Platz zwischen Poststraße und Elfenweg, an dem er zwischen 1925 und 1933 als Geschäftsführer der Bauhütte gewirkt hat, wird ihm zu Ehren in Karl-Olfers-Platz umbenannt.

Literatur

  • Peter Bussler; Historisches Stadtlexikon für Cuxhaven; Heimatbund der Männer vom Morgenstern; 2002
  • Hermann Borrmann; Daten zur Geschichte des Amtes Ritzebüttel und der Stadt Cuxhaven; Verlagsgesellschaft Cuxhaven, 1982
  • Stadt Cuxhaven (Hrsg.): Jahrgang 1888, Karl Olfers und seine Weggefährten Heinrich Grube und Wilhelm Heidsiek; Sachbuchverlag Karin Mader, 1989

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