Grimmershörnkaserne

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Grimmershörnkaserne 2011

Die Grimmershörnkaserne war sowohl eine Kasernenanlage als auch ein Einzelgebäude innerhalb dieser Anlage in Cuxhaven.

Bestandteile der Kasernenanlage

Geschichte

Nachdem der Reichstag in Berlin am 7. März 1892 der Errichtung einer Marinegarnison in Cuxhaven zugestimmt hat, rückt am 4. Januar 1893 die 1. Kompanie der IV. Matrosen-Artillerie-Abteilung (MAA) und am 16. November 1893 die 2. Kompanie der MAA in Cuxhaven ein. Die Soldaten werden bei Cuxhavener Bürgern einquartiert, aber es soll "eine einfache, aber gute Baracke" gebaut werden. So wird von Mai bis November 1893 als erster Teil der späteren Grimmershörnkaserne die Seedeichkaserne , in Cuxhaven als "Bretterkaserne" bekannt, erbaut und am 16. November 1893, mit dem Eintreffen der 2. Kompanie der IV. MAA, von beiden Kompanien bezogen.

Im Jahre 1895 verlegt ebenfalls das Musikkorps der IV. MAA nach Cuxhaven in die Seedeichkaserne. Um eine angemessene Kasernenanlage einschließlich eines Stabsgebäudes für die Marineangehörigen sicherstellen zu können, werden durch den Reichsmarinefiskus bereits seit 1872 bis zum Jahr 1902 Grundstücke im Bereich der Straßen Neue Reihe, Kasernenstraße, Marienstraße, Strichweg, Batteriestraße und Deichtrift erworben. Im Jahre 1903 erfolgt dann der Baubeginn für die eigentliche Grimmershörnkaserne. Noch während der Bauphase verlegen am 5. Januar 1905 aus Wilhelmshaven das "Kommando der Marine-Artillerie und Minenkräfte", aus Lehe die Stammabteilung der Matrosen-Artillerie-Abteilung Kiautschou und die Stammabteilung des III. Seebataillons Kiautschou nach Cuxhaven. Sie beziehen einen bereits fertiggestellten Teil der Kasernenanlage. Nachdem die 5. Kompanie der IV. MAA ("Wasserkompanie") von der Seedeichkaserne in den Minensucherhafen verlegt hat, belegen die beiden Stammabteilungen, die als Ausbildungsbasis für den Kolonialdienst dienen, auch die Seedeichkaserne. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich außerdem in der Grimmershörnkaserne die Marinegarnisonsverwaltung und das Musikkorps der IV. MAA.

Am 16. Juli 1906 ist der Baubeginn für das Stabsgebäude an der Neuen Reihe 33 (mit Teehaus und Garten), nach der Fertigstellung am 23. März 1908 zieht dort zunächst die Geschäftsstelle der IV. MAA ein.

Ab dem 20. April 1909 werden die Aufgaben für den Kolonialdienst in der Kiautschou-Kaserne wahrgenommen.

Nach dem I. Weltkrieg wird Cuxhaven im Jahre 1935 erneut Garnisonsstadt. Die Grimmeshörnkaserne wird belegt durch die 4. Marine-Artillerie-Abteilung und die Marine-Fahrbereitschaft, das Stabsgebäude wird belegt durch den Festungskommandanten, das Flugmeldekommando und den Stab der 5. Sicherungsdivision.

Wie alle militärischen Einrichtungen werden auch die Grimmerhörnkaserne und das Stabsgebäude nach dem Ende des II. Weltkrieges von den Besatzungsmächten beschlagnahmt. Nutzer der Kaserne werden das "Office of the Navalofficer-in-Charge Cuxhaven" und der "Frontier Control Service", in das Stabsgebäude zieht die Royal Air Force.

Diese Liegenschaften werden am 20. November 1947 bzw. 30. Januar 1948 vom "Property Control Officer –Mil. Government Hannover-" über die "Oberfinanzdirektion Hannover -Abwicklungsstelle für Wehrmachtsvermögen- " dem Finanzamt Cuxhaven zur Verwaltung übertragen. Die Übergabeverhandlung ist gleichzeitig gemäß Erlass der Militärregierung Land Niedersachsen die Freigabeverfügung.

Am 26. August 1952 ergeht die Weisung des Bundesministers der Finanzen an die OFD Hannover, die verfügbaren Teile der Grimmershörnkaserne an den Seegrenzschutz zu übergeben. Diese Übergabe der Kaserne an die Schul- und Reparaturgruppe des Seegrenzschutzes erfolgt am 9. September 1952. Die Ausbildungstätigkeit des Seegrenzschutzes in Cuxhaven endet am 3. Juni 1956, am 1. Juli 1956 wird die Kasernenanlage über die damalige Bundesvermögensstelle der Standortverwaltung Cuxhaven übertragen.

Aufgrund des "Zweiten Gesetzes über den Bundesgrenzschutz" vom 30. Mai 1956 werden die Beamten des Seegrenzschutzes nach der Aufstellung der Bundeswehr am 1. Juli 1957 vollständig in die Bundesmarine überführt. Das Personal der Seegrenzschutz-Stammabteilung Cuxhaven verbleibt in Cuxhaven und bildet den Stamm für das neue Marinestützpunktkommando Cuxhaven. Gemeinsam mit der Marine-Unteroffizierschule, einem Zug Feldjäger, der Standortkommandantur, der Standortverwaltung und später dem Dezernat IC3 des Marine-Unterstützungskommandos bildet diese Dienststelle diese ersten Nutzer der Kasernenanlage. Nachdem auch die Royal Air Force das Stabsgebäude am 1. Juli 1958 übergeben hat, erfolgt die künftige Nutzung durch das Marine-Stützpunktkommando, den Marine-Fernmeldeabschnitt Nordsee, den Stab 2. Geleitgeschwader (verlegt später in den Minensucherhafen), das Kommando der Minensuchboote, die Versorgungsflottille, die Marine-Fernmeldegruppe Cuxhaven und die Offiziermesse Cuxhaven.

Von 1970 bis 1974 ist die Grimmershörnkaserne Zwischenunterkunft für das FlaRakBtl. 37, für das in Altenwalde Neubauten entstehen. Ferner wird am 1. April 1977 die Fachausbildungskompanie des Heeres neu aufgestellt und in der Kasernenanlage stationiert. Diese Einheit wird am 31. Dezember 1994 in die Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne verlegt.

Nachdem weitere Einheiten bereits vorher aufgelöst worden waren, wird die Grimmershörnkaserne am 2. Juni 1995 von der Standortverwaltung Cuxhaven an das Bundesvermögensamt Cuxhaven übergeben und von diesem weiterer, zum Teil ziviler Nutzung zugeführt.

Entstehung der Gebäude

Zeitleiste
Jahr Gebäude
1892 / 93 Seedeichkaserne
1904 / 05 Große Wetternkaserne
1904 / 05 Kleine Wetternkaserne
1907 / 08 Exerzierhalle
1908 Stabsgebäude
1911 Grimmershörnkaserne
1914 Arrestgebäude

Bilder