Bleicken, Bleick Max

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Bleick Max Bleicken

Bleick Max Bleicken * 27. Mai 1869 in Bredstedt bei Husum; † 18. Juni 1959 in Cuxhaven.

Leben und Werk

"Sehr geehrter Herr Rat!

Teile Ihnen hierdurch mit, daß Ihre Wahl zum Bürgermeister von Cuxhaven soeben bestätigt wurde. Hochachtungsvoll Balsen"

8. April 1907, Telegramm von Sede Balsen an Bleick Max Bleicken

Bleick Max Bleicken wurde am 27. Mai 1869 in Bredstedt bei Husum (Schleswig-Holstein) geboren.

Nach seiner Schulausbildung und der Ableistung des Wehrdienstes beim Landsturm studierte Bleicken in Kiel Theologie, schloss dieses Studium jedoch nicht ab, sondern wechselte 1892 zum Studienfach Jura in Berlin. Dieses Studium schloss er 1895 ab und arbeitete als Referendar beim Hamburger Senat. Bei der Hamburger Oberschulbehörde wurde er im Jahre 1900 zum Rat befördert. 1907 bewarb er sich um die seinerzeit freie Stelle des Bürgermeisters in Cuxhaven und wurde am 8. April 1907 von der Cuxhavener Bürgervertretung zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der jungen Stadt gewählt. Da bis zu seiner Einführung am 1. Juni 1907 die Verwaltung Cuxhavens in erster Linie ehrenamtlich vorgenommen worden war, musste Bleicken zuerst eine hauptberufliche Verwaltung aufbauen. Ihm standen dazu ein Stadtsekretär, ein Schreiber und ein Bote zur Verfügung. Das erste `Rathaus´ befand sich in der Deichstraße 1, etwa auf dem freien Platz vor der Deutschen Bank, gegenüber der ehemaligen Post. Als er 1931 aus seinem Amt ausschied, war die Verwaltung der Stadt auf 53 Beamte und Angestellte angewachsen. Das von ihm verwaltete Haushaltsvolumen wuchs in der selben Zeit um das etwa 20fache. Die Weiterentwicklung der jungen Cuxhavener Verwaltung zeigt sich am 13. März 1917 auch augenfällig mit der Einweihung des Rathauses am Grünen Weg.

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wird es in Cuxhaven für kurze Zeit revolutionär. Am 6. November 1918 übernimmt ein Arbeiter- und Soldatenrat die Militärgewalt sowie die Verwaltung der Stadt. Er enthebt Bleick Max Bleicken am 7. Januar 1919 seines Amtes und erklärt Cuxhaven am 11. Januar 1919 zur „Sozialistischen Republik“. Diese wird jedoch bereits nach 6 unruhigen Tagen wieder aufgehoben und, nachdem der Soldatenrat am 10. Februar zurücktritt, wird Bleick Max Bleicken am 19. Februar 1919 als Bürgermeister vom Magistrat und der Bürgervertretung wieder eingesetzt. Als am 16. März 1919 die Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft stattfinden, gehört Bürgermeister Bleicken (bis 1921), ebenso wie der junge Karl Olfers und K. Kraatz zu den gewählten Vertretern. Am 23. Mai 1919 wird Bleicken als Bürgermeister wiedergewählt.

Die folgenden 20er Jahre sind geprägt von der Weltwirtschaftskrise und der Inflation, aber auch von den politischen Auseinandersetzungen mit den Sozialdemokraten, allen voran Karl Olfers, der zeitweise sein Stellvertreter wird. Trotz ihrer oft gegensätzlichen Meinungen, trafen sich ihre Interessen jedoch insbesondere im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung Cuxhavens und des Wohnungsbaues, so dass Bleicken und Olfers gemeinsam das heutige Stadtbild prägten. So gehörten in ihre Verantwortlichkeit beispielsweise diverse Bauprojekte z. B. Wohnungen im Elfenweg, das Berufsschulgebäude in der Abendrothstraße (heute VHS), der Friedhof Brockeswalde sowie soziale Einrichtungen wie z.B. das Frauenheim am Elfenweg. Auch die Vergrößerung des Hafens und der Ausbau des Cuxhavener Fischmarktes sind dem fleißigen Bürgermeister zuzuschreiben. Als Bleicken am 31. Mai 1931 nach 24 Jahren in den Ruhestand geht, kann er auf ein umfangreiches und beständiges Werk zurückblicken.

Zu seinen eigentlichen Tätigkeiten als Bürgermeister gehörten vom 1. Juli 1907 bis zum 30. Juni 1910 zusätzlich noch die Aufgaben des Standesbeamten, die bis dahin vom Amtsverwalter übernommen wurden, zu seinem Aufgabengebiet. 1908 wurde er Vorsitzender des Aufsichtsrates ersten Cuxhavener Bauvereins und 1919-1921 Vertreter der Stadt in der Hamburger Bürgerschaft. Neben diesen umfangreichen Aufgaben verfasste Bleick Max Bleicken noch eine Städteordnung, die 1924 vom Hamburger Senat einführt wurde.

Nachdem Bleicken, der mit dem Alter langsam erblindete, in den Ruhestand gegangen war, zog er sich nicht vollkommen aus der Politik zurück. 1933 setze er sich beispielsweise für den sozialdemokratischen Leiter des Wohlfahrts- und Jugendamtes, Heinrich Grube, ein, der erst beurlaubt und schließlich aus dem Dienst entlassen wurde. Dieser Einsatz machte den konservativen Bleicken bei den Nationalsozialisten politisch bedenklich. Als der erblindete Bleicken später politisch Kritisches diktierte, führte das zu einer Gestapohaft in Hannover. Ansonsten konnte auch der 2. Weltkrieg das Werk von Bleick Max Bleicken nicht zerstören. Er starb am 18. Juni 1959 in Cuxhaven


Würdigungen

Am 7. Juni 1949 wurde die zwischen 1932 und 1935 errichtete Schule an der Rathausstraße nach B.M. Bleicken in Bleickenschule umbenannt.


Bilder


Literatur

Links